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Wann soll ein Leberkranker auf die Intensivstation?

Erschienen in:

Zusammenfassung

Lebererkrankungen sind global eine bedeutende Ursache für Morbidität und Mortalität. Leberzirrhose kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Blutungen, hepatischer Enzephalopathie (HE) und Infektionen führen. Eine klare Strategie zum Aufnahmemanagement auf die Intensivstation (ITS) verbessert die Patientenversorgung. Hämodynamisch relevante Ösophagus‑/Magenvarizenblutungen (ÖVB/MVB) und eine HE Grad 4, begleitet von der Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie (NET), sind definitive Indikationen für eine Aufnahme auf die ITS. ÖVB/MVB, spontane bakterielle Peritonitis (SBP) und Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) erfordern eine hochkritische Bewertung. Patienten mit schwerem hepatorenalen Syndrom (HRS) oder respiratorischem Versagen weisen eine erhöhte Basismortalität auf und profitieren mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer frühzeitigen Behandlung auf der ITS. Die rasche Identifizierung von Sepsis bei Patienten mit Leberzirrhose ist ein entscheidendes Kriterium für die Aufnahme auf die ITS. Eine Fallpriorisierung basierend auf dem Mortalitätsrisiko und der klinischen Dringlichkeit ermöglicht eine effiziente Ressourcennutzung und optimiert das Patientenmanagement. Zusätzlich bieten „Liver Units“ eine Versorgungsebene mit Intermediate-Care(IMC)-Standard für Patienten mit Lebererkrankungen, die eine engmaschige Überwachung, aber keine unmittelbare intensivmedizinische Behandlung benötigen.
Titel
Wann soll ein Leberkranker auf die Intensivstation?
Verfasst von
Eda Kaya
Patrick Nekarda
Isabella Traut
Philipp Aurich
Ali Canbay
Univ.-Prof. Dr. med. Antonios Katsounas
Publikationsdatum
17.07.2024
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Bildnachweise
Teaserbild AOP CH/© AOP Health Group, DIVI25 Symposium/© AOP Health, Grafik eines Schalters, der gedreht wird. Overlay mit der Schrift "ICU" und einem Intensivpatienten/© AOP Health, Grafik von einem menschlichen Herzen mit Visualisierung des Herzschlags im Hintergrund/© AOP Health