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01.09.2016 | Originalien | Ausgabe 10/2016

Der Anaesthesist 10/2016

Hereditärer heterozygoter Faktor VII-Mangel beim chirurgischen Patienten

Klinische Relevanz

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 10/2016
Autoren:
Dr. med. D. Woehrle, Dr. med. M. Martinez, PD Dr. med. D. Bolliger

Zusammenfassung

Hintergrund

Ein hereditärer Mangel des Gerinnungsfaktors VII (FVII) kann zu einer Veränderung des INR-Werts führen, ist aber selten mit einer spontanen Blutungsneigung assoziiert. Unsere Hypothese war, dass eine perioperative Substitution mit Gerinnungsfaktorkonzentraten meistens nicht notwendig ist.

Methode

In dieser retrospektiven Analyse haben wir Patienten mit einem hereditären heterozygoten FVII-Mangel erfasst, die zwischen 12/2010 und 11/2015 am Universitätsspital Basel operiert wurden. Außerdem haben wir mittels einer Literatursuche Publikationen identifiziert, die chirurgische Patienten mit einem FVII-Mangel, aber ohne perioperative Substitutionstherapie beschrieben.

Ergebnisse

Wir haben 22 Patienten identifiziert, die sich 46 Eingriffen unterziehen mussten. Damit ergab sich eine Prävalenz von 1:1500–2000. Bei 15 Eingriffen (33 %) wurden perioperativ Gerinnungsfaktorenkonzentrate verabreicht, bei 31 Eingriffen (66 %) wurde keine Substitution durchgeführt. Es wurde keine relevante Nachblutung oder thromboembolische Komplikation berichtet. Wir fanden keine Unterschiede in den prä- und postoperativen Hämoglobin- und Gerinnungswerten, mit Ausnahme eines verbesserten postoperativen INR-Wertes in der substituierten Gruppe.
In der Literatursuche identifizierten wir fünf Publikationen, die 125 Patienten mit FVII-Mangel eingeschlossen haben, die sich 213 Eingriffen ohne perioperative Substitution unterzogen haben.

Schlussfolgerungen

Eine präoperative Substitution mit Gerinnungsfaktorkonzentraten scheint bei Patienten mit einer FVII-Aktivität von ≥15 % nicht zwingend zu sein. Für den Entscheid einer prophylaktischen FVII-Gabe scheint die Patientenanamnese einer erhöhten Blutungsneigung wichtiger zu sein als ein erhöhter INR-Wert oder die plasmatische FVII-Aktivität.

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