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01.02.2016 | Schwerpunkt: Komplikationen der Leberzirrhose | Ausgabe 1/2016

Der Gastroenterologe 1/2016

Hepatische Enzephalopathie

Zeitschrift:
Der Gastroenterologe > Ausgabe 1/2016
Autoren:
G. Kircheis, Prof. Dr. D. Häussinger
Wichtige Hinweise

Redaktion

C. Trautwein, Aachen
S. Zeuzem, Frankfurt a. M.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die hepatische Enzephalopathie (HE) ist eine Störung des Zentralnervensystems, die als Komplikation akuter oder chronischer Lebererkrankungen und/oder portosystemischer Kollateralkreisläufe auftreten kann, und umfasst ein breites Spektrum kognitiver, psychischer und motorischer Veränderungen.
Ihre Diagnose erfolgt durch Erkennen einer hepatischen Störung in Ermangelung jeder anderen wahrscheinlichen Ursache der Enzephalopathie.

Ursache

Die HE ist verursacht durch ein geringgradiges Glia-Ödem mit oxidativ-nitrosativem Stress im Gehirn. Die Schwellung der Gliazellen und oxidativ-nitrosativer Stress sind die gemeinsame Endstrecke der Wirkung differenter HE-präzipitierender Faktoren.

Unterteilung

Die HE wird in drei Hauptkategorien unterteilt, deren häufigste die HE ist, die bei Vorliegen einer Zirrhose auftritt. Ein kontinuierliches Graduierungsschema sollte der kategoriellen Klassifikation vorgezogen werden.

Diagnostik und Therapie

Sowohl psychometrische Tests als auch die Bestimmung der Flimmerfrequenz sind heute etablierte Verfahren zur Diagnostik der geringgradigen HE und geeignet, die HE als Kontinuum zu quantifizieren und den Verlauf zu beurteilen. Dabei hat sich Laktulose als effektiv in der Prävention der rekurrenten HE (Sekundärprophylaxe) erwiesen. Die Gabe von Rifaximin in Kombination mit Laktulose konnte die Remission einer HE effektiver aufrechterhalten als die alleinige Laktulosegabe und reduzierte dabei das Risiko von HE-Episoden und einer Hospitalisation. L-Ornithin-L-Aspartat ist in der Primärtherapie der hyperammonämisch bedingten HE effektiv. Bei proteinintoleranten Patienten mit chronischer HE ist die Applikation von L-Ornithin-L-Aspartat bzw. die orale Gabe von verzweigtkettigen Aminosäuren in Kombination mit nichtresorbierbaren Disacchariden die Therapie der Wahl.

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