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14.01.2022 | Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Hausarztpraxis | Nachrichten

Sorge wohl unbegründet

Tod beim Sex auch bei Herzpatienten extrem selten!

Autor:
Dr. Elke Oberhofer

Dass mitten im Liebesspiel oder kurz danach plötzlich die Pumpe stillstehen könnte, ist eine Sorge, die vor allem männliche Herzpatienten umtreibt. Ob sie berechtigt ist, haben Kardiologen aus London untersucht.

Die Angst, man könnte einen plötzlichen Herztod erleiden, während man mit der Partnerin (oder dem Partner) im Bett ist, spukt in den Köpfen vieler Männer herum, umso mehr, wenn sie an einem Herzproblem wie einer Kardiomyopathie oder einem Mitralklappenprolaps leiden. Zumindest bei unter 50-Jährigen ist dieses Szenario jedoch sehr unwahrscheinlich, beruhigt ein Forscherteam aus London in einem Research Letter für die Zeitschrift JAMA Cardiology.

Dr. Gherardo Finocchiaro, Kardiologe an der Londoner St. George’s University, hat mit Kollegen die Autopsieberichte von 6847 am plötzlichen Herztod verstorbenen Männern und Frauen durchgesehen. Nur in 17 Fällen war der Tod in zeitlichem Zusammenhang mit dem Sex, d. h. innerhalb von einer Stunde nach dem Liebesspiel eingetreten, das entspricht einem Anteil von 0,2%. In elf dieser Fälle handelte es sich um Männer, das Durchschnittsalter lag bei 38 Jahren.

Wie Finocchiaro und sein Team ausführen, war der Herzstillstand nach Sex am häufigsten durch einen Fehler in der primären Elektrik des Herzens verursacht. So war in neun Fällen als Todesursache ein Arrhythmiesyndrom bei strukturell unauffälligem Organ angegeben. Jeweils zwei Fälle gingen auf das Konto einer Aortendissektion bzw. einer Kardiomyopathie. Weitere Herzerkrankungen wie KHK, linksventrikuläre Hypertrophie, idiopathische Fibrose bzw. ein Mitralklappenprolaps waren in jeweils einem Fall vermutlich todesursächlich.

Für die Londoner Kardiologen sind diese sehr geringen Anteile an den Gesamttodesfällen Grund genug für eine vorsichtige Entwarnung: „Auf der Basis unserer Befunde glauben wir sagen zu können, dass sexuelle Aktivität bei Herzpatienten, vor allem solchen in jüngerem Alter (< 50 Jahre), vergleichsweise sicher ist.“

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