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01.12.2014 | originalarbeit | Ausgabe 4/2014

neuropsychiatrie 4/2014

Heavy User stationärer psychiatrischer Behandlung: Vergleich nach Diagnosegruppen

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 4/2014
Autoren:
Prim. Univ. Prof. Dr. Hans Rittmannsberger, Anke Sulzbacher, Dr. Christian Foff, Dr. Thomas Zaunmüller

Zusammenfassung

Fragestellung

Quantitative und qualitative Erfassung von Patienten mit starker Inanspruchnahme („heavy user“ – HU) stationärer psychiatrischer Behandlung.

Methode

Screening zur Erfassung von Patienten mit ≥ 3 Voraufenthalten oder ≥ 100 Tagen Aufenthalt pro Jahr.

Ergebnisse

Im Rekrutierungszeitraum von 9 Monaten kamen 1217 Personen zur Aufnahme, wovon 132 (10,8 %) als HU identifiziert wurden. HU hatten am häufigsten eine Diagnose aus der Gruppe F2 (43 %), gefolgt von F1 (21 %). Innerhalb der Diagnosegruppen kamen HU am häufigsten in der Gruppe F6 (33 %) vor, gefolgt von F2 (21 %). Nur 8 % waren aktuell erwerbstätig, 73 % hatten eine Invaliditätspension, wobei Patienten mit einer Diagnose aus F2 am schlechtesten abschnitten. HU hatten seltener eine Partnerschaft als andere Patienten (29 vs 47 %), lebten häufiger alleine (59 vs 34 %) und in betreuten Verhältnissen (17 vs 7 %). Sie wurden wesentlich häufiger nach dem Unterbringungsgesetz behandelt als andere Patienten (50,5 vs 30,7 %, p < 0,0005). Nur 5 % wurden von einem niedergelassenen Arzt zugewiesen, fast die Hälfte (47 %) kamen ohne Zuweisung in die Klinik. Die Nutzung ambulanter Angebote vor der Indexaufnahme war niedrig, 37 % hatten keinen Arzt im Monat vor der Aufnahme aufgesucht. Im Jahr nach der Indexaufnahme wurden mehr als 80 % der HU neuerlich aufgenommen, wobei Patienten der Gruppen F1 und F2 das intensivste Nutzungsverhalten zeigten.

Schlussfolgerungen

HU weisen in diesem Kollektiv ein persistentes Nutzungsverhalten auf. Möglichkeiten zur Reduktion desselben werden diskutiert.

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