Was ist gesichert in der Therapie der komplizierten Harnwegsinfektionen
- 27.09.2024
- Harnwegsinfektionen
- Schwerpunkt: Was ist gesichert in der Therapie?
- Verfasst von
- Prof. Dr. Sibylle von Vietinghoff
- Prof. Dr. Florian Wagenlehner
- Erschienen in
- Die Innere Medizin | Ausgabe 12/2024
Zusammenfassung
Harnwegsinfektionen (HWI) zählen zu den häufigsten bakteriellen Infektionen überhaupt. Schwere Verläufe, aber auch häufige Rezidive von Episoden, die für sich gesehen gut therapierbar sind, treten klassischerweise bei Harnwegsanomalien und Immundefekten auf und sind besondere klinische Herausforderungen. Das klinische Gesamtbild lässt sich kategorisieren durch das englische Akronym ORENUC (O = „no risk“; R = „recurrent“; E = „extraurogenital“; N = „nephropathic“; U = „urologic“; C = „catheter“), das eine Einschätzung der Morbidität erlaubt. Entsprechend umfasst die zusätzliche Diagnostik bei schweren oder ungewöhnlichen Verläufen neben der präzisen Risikofaktoranamnese und klinischen Untersuchung die urologisch-nephrologische Bildgebung primär mit Ultraschall und gegebenenfalls mit Schnittbildgebung, eine laborchemische Abschätzung der systemischen Beteiligung und die Entfernung bzw. den Wechsel von Fremdkörpern. Für die empirische antibiotische Therapie bei unkomplizierter Pyelonephritis werden aktuell Gyrasehemmer oder Cephalosporine empfohlen. Bei komplizierten HWI ist dies aufgrund erhöhter Resistenzraten allerdings nicht mehr so eindeutig. Eine Erregerdiagnostik ist zentral für das konkrete Handeln und die gezielte Reduktion unerwünschter Nebenwirkungen. Es gibt neuere Entwicklungen von Reserveantibiotika, die insbesondere bei nachgewiesenen multiresistenten Erregern zur Anwendung kommen können. Bei rezidivierenden Infekten ist neben der oft nur schwer erreichbaren Besserung lokaler und systemisch-immunologischer Risiken die aktive Mitwirkung der Patienten notwendig, Letzteres im Sinne von Verhaltensanpassungen und gegebenenfalls längerfristiger Einnahme prophylaktischer Medikamente und bei Durchbruchsinfektionen einer prophylaktischen antibiotischen Kurz- oder Langzeittherapie. Die aktuellen Therapiekonzepte für diese Patientengruppe sind insgesamt unzureichend. Zusätzliche alternative Strategien sind dringend notwendig.
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- Titel
- Was ist gesichert in der Therapie der komplizierten Harnwegsinfektionen
- Verfasst von
-
Prof. Dr. Sibylle von Vietinghoff
Prof. Dr. Florian Wagenlehner
- Publikationsdatum
- 27.09.2024
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Harnwegsinfektionen
Zystitis
Harnwegsinfektionen in der Urologie
Urosepsis
Nierentransplantation
Pyelonephritis
Sepsis
Harnwegsinfektionen in der Pädiatrie
Cefepim
Imipenem
Cephalosporine
Zystitis
Gynäkologische Urologie
Pyelonephritis
Meropenem
Ciprofloxacin
Sulfamethoxazol und Trimethoprim
Ceftazidim
Sepsis
Nierentransplantation
Fosfomycin
Nierentransplantation
Nierentransplantation
Nierentransplantation
Carbapeneme
Nierentransplantation
Fieber
Nitrofurantoin
Aminoglykoside
Antibiotika
Innere Medizin - Erschienen in
-
Die Innere Medizin / Ausgabe 12/2024
Print ISSN: 2731-7080
Elektronische ISSN: 2731-7099 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00108-024-01792-2
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