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06.07.2016 | Hepatitisviren | Originalien | Ausgabe 1/2017

Notfall +  Rettungsmedizin 1/2017

Niedrige Seroprävalenz von Hepatitis C bei Flüchtlingen in Deutschland im Jahr 2015

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 1/2017
Autoren:
Dr. A. Jablonka, P. Solbach, B. Ringe, B. T. Schleenvoigt, C. Dopfer, A. Hampel, R. E. Schmidt, G. M. N. Behrens
Wichtige Hinweise
A. Jablonka und P. Solbach haben zu gleichen Teilen zum Manuskript beigetragen.

Zusammenfassung

Hintergrund

Über die Seroprävalenz von Hepatitis C bei Flüchtlingen, die im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen sind, gibt es bisher keine validen Informationen.

Ziel der Arbeit

Dokumentation der Seroprävalenz von Anti-HCV bei Flüchtlingen und Asylbewerbern in Norddeutschland im Jahr 2015.

Material und Methoden

Im August 2015 wurden im Rahmen einer medizinischen Erstversorgung bei 236 Flüchtlingen zwischen 3 und 74 Jahren HCV-Antikörper bestimmt.

Ergebnisse

76,7 % der Flüchtlinge waren männlich, das mittlere Alter lag bei 28,7 ± 11,8 Jahren. 10,0 % waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Bei nur einem männlichen Flüchtling (1/236; 0,42 %) war die Testung auf Anti-HCV reaktiv.

Schlussfolgerungen

Die Analyse der Migrantenseren zeigt insgesamt eine niedrige Prävalenz der Hepatitis-C-Virusinfektion bei Flüchtlingen und Asylbewerbern. Die Prävalenz bei Migranten unterscheidet sich nicht von der Prävalenz in der deutschen Normalbevölkerung. Ein systematisches Screening aller Asylbewerber auf Hepatitis C scheint somit nicht gerechtfertigt. Bekannte Risikofaktoren und klinische Manifestationen sollten aber, genauso wie in der deutschen Allgemeinbevölkerung, zu einer Testung führen.

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