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Die Onkologie

Tumormikromilieu des hepatozellulären Karzinoms – Schlüssel zur Therapiestratifizierung von Lebertumoren

Zusammenfassung

Hintergrund

Trotz deutlicher Fortschritte der Therapie des fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinoms (HCC) durch Immuncheckpointinhibitor(ICI)-Kombinationstherapien bleiben die objektiven Ansprechraten limitiert, und verlässliche prädiktive Marker für das Therapieansprechen fehlen.

Ziel der Arbeit

Ziel war die Zusammenfassung des Stellenwerts von ICI beim HCC, Darstellung von deren mechanistischen Grundlagen und Übersicht über aktuelle Entwicklungen zur immunbasierten Diagnostik, basierend auf der Immuntypisierung des Tumormikromilieus (TME).

Methoden

Übersichtsarbeit mit Zusammenstellung aktueller Phase-III-Studienergebnisse und aktueller translationaler, räumlich-immunologischer Forschungsarbeiten.

Ergebnisse

ICI-Kombinationstherapien mit Blockade des PD-1/PD-L1 (programmed cell death-1/programmed death-ligand-1)-Signalwegs zusammen mit CTLA-4 (cytotoxic T-lymphocyte-associated protein 4)-Blockade oder VEGF (vascular endothelial growth factor)-Inhibition verbessern beim HCC das Gesamtüberleben gegenüber Tyrosin-Kinase-Inhibitoren (TKI). Die unterschiedlichen ICI-Therapieregime führen zu einer vermehrten Aktivierung der T‑Zell-Antwort, hierbei nutzen PD-(L)1- und CTLA-4-Blockade unterschiedliche Mechanismen. Ein besseres Ansprechen ist assoziiert mit Patient*innen mit hoher CD8-T-Zell-Infiltration; im Gegensatz hierzu sind PD-L1, Tumormutationslast (TMB) und Mikrosatelliteninstabilität (MSI) beim HCC nur eingeschränkt prädiktiv. Eine neue TME-Immuntypeneinteilung („immune-enriched“, „compartmentalised“, „immune-depleted“) korreliert mit dem Überleben unter Immuntherapie und lässt sich näherungsweise über die Quantifizierung von CD8-T-Zellen und deren Tumor-Stroma-Verteilung erfassen.

Schlussfolgerung

Eine immunologische Charakterisierung des TME beim HCC kann bei der Identifikation gut geeigneter Kandidaten für die Immuntherapie helfen. Eine vereinfachte Immunklassifikation des HCC ist – basierend auf einer routinetauglichen CD8-Immunhistochemiefärbung – möglich. Sie kann somit wichtige Informationen für eine personalisierte Therapiestrategie beim HCC, auch in frühen Erkrankungsstadien, beisteuern.
Titel
Tumormikromilieu des hepatozellulären Karzinoms – Schlüssel zur Therapiestratifizierung von Lebertumoren
Verfasst von
Alexandra Emilia Schlaak
Robert Thimme
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Bertram Bengsch
Publikationsdatum
11.11.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Onkologie
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-025-01854-6
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Bildnachweise
Gebärmutter/© MSD Sharp & Dohme GmbH