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Hector Wittwer (2024) Hirntod – sind ‚Hirntote‘ wirklich tot?

J.B. Metzler, Berlin, 116 Seiten, 14,99 €, ISBN 978-3-662-69464-0

  • 04.09.2025
  • Rezension

Auszug

In zahlreichen Rechtssystemen gilt der Hirntod als Todeskriterium. Danach gilt: Ein Mensch ist tot, wenn sein Gehirn seine Funktionsfähigkeit vollständig und endgültig verloren hat. Das rechtfertigt nach allgemeiner Auffassung auch eine Organentnahme bei Hirntoten: Weil die Person tot ist, ist es zulässig, die Organe zu entnehmen. Aber ist das tatsächlich so? Sind Hirntote wirklich tot? Das ist die Frage, um die es in Hector Wittwers Buch „Hirntod – sind ‚Hirntote‘ wirklich tot?“ geht. Das Hirntodkriterium als Todeskriterium geht auf den Vorschlag des Ad hoc Committee der Harvard Medical School aus dem Jahr 1968 zurück, ein irreversibles Koma als Kriterium für den Tod eines Menschen zu behandeln. Dieser Vorschlag hat den Weg für die entsprechende rechtliche Regelung geebnet. Er war allerdings von Anfang an nicht unumstritten. Hans Jonas hat ihn schon kurz nach der entsprechenden Veröffentlichung als unbegründet kritisiert und die Interessen der Transplantationsmedizin für die Durchsetzung des Todeskriteriums verantwortlich gemacht. Nach wie vor steht die Frage im Raum: Sind Hirntote – entgegen der allgemeinen Auffassung – vielleicht doch nicht tot? …
Titel
Hector Wittwer (2024) Hirntod – sind ‚Hirntote‘ wirklich tot?
J.B. Metzler, Berlin, 116 Seiten, 14,99 €, ISBN 978-3-662-69464-0
Verfasst von
Prof. em. Dr. Peter Schaber
Publikationsdatum
04.09.2025
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Ethik in der Medizin
Print ISSN: 0935-7335
Elektronische ISSN: 1437-1618
DOI
https://doi.org/10.1007/s00481-025-00883-4

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