Zum Inhalt

Antivirale Medikamente

Potente Wirkstoffe, Hoffnungsträger bei COVID‑19 und therapeutische Grenzen

  • Zur Zeit gratis
  • 05.01.2022
  • Hepatitiden
  • Arzneimitteltherapie
Erschienen in:

Zusammenfassung

Antivirale Medikamente hemmen die Virusvermehrung durch Interaktion mit spezifischen Angriffspunkten im viralen Replikationszyklus. Direkt antivirale Wirkstoffe haben die therapeutischen Möglichkeiten bei chronischen Infektionen mit dem humanen Immundefizienz- (HIV), Hepatitis-B- (HBV) und Hepatitis-C-Virus (HCV) revolutioniert. Fortlaufende pharmakologische Entwicklungen sorgen auch bei Erkrankungen durch Herpesviren für verbesserte therapeutische und prophylaktische Möglichkeiten, was insbesondere immunsupprimierten Patienten zugutekommt. Während Infektionen mit persistierenden Viren wie HIV, HBV oder Herpesviren vom Grundsatz her bislang nicht heilbar sind, können Erreger von akuten Virusinfektionen vollständig eliminiert werden. Akute Infektionen, wie Influenza oder „coronavirus disease 2019“ (COVID-19) weisen durch ihre pathophysiologische Dynamik jedoch schmale therapeutische Zeitfenster für antivirale Therapieansätze auf. Der ideale Therapiezeitpunkt liegt hier unmittelbar nach der Virusexposition, was die Anwendung in der Praxis häufig limitiert. Eine effektive antivirale Prä- oder Postexpositionsprophylaxe hat sich bei Infektionen mit HIV und Influenza A/B etabliert und gewinnt aktuell auch bei Infektionen mit dem „severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“ (SARS-CoV‑2) an Bedeutung.
Titel
Antivirale Medikamente
Potente Wirkstoffe, Hoffnungsträger bei COVID‑19 und therapeutische Grenzen
Verfasst von
Dr. Jakob J. Malin
Till Bunse
Dr. Christoph D. Spinner
Prof. Dr. Ulrike Protzer
Publikationsdatum
05.01.2022
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Innere Medizin / Ausgabe 1/2022
Print ISSN: 2731-7080
Elektronische ISSN: 2731-7099
DOI
https://doi.org/10.1007/s00108-021-01233-4
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Passend zum Thema

APDS im Praxisalltag erkennen

Das klinische Bild von APDS ist heterogen mit erhöhter Infektanfälligkeit, Immunschwäche, Autoimmunität, Malignität, Allergien und Autoinflammation. Betroffene weisen zwar typische Laborabnormitäten auf, aber eine eindeutige Diagnose kann jedoch nur anhand einer genetischen Untersuchung gestellt werden.

Pathomechanismus – warum Betroffene unter APDS leiden

Ursache von APDS (Activated Phosphoinositide 3-Kinase Delta Syndrome) ist ein Gendefekt der zellulären Phosphoinositid-3-Kinase δ (PI3Kδ). Dieses Enzym gehört zur Familie der Kinasen und spielt eine zentrale Rolle bei der zellulären Signaltransduktion, insbesondere bei der Entwicklung und Funktion des Immunsystems.

ANZEIGE

Seltener Immundefekt: Activated Phosphoinositide 3-Kinase δ Syndrome (APDS)

Beim Activated Phosphoinositide 3-Kinase Delta Syndrome (APDS) handelt es sich um einen seltenen, schweren progredienten Immundefekt mit äußerst heterogener Symptomatik. Eine frühzeitige Diagnosestellung und Therapie ist für das Überleben der Patienten von entscheidender Bedeutung. 

Bildnachweise
Arzt untersucht Teenager an den Lymphknoten/© South_agency | GettyImages (Symbolbild mit Fotomodellen), Pathomechanismus APDS/© Pharming, Teenagerin sitzt im Bett, während sie hustet/© Vladimir Vladimirov | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodell)