Tumormikromilieu des hepatozellulären Karzinoms – Schlüssel zur Therapiestratifizierung von Lebertumoren
- 11.11.2025
- Hepatozelluläres Karzinom
- Leitthema
- Verfasst von
- Alexandra Emilia Schlaak
- Robert Thimme
- Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Bertram Bengsch
- Erschienen in
- Die Onkologie
Zusammenfassung
Hintergrund
Trotz deutlicher Fortschritte der Therapie des fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinoms (HCC) durch Immuncheckpointinhibitor(ICI)-Kombinationstherapien bleiben die objektiven Ansprechraten limitiert, und verlässliche prädiktive Marker für das Therapieansprechen fehlen.
Ziel der Arbeit
Ziel war die Zusammenfassung des Stellenwerts von ICI beim HCC, Darstellung von deren mechanistischen Grundlagen und Übersicht über aktuelle Entwicklungen zur immunbasierten Diagnostik, basierend auf der Immuntypisierung des Tumormikromilieus (TME).
Methoden
Übersichtsarbeit mit Zusammenstellung aktueller Phase-III-Studienergebnisse und aktueller translationaler, räumlich-immunologischer Forschungsarbeiten.
Ergebnisse
ICI-Kombinationstherapien mit Blockade des PD-1/PD-L1 (programmed cell death-1/programmed death-ligand-1)-Signalwegs zusammen mit CTLA-4 (cytotoxic T-lymphocyte-associated protein 4)-Blockade oder VEGF (vascular endothelial growth factor)-Inhibition verbessern beim HCC das Gesamtüberleben gegenüber Tyrosin-Kinase-Inhibitoren (TKI). Die unterschiedlichen ICI-Therapieregime führen zu einer vermehrten Aktivierung der T‑Zell-Antwort, hierbei nutzen PD-(L)1- und CTLA-4-Blockade unterschiedliche Mechanismen. Ein besseres Ansprechen ist assoziiert mit Patient*innen mit hoher CD8-T-Zell-Infiltration; im Gegensatz hierzu sind PD-L1, Tumormutationslast (TMB) und Mikrosatelliteninstabilität (MSI) beim HCC nur eingeschränkt prädiktiv. Eine neue TME-Immuntypeneinteilung („immune-enriched“, „compartmentalised“, „immune-depleted“) korreliert mit dem Überleben unter Immuntherapie und lässt sich näherungsweise über die Quantifizierung von CD8-T-Zellen und deren Tumor-Stroma-Verteilung erfassen.
Schlussfolgerung
Eine immunologische Charakterisierung des TME beim HCC kann bei der Identifikation gut geeigneter Kandidaten für die Immuntherapie helfen. Eine vereinfachte Immunklassifikation des HCC ist – basierend auf einer routinetauglichen CD8-Immunhistochemiefärbung – möglich. Sie kann somit wichtige Informationen für eine personalisierte Therapiestrategie beim HCC, auch in frühen Erkrankungsstadien, beisteuern.
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- Titel
- Tumormikromilieu des hepatozellulären Karzinoms – Schlüssel zur Therapiestratifizierung von Lebertumoren
- Verfasst von
-
Alexandra Emilia Schlaak
Robert Thimme
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Bertram Bengsch
- Publikationsdatum
- 11.11.2025
- Verlag
- Springer Medizin
- Schlagwörter
-
Hepatozelluläres Karzinom
Hepatozelluläres Karzinom
Checkpoint-Inhibitoren
Checkpoint-Inhibitoren
Tyrosinkinaseinhibitoren
Tyrosinkinaseinhibitoren
Onkologie - Erschienen in
-
Die Onkologie
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00761-025-01854-6
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