Anti-Plättchenfaktor-4(PF4)-assoziierte Erkrankungen – von der Arzneimittelnebenwirkung zur Thromboseneigung
- 25.07.2025
- Heparininduzierte Thrombopenie
- Arzneimitteltherapie
- Verfasst von
- Dr. med. Linda Schönborn
- Prof. Dr. med. Andreas Greinacher
- Prof. Dr. med. Thomas Thiele
- Erschienen in
- Die Innere Medizin | Ausgabe 11/2025
Zusammenfassung
Antikörper gegen den Plättchenfaktor 4 (Anti-PF4) führen zu schweren akuten oder chronischen Thrombosen. Zu den Anti-PF4-assoziierten Erkrankungen zählen die heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT) und mit der HIT verwandte Erkrankungen, die vakzin- oder virusinduzierte Immunthrombozytopenie mit Thrombosen (VITT) sowie die chronisch verlaufende monoklonale Gammopathie thrombotischer Signifikanz (MGTS). Die Anti-PF4-assoziierten Erkrankungen unterscheiden sich in ihrer Ätiologie. Allen gemeinsam ist der positive Nachweis thrombozytenaktivierender Antikörper gegen PF4. Klinisch kommt es zur Ausbildung arterieller und venöser Thrombosen in Verbindung mit einer meist moderaten Thrombozytopenie. Bei akuten Formen treten die Symptome in einem typischen Zeitfenster von 5 bis 12 Tagen (HIT) bzw. 4–30 Tagen (VITT) nach einem Trigger auf, beispielsweise nach einer Heparintherapie oder einem Virusinfekt. Die Labordiagnose basiert auf dem Nachweis von Anti-PF4-Antikörpern sowie dem funktionellen Nachweis der Thrombozytenaktivierung in Gegenwart von Heparin (HIT) oder PF4 (VITT). Die akute Behandlung basiert auf einer alternativen Antikoagulation in therapeutischer Dosierung sowie bei akuten Formen auf der hochdosierten Gabe intravenös verabreichter Immunglobuline (ivIgG). Bei chronischen Immunthrombosen muss eine zugrunde liegende monoklonale Gammopathie therapiert werden. Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Ibrutinib können die Thrombozytenaktivierung reduzieren und damit das Krankheitsbild kontrollieren. Im vorliegenden Übersichtsbeitrag werden die Systematik, Diagnostik und Therapie Anti-PF4-assoziierter Erkrankungen erläutert.
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- Titel
- Anti-Plättchenfaktor-4(PF4)-assoziierte Erkrankungen – von der Arzneimittelnebenwirkung zur Thromboseneigung
- Verfasst von
-
Dr. med. Linda Schönborn
Prof. Dr. med. Andreas Greinacher
Prof. Dr. med. Thomas Thiele
- Publikationsdatum
- 25.07.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Heparininduzierte Thrombopenie
Thrombose
Thrombozytopenie
Heparin
Idiopathische thrombozytopenische Purpura
Antikoagulanzien
Direkte orale Antikoagulanzien
Innere Medizin - Erschienen in
-
Die Innere Medizin / Ausgabe 11/2025
Print ISSN: 2731-7080
Elektronische ISSN: 2731-7099 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00108-025-01935-z
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