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08.05.2017 | Originalarbeit | Ausgabe 2/2017

Forum der Psychoanalyse 2/2017

Hass- und Gewaltfantasien in Zeiten negativer Modernisierung

Anders Breivik: einer von uns?

Zeitschrift:
Forum der Psychoanalyse > Ausgabe 2/2017
Autor:
Dipl.-Psych. Klaus Grabska
Wichtige Hinweise
Überarbeiteter und gekürzter Vortrag, gehalten anlässlich der 7. Deutschsprachigen Internationalen Psychoanalytischen Tagung (DIPSAT) vom 13. bis 16.10.2016 in Wien.

Zusammenfassung

Am Beispiel von Anders Breivik wird die Herausbildung eines terroristischen Subjekts im Rahmen gesellschaftlicher Modernisierungs- und Entwurzelungsprozesse auf psychoanalytische Weise nachvollzogen. Die Bedeutung von Hass- und Vernichtungsideologien, elterlicher Mangelerfahrung und früher emotionaler Traumatisierung wird dabei hervorgehoben. Terroristische Handlungen können dann als narzisstisch-destruktive Externalisierung einer ursprünglich gegen das liebesbedürftige Selbst gerichteten Vernichtungsdrohung und als maligner Selbstrettungsversuch verstanden werden. Um der mit dieser Perspektive verbundenen Gefahr der Psychopathologisierung entgegenzuwirken, wird das terroristische Subjekt als ein personifiziertes gesellschaftliches Symptom von Entmenschlichung verstanden.

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