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28.04.2017 | Harnwegsinfektionen | Leitthema | Ausgabe 6/2017

Der Urologe 6/2017

Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten

Aktualisierung 2017 der interdisziplinären AWMF S3‑Leitlinie

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 6/2017
Autoren:
FEBU Dr. J. Kranz, S. Schmidt, C. Lebert, L. Schneidewind, W. Vahlensieck, U. Sester, R. Fünfstück, S. Helbig, W. Hofmann, E. Hummers, M. Kunze, E. Kniehl, K. Naber, F. Mandraka, B. Mündner-Hensen, G. Schmiemann, F. M. E. Wagenlehner
Wichtige Hinweise
J. Kranz und S. Schmidt sind gleichberechtigte Erstautoren.
Zusammenfassung
Hintergrund
Aktualisierung der 2010 publizierten evidenzbasierten S3-Leitlinie zu Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen (HWI) bei erwachsenen Patienten. Die aktualisierte S3-Leitlinie behandelt jetzt auch die Prophylaxe rezidivierender unkomplizierter Harnwegsinfektionen. Die Leitlinie beinhaltet die aktuelle Evidenz zum rationalen Einsatz antimikrobieller Substanzen zur Reduktion eines unangemessenen Einsatzes bestimmter Antibiotikaklassen und zur Vermeidung der Entwicklung von Resistenzen.
Methodik
Die Aktualisierung der S3-Leitlinie erfolgte unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU). Eine systematische Literaturrecherche wurde für den Zeitraum 01.01.2008–31.12.2015 durchgeführt. Internationale Leitlinien wurden mitberücksichtigt. Evidenzgrad und Biasrisiko wurden zur Qualitätsprüfung herangezogen.
Ergebnisse
Aktualisierte Informationen zu Erregerempfindlichkeit, Erfolgsraten, Kollateralschäden und Sicherheit von Antibiotika der ersten und zweiten Wahl wurden neu gelistet. Für die Therapie der unkomplizierten Zystitis sind in erster Linie Fosfomycin-Trometamol, Nitrofurantoin, Nitroxolin, Pivmecillinam oder Trimethoprim (unter Beachtung der örtlichen Resistenzsituation) zu empfehlen. Fluorchinolone und Cephalosporine sollen hier nicht als Antibiotika der ersten Wahl eingesetzt werden. Bei einer unkomplizierten Pyelonephritis mit leichten bis moderaten Verlaufsformen sollen vorzugsweise Cefpodoxim, Ceftibuten, Ciprofloxacin oder Levofloxacin als orale Antibiotika eingesetzt werden.
Schlussfolgerung
Die aktualisierte deutsche S3-Leitlinie stellt eine umfassende Sammlung evidenz- und konsensbasierter Empfehlungen zur Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten dar. Antibiotic Stewardship-Aspekte haben wesentlich die therapeutischen Empfehlungen geprägt. Eine breite Implementierung in alle behandelnden Fachgruppen ist notwendig, um eine vorausschauende Antibiotikapolitik zu gewährleisten und damit eine Versorgungsverbesserung zu erzielen.

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