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Ein exemplarischer Tätigkeitsrahmen für Physician Assistants in Kliniken für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Executive Summary

  • Open Access
  • 28.08.2025
  • Herzchirurgie
  • Aus der Praxis für die Praxis
Erschienen in:

Zusammenfassung

Mit diesem Beitrag wird erstmals auf Grundlage des neuen Positionspapieres der Bundesärztekammer Physician Assistance – ein etabliertes Berufsbild in Deutschland aus dem Jahr 2025 [1] und dem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Thorax‑, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) [2] ein exemplarischer fachspezifischer Tätigkeitsrahmen für Physician Assistants (PAs) veröffentlicht. In Form eines Executive Summary werden die Tätigkeitsrahmen der Normalpflegestation und des OP-Bereiches für den Fachbereich Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie, welche Grundkompetenzen, erweiterte Kompetenzen sowie spezielle Kompetenzen von PAs differenzieren, dargestellt. Der Tätigkeitsrahmen kann modellhaft auf andere Fachbereiche übertragen werden.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Physician Assistants (PAs) übernehmen ärztlich delegierbare Aufgaben und sind insbesondere für praxisnahe, patientenbezogene Tätigkeiten umfassend qualifiziert und ausgebildet [3]. Im Oktober 2024 verzeichnete Deutschland insgesamt 2454 PA-Absolvent:innen und 5081 PA-Studierende [4]. Die zunehmende Relevanz wurde im Mai 2025 durch die Veröffentlichung eines aktualisierten Positionspapieres Physician Assistance – ein etabliertes Berufsbild in Deutschland der Bundesärztekammer unterstrichen [1].

Hintergrund

Die Entwicklung eines strukturierten Tätigkeitsrahmens für PAs in der Klinik für Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) erfolgte vor dem Hintergrund einer bislang fehlenden berufsrechtlichen Regulierung sowie eines bundesweit noch nicht verpflichtend einheitlichen Curriculums für diese Berufsgruppe. Der hier erstmals fachspezifisch ausgearbeitete Tätigkeitsrahmen basiert auf dem aktuellen Positionspapier der Bundesärztekammer Physician Assistance – ein etabliertes Berufsbild in Deutschland [1], welches unter Mitwirkung der Deutschen Gesellschaft für Physician Assistants e. V. (DGPA) novelliert wurde, sowie dem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Thorax‑, Herz- und Gefäßchirurgie Physician Assistants – Eine effektive und sinnvolle Erweiterung des herzchirurgischen Behandlungsteams [2]. Er stellt eine Pionierarbeit dar, da bislang kein anderer Tätigkeitsrahmen auf Grundlage dieser Dokumente in vergleichbarer Weise fachspezifisch publiziert wurde. Der Tätigkeitsrahmen kommt gleichzeitig der Aufforderung der Bundesärztekammer im oben genannten Positionspapier nach, Tätigkeitsprofile aus der praktischen Anwendung, die als Orientierung und Impulsgeber für die Weiterentwicklung des Berufsbildes Physician Assistance dienen sollen, bereitzustellen [1].
In einem weiteren Dokument Konzeptionelle Implementierung von Physician Assistants, welches ebenfalls am DHZC konzeptioniert wurde, werden übergeordnete Inhalte wie die ausführliche Darstellung der Entwicklung des Berufsbildes, aber auch die Vorlage eines konzeptionellen Implementierungskonzeptes aufgeführt. Dies wurde bereits im Fachbuch Physician Assistants in Deutschland – Rahmenbedingungen, Studium, Implementierung Ende März 2025 partiell veröffentlicht [5]. In der Klinik für Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie des DHZC sind aktuell 10 PAs und eine PA-Studierende in den verschiedenen Bereichen tätig (Stand Mai 2025).

Rechtliche Aspekte

Die Tätigkeit von PAs erfolgt auf Grundlage des Delegationsprinzips gemäß § 28 Abs. 1 Satz 2 SGB V. Ärztinnen und Ärzten obliegt hierbei die Pflicht zur Auswahl geeigneter Aufgaben, zur fachgerechten Anleitung sowie zur fortlaufenden Überwachung der delegierten Tätigkeiten (Auswahl‑, Anleitungs- und Überwachungspflicht). PAs übernehmen im Rahmen der Delegation die Durchführungsverantwortung für die übertragenen Aufgaben, woraus sich eine Remonstrationspflicht bei erkennbaren Bedenken hinsichtlich der Durchführbarkeit aufseiten der PAs ergibt [6]. Weiter gilt, dass PAs Tätigkeiten der persönlichen ärztlichen Leistungserbringung nicht eigenverantwortlich durchführen und keine ärztlichen Tätigkeiten, die nach gesetzlichen Vorgaben einem ärztlichen Vorbehalt entsprechen, übernehmen. PAs besitzen gleichwohl durch ihre akademische Ausbildung und ihre umfassende medizinische Expertise die Fähigkeit, als Teil des ärztlichen Teams delegationsfähige ärztliche Aufgaben zu übernehmen [1].

Aufbau und Struktur des Tätigkeitsrahmens

Der hier dargestellte Tätigkeitsrahmen differenziert zwischen einem arbeitsbereichsunspezifischen Tätigkeitsrahmen (nur Grundkompetenzen) und 3 arbeitsbereichsspezifischen Tätigkeitsrahmen für die Ambulanz, die Normalpflegestationen und den OP-Bereich, welche Grund-, erweiterte und spezielle Kompetenzen umfassen.
PAs beginnen ihre Einarbeitung mit den arbeitsbereichsunspezifischen Tätigkeitsrahmen und erweitern ihre Tätigkeit entsprechend den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Bereiches auf Basis von zusätzlichen Fortbildungen, aber auch auf Grundlage ihrer individuellen Eignung. Verbunden mit dem arbeitsbereichsspezifischen Tätigkeitsrahmen wird ein persönliches Logbuch für PAs geführt, sodass nach qualitativer und quantitativer Prüfung die Delegation unter Supervision erfolgt. In Tab. 1 werden die verschiedenen Kompetenzen (Grundkompetenzen, erweiterte Kompetenzen und spezielle Kompetenzen), basierend auf dem neuen Positionspapier der Bundesärztekammer, zum Berufsbild Physician Assistance differenziert.
Tab. 1
Entwicklungsstufen und Kompetenzen von PAs. (Eigene Darstellung, basierend auf Bundesärztekammer [1, S. 14])
Entwicklungsstufe 1:
Grundkompetenzen
Entwicklungsstufe 2:
Erweiterte Kompetenzen
Entwicklungsstufe 3:
Spezielle Kompetenzen
Nach ihrem Bachelor-Abschluss und dem Bestehen des entsprechenden Moduls beherrschen PAs die Grundkompetenzen für ihre Berufsausübung. Die Hochschulen vermitteln diese Grundkompetenzen sowohl theoretisch als auch praktisch.
Jene Grundkompetenzen werden in der initialen Einarbeitungsphase sowohl auf Basis des arbeitsbereichsunspezifischen, aber auch weiterführend auf Grundlage des arbeitsbereichsspezifischen Tätigkeitsrahmens in der Klinik für Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie des DHZC überprüft und final als delegierte Tätigkeit von der verantwortlichen ärztlichen Person signiert und freigegeben.
Erweiterte Kompetenzen überschreiten die Grundkompetenzen. Die Hochschulen vermitteln diese ebenfalls sowohl praktisch als auch theoretisch; mit dem Bachelor-Abschluss sind die PAs in Besitz dieser Kenntnisse. Mit diesen erweiterten Kompetenzen sind PAs in der Lage, herausforderndere Aufgaben oder Verantwortungen im Bereich der Patient:innenversorgung zu übernehmen. Sie werden am DHZC im Rahmen der stetigen Weiterentwicklung schrittweise und bei individueller Eignung erlernt, durch die verantwortliche ärztliche Person überprüft, signiert und freigegeben sowie durch eine ärztliche Fortbildungsmöglichkeiten unterstützt.
Spezielle Kompetenzen zeigen sich in den jeweiligen Bereichen durch Tätigkeiten, die PAs eine besondere Qualifikation verleihen. Diese werden nach Beendigung des Bachelor-Studiums erworben. Am DHZC sind neben der besonders zu nennenden formalen Extraqualifikation beispielsweise durch zusätzliche Fortbildungskurse vor allen Dingen die individuelle Eignung der/des jeweiligen PAs entscheidend.
Insbesondere zu den erweiterten und speziellen Kompetenzen wird ein persönliches Logbuch der/des PAs geführt, sodass nach qualitativer und quantitativer Prüfung die Delegation unter Supervision erfolgt.
Im folgenden Abschnitt werden in diesem Beitrag exemplarisch ausschließlich die arbeitsbereichsspezifischen Tätigkeitsrahmen der Normalpflegestation (Tab. 2 und 3) und des OP-Bereiches (Tab. 4 und 5) abgebildet. Es wird auf die Darstellung des hausinternen Logbuchs für PAs in dieser Veröffentlichung verzichtet, sodass die Angaben zu Personalien und Qualifikationen der PAs, aber auch die zusätzliche Tabellenspalte der jeweiligen Signierung der verantwortlichen fachärztlichen Person durch das persönliche Handzeichen entfallen. Die Grundkompetenzen werden nach Empfehlungen der Bundesärztekammer [1] mit Abschluss des jeweiligen Moduls von der Hochschule sowohl theoretisch als auch praktisch vermittelt, sodass die quantitativen Angaben zu Gesehen (G), Angeleitet (A), Selbstständig (S) ausschließlich für die erweiterten und speziellen Kompetenzen aufgeführt werden. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass es sich bei dem vorliegenden Tätigkeitsrahmen um ein „Living Document“ handelt, welches kontinuierlich überarbeitet und weiterentwickelt wird, sodass hier nachfolgend die minimaldelegierbaren Tätigkeiten abgebildet werden.
Die vollständige Auflistung des gesamten Tätigkeitsrahmens, inklusive des arbeitsbereichsunspezifischen Tätigkeitsrahmens, lässt sich auf der Website des DHZC abrufen. Der digital abzurufende Tätigkeitsrahmen des Ambulanzbereiches, welcher in diesem Beitrag aus Kapazitätsgründen nicht abgebildet wird, beinhaltet konzeptionelle Anteile des Versorgungskonzeptes „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell“, kurz „HÄPPI-Konzeptes“ des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Baden-Württemberg wie beispielsweise die Wirkungsfelder und die interprofessionelle Tätigkeitsaufteilung [7].

Tätigkeitsrahmen der Normalpflegestation

(Tab. 2 und 3)
Tab. 2
Exemplarische Grundkompetenzen von PAs im Bereich der Normalpflegestation in der Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie. (Eigene Darstellung, basierend auf Bundesärztekammer [1, S. 15 ff.])
Oberbegriff
Grundkompetenzen
Arbeitsbereichsspezifisch
Normalpflegestation
Tätigkeiten im Rahmen der Diagnostik
Interpretation von erweiterten Laborwerten
Ärztliche Briefschreibung in Rücksprache mit ärztlicher Person
Durchführung der ärztlichen Visite in Rücksprache mit ärztlicher Person
Patient:innenübernahme von den Intensivstationen bzw. aus dem Aufwachraum
EKG-Befundung
Herzfrequenz (Bradykardie, Tachykardie)
Herzrhythmus
Lagetyp
AV-Blockierungen, Schenkelblockbilder, faszikuläre Blockierungen
ST-Strecken-Veränderungen, QT-Zeit-Veränderungen, T‑Wellen-Abnormitäten
etc. und die entsprechende Ableitung eines Therapievorschlages an die verantwortliche ärztliche Person
Vorbereitende Befundung von bildgebenden radiologischen Verfahren wie die Befundung von Thoraxröntgenuntersuchungen über
Pneumothorax
Stauungszeichen
Pleuraerguss
Verbreiterte Herzsilhouette
Infiltratbeurteilung
etc. und die entsprechende Ableitung eines Therapievorschlages an die ärztliche Person
Umgang mit epikardialen externen Schrittmachern wie
Funktionsprüfung
Entfernen/Ziehen
Umgang mit Komplikationen nach Pacemaker(PM)-Entfernung wie Tamponadenzeichen
Umgang mit transfemoralen/transjugulären externen Schrittmachern wie
Funktionsprüfung
Entfernen/Ziehen
Umgang mit Komplikationen nach PM-Entfernung wie Rhythmusevaluation
Drainagen-Management
Umgang mit/Beurteilung von Pleuradrainage
Umgang mit/Beurteilung von Mediadrainage
Nachsetzen von U‑Naht
Umgang mit VAC-Systemen (Standard-VAC und Prevena-VAC)
Station für Patient:innen mit einem mechanischen Kreislaufunterstützungssystem (MKU):
Erkennen und Management von VAD-spezifischen Problemen/Erkrankungen wie z. B. Pumpenthrombosen und Out-flow-Graft-Stenosen
Sterile Verbandswechsel der VAD-Kabelaustrittsstelle
Tätigkeiten im Rahmen von Patient:innenaufnahmen/-verlegungen
Patient:innenaufnahmen und -verlegungen
Standardisierte Anamnese, körperlicher Untersuchung/Statuserhebung, Dokumentation
Beurteilung des aktuellen Zustands von präoperativen Patient:innen und Ersteinschätzung der Interventions- oder Operationsfähigkeit, möglicher Infektfokus und Rücksprache mit ärztlicher Person
Diagnostik (auf Vollständigkeit sichten, vorbereitend auswerten), Planung mit OP-Koordination, präoperative Therapie nach RS mit ärztlichen Kolleg:innen:
Prä- und postoperative Normalpflegestationen: Labor, EKG, Rö, TTE, ggf. CT oder HK, ggf. FKDS, Kardio-MRT etc.
Prä- und postoperative Normalpflegestation – SHIP Unit: Labor, EKG, TTE, HK, CT
Prä- und postoperative Normalpflegestation für Patient:innen mit einem mechanischen Kreislauf-Unterstützungssystem (MKU): Labor, inklusive BGA und mikrobiologischer Befunde, EKG, Bodyplethysmographie, Rö, CT (Interventionen), HK, endoskopische Eingriffe, Konsile verschiedener Fachabteilungen
Perioperatives Medikationsmanagement überprüfen und Rücksprache mit der verantwortlichen ärztlichen Person über beispielsweise Antikoagulation, Herzinsuffizienzmedikation, orale Antidiabetika etc. halten, sodass PAs vorbereitend an der Erstellung des Therapieplans mitwirken. Das bedeutet, dass Medikamente, die von der/dem PA vorbereitend empfohlen werden, allerdings bis zur finalen Freigabe durch die verantwortliche ärztliche Person von der Pflegefachperson an den/die Patient:in nicht auszugeben sind
Überprüfung, ob die Aufklärungen (chirurgisch/interventionell) erfolgt sind
Tätigkeiten im Rahmen von administrativen Tätigkeiten
Ausfüllen von Formularen, Anträgen und Bescheinigungen für den Sozialdienst
Anmeldung & Management von Konsilen – Anfordern und Auswerten
Anmeldung von Diagnostiken wie beispielsweise TTE, LZ-EKG, SM-Auslesung (radiologische Verfahren ausgenommen)
Anmelden von physiotherapeutischen, ergotherapeutischen, logopädischen und ähnlichen Maßnahmen
Übertragung der CT-/ECHO-/mikrobiologischen Befunde ins EDV-System (m.life)
Dokumentation von Untersuchungen und Befunden sowie Vorstellung der Patient:in, Befunde und Krankheitsverläufe an die behandelnde ärztliche Person
Dokumentation von Anamnese-QS-Bogen, Aufnahme- und Entlassungsdiagnosen (DRG-Arbeitsplatz)
DRG-Kodierung von Diagnosen und Prozeduren im Krankenhausinformationssystem
Prozessmanagement und Teamkoordination
Durchführung einer multiprofessionellen Visite nach Magnet-Konzept
Patient:innenkompetenz
Durchführung von Verlegungs- und Entlassungsgesprächen
Teamorientierung
Interdisziplinäre Zusammenarbeit zur fachgerechten Betreuung der Patient:innen, insbesondere im Entlassungsmanagement mit dem Sozialdienst, Pflege, Hausärzten, Case Management etc.
Tab. 3
Exemplarische erweiterte und spezielle Kompetenzen von PAs im Bereich der Normalpflegestationen in der Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie. (Eigene Darstellung, basierend auf Bundesärztekammer [1, S. 15 ff.])
Oberbegriff
Erweiterte Kompetenzen
Arbeitsbereichsspezifisch
Normalpflegestation
G
A
S
Spezielle Kompetenzen
Arbeitsbereichsspezifisch
Normalpflegestation
G
A
S
Schrittmacher-Management
Komplexeres externes Schrittmacher-Management wie die Auslesung und Reizschwellenbestimmung von transfemoralen/transjugulären passageren Einschwemm-Pacern*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Schrittmacher Auslesung*
100 (G)*
100 (A)*
100 (S)*
Transport
Interne Transporte von Patient:innen mit Monitorpflicht*
20 (G)*
20 (A)*
20 (S)*
Interne Transporte von Patient:innen mit Inotropikatherapie und Monitorpflicht*
20 (G)*
20 (A)*
20 (S)*
Sonographie
Orientierende Pleurasonographie und Volumensonographie*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Orientierende Gefäß-Dopplersonographien/FKDS – Bilddatenerhebung und Vorbefundung – Supervision und Befundfreigabe durch die ärztliche Person*
100 (G)*
100 (A)*
100 (S)*
FAST und eFAST Sonographie – Bilddatenerhebung und Vorbefundung – Supervision und Befundfreigabe durch die ärztliche Person*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Abdomensonographie – Bilddatenerhebung und Vorbefundung – Supervision und Befundfreigabe durch die ärztliche Person*
200 (G)*
200 (A)*
200 (S)*
Echokardiographie
Echokardiographischer Ausschluss Perikarderguss (Echokardiographie Grundkurs) – Bilddatenerhebung und Vorbefundung – Supervision und Befundfreigabe durch die ärztliche Person*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Echokardiographie (Aufbaukurs) – Bilddatenerhebung und Vorbefundung – Supervision und Befundfreigabe durch die ärztliche Person*
500 (G)*
500 (A)*
500 (S)*
Invasive Tätigkeiten
Assistenz bei einer arteriellen Punktion
25 (G)*
25 (A)*
25 (S)*
Arterielle Punktion bzw. Gefäßzugang unter Reanimation – allgemein zur Beurteilung des Gasaustausches*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Assistenz bei einer Pleurapunktion
25 (G)*
25 (A)*
25 (S)*
Pleurapunktion (ohne Assoziation mit einem erhöhten Komplikationsrisiko)*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Assistenz bei der Anlage eines zentralen Venenkatheters/Shaldon-Katheters
25 (G)*
25 (A)*
25 (S)*
Anlage eines zentralen Venenkatheters/Shaldon-Katheters (ohne Assoziation mit einem erhöhten Komplikationsrisiko)*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Weitere Tätigkeiten
Je nach individueller Erfahrung und Eignung der/des PAs ist die weitere Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten möglich*
G gesehen, A angeleitet, S selbstständig
*Jene Tätigkeiten setzen die individuelle Eignung der/des jeweiligen PAs voraus, welche von der ärztlichen Person evaluiert und unter Supervision der ärztlichen Person durchgeführt wird. Zu den definierten Kompetenzen wird ein individuelles PA-Logbuch geführt, das eine verbindliche Mindestanzahl der gesehenen (G), angeleiteten (A) und selbstständig (S) unter Supervision durchgeführten Kompetenzen festlegt. Dabei erfolgt die Orientierung – entsprechend den Vorgaben des Positionspapiers der Bundesärztekammer – an den Logbuchangaben für Weiterbildungsassistent:innen der Ärztekammer Berlin. Die numerischen Vorgaben für gesehene (G) und angeleitete (A) Kompetenzen können durch ärztliches Ermessen sowohl nach unten als auch nach oben angepasst werden. Die Anzahl der selbstständig (S) durchgeführter Kompetenzen der/des PA kann hingegen nur nach ärztlicher Einschätzung der Ergebnisqualität der jeweiligen Kompetenz der/des PA ausschließlich nach oben korrigiert werden. Somit stellt die im Logbuch angegebene Zahl für (S) den verbindlichen Mindestumfang der unter Supervision selbstständig durchgeführten Kompetenz dar.

Tätigkeitsrahmen im OP

(Tab. 4 und 5)
Tab. 4
Exemplarische Grundkompetenzen von PAs im OP in der Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie. (Eigene Darstellung, basierend auf Bundesärztekammer [1, S. 15 ff.])
Oberbegriff
Grundkompetenzen
Arbeitsbereichsspezifisch
OP
Präoperative Tätigkeiten
Sterile Abdeckung des/der Patient:innen
Zuordnung zum OP-Team durch OP-Koordinator:in
Orientierung am OP-Plan zum individuellen OP-Verfahren
Aufrufen patient:innenbezogener Bildgebung (CT, HK, Röntgen, TTE)
Unterstützung der Begrüßung und Betreuung der/s Patient:in im OP vor der Operation aus chirurgischer Sicht
Fachgerechte Lagerung der/s Patient:in
Abrufen des Operateurs
Fachgerechte Desinfektion des Operationsfeldes
Anschluss der zur Operation benötigen Geräte (Hochfrequenzchirurgie, Cell-Saver, Flimmerkabel, interne Defis, Equipment für VAT)
Intraoperative Tätigkeiten
Kenntnisse über: Nahtmaterial und deren Verwendung, OP-Instrumentarium, OP-Techniken, operationsspezifisches Equipment
Fachgerechter Umgang hinsichtlich Strahlenschutz
2. Assistenz während der Operation
Postoperative Tätigkeiten
Anlage der Wundverbände
Anschluss der Drainagesysteme
Nachbereitung der Operation (Mithilfe beim Abbau der Operationsmaterialien und Vorbereitung des Patient:innentransportes auf die Intensivstation/in den Aufwachraum)
Umlagerung der Patient:innen
Begleitung des Patient:innentransportes sowie strukturierte Übergabe an das weiterbehandelnde Team auf der Intensivstation/Aufwachraum über den Verlauf der Operation
Mitwirkung bei der peri- und postoperativen Nachsorge bei gefäß-/endovaskulärchirurgischen Patient:innen mit postoperativer Visite im Aufwachraum oder auf Intensivstationen (Wundkontrolle, Drainagen-Management etc.)
Notfallversorgung im OP
Einleitung von Sofortmaßnahmen bei lebensbedrohlichen Zuständen
Basismaßnahmen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung
Notfallmäßige Patient:innenlagerung zur Operation und weitere Assistenz der Operation
Desinfektion
Steriles Abdecken des Patient:innen
Teamorientierung
PA als Bindeglied zwischen dem ärztlichen Dienst und allen im OP tätigen Berufsgruppen zur interdisziplinären Kommunikation
Tab. 5
Exemplarische erweiterte- und spezielle Kompetenzen von PAs im OP-Bereich in der Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie. (Eigene Darstellung, basierend auf Bundesärztekammer [1, S. 15 ff.])
Oberbegriff
Erweiterte Kompetenzen
Arbeitsbereichsspezifisch
OP
G
A
S
Spezielle Kompetenzen
Arbeitsbereichsspezifisch
OP
G
A
S
Intraoperative Tätigkeiten
1. Assistenz während der Operation
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Ein- und mehrschichtiger Wundverschluss
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Graft-Entnahme unter fachärztlicher Aufsicht*:
Qualifikation zur Durchführung der Entnahmetechnik nach Teilnahme an Lehrgängen
Graft-Entnahme unter fachärztlicher Aufsicht*:
Konventionelle Entnahme der V. saphena magna
10 (G)*
10 (A)*
10 (S)*
Endoskopische Entnahme der V. saphena magna
10 (G)*
10 (A)*
10 (S)*
Konventionelle Entnahme der A. radialis
10 (G)*
10 (A)*
10 (S)*
Endoskopische Entnahme der A. radialis
10 (G)*
10 (A)*
10 (S)*
Teilnahme am OP-Rufdienst*
10 (G)*
10 (A)*
10 (S)*
Spezifisch für die Gefäßchirurgie/endovaskuläre Chirurgie*
Spezifisch für die Gefäßchirurgie/Endovaskuläre Chirurgie*
Unterstützung in der Bedienung der Röntgenanlage während der Intervention nach Kenntniskurs Strahlenschutz für OP-Personal*
100 (G)*
100 (A)*
100 (S)*
Punktion und Vorlegen von Zugangsschleusen in den Femoralgefäßen*
20 (G)*
20 (A)*
20 (S)*
Bereitstellung der benötigten (Stent‑)Prothesen und Interventionsmateralien*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Punktion und Vorlegen von Schrittmacher transvenös*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Verwendung von Verschlusssystemen nach perkutanem Gefäßzugang*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Vorlegen von endovaskulären Nahtsystemen in den Femoralgefäßen*
20 (G)*
20 (A)*
20 (S)*
Codierung der Operation nach OPS-Code*
100 (G)*
100 (A)*
100 (S)*
Präparation des Leistenzuganges (Cut-Down)*
50 (G)*
50 (A)*
50 (S)*
Vorbereitende FKDS der Leiste mit Bilddatensicherung und Vorbefundung, finale Befunderstellung und -freigabe erfolgt durch eine ärztliche Person*
100 (G)*
100 (A)*
100 (S)*
Weitere Tätigkeiten
Bestellung von benötigten Stent-Prothesen sowie Koordinierung der Operationstermine mit den Firmen bei speziellen Eingriffen bei gefäß-/endovaskulärchirurgischen Eingriffen nach RS mit der/m Operateur:in*
Teilnahme am Kenntniskurs Strahlenschutz für OP-Personal*
Kurs zum Erwerb der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz in der Heilkunde für Personen, die ausschließlich einfache Röntgeneinrichtungen auf direkte Anweisung des unmittelbar anwesenden verantwortlichen Arztes bedienen*
Je nach individueller Erfahrung und Eignung der/des PA ist die weitere Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten möglich*
G gesehen, A angeleitet, S selbstständig
*Jene Tätigkeiten setzen die individuelle Eignung der/des jeweiligen PAs voraus, welche von der ärztlichen Person evaluiert und unter Supervision der ärztlichen Person durchgeführt wird. Zu den definierten Kompetenzen wird ein individuelles PA-Logbuch geführt, das eine verbindliche Mindestanzahl der gesehenen (G), angeleiteten (A) und selbstständig (S) unter Supervision durchgeführten Kompetenzen festlegt. Dabei erfolgt die Orientierung – entsprechend den Vorgaben des Positionspapiers der Bundesärztekammer – an den Logbuchangaben für Weiterbildungsassistent:innen der Ärztekammer Berlin. Die numerischen Vorgaben für gesehene (G) und angeleitete (A) Kompetenzen können durch ärztliches Ermessen sowohl nach unten als auch nach oben angepasst werden. Die Anzahl der selbstständig (S) durchgeführter Kompetenzen der/des PA kann hingegen nur nach ärztlicher Einschätzung der Ergebnisqualität der jeweiligen Kompetenz der/des PA ausschließlich nach oben korrigiert werden. Somit stellt die im Logbuch angegebene Zahl für (S) den verbindlichen Mindestumfang der unter Supervision selbstständig durchgeführten Kompetenz dar.

Fazit für die Praxis

  • Obwohl das Berufsbild Physician Assistance in Deutschland mittlerweile als etabliert gilt, bedarf es perspektivisch einer weiteren strukturellen und rechtlichen Konsolidierung. Hierzu zählen insbesondere die Schaffung einer berufsrechtlichen Grundlage, die Einführung eines verpflichtenden, bundeseinheitlichen Curriculums mit standardisierten Abschlussprüfungen sowie die Etablierung von verbindlichen Fortbildungsstrukturen und tarifrechtlichen Rahmenbedingungen.
  • Dieser Executive Summary stellt erstmals einen exemplarischen, fachspezifischen Tätigkeitsrahmen für PAs auf Basis des Positionspapiers der Bundesärztekammer (2025) und des DGTHG-Positionspapiers dar.
  • Der vorliegende Tätigkeitsrahmen ermöglicht die Übertragbarkeit auf weitere Fachdisziplinen und dient zugleich als Grundlage für die Entwicklung eigener standortspezifischer Implementierungsstrategien. Die Etablierung strukturierter Tätigkeitsprofile ist notwendig, um eine flächendeckende, systematische Integration von PA in die klinische Versorgung erfolgreich zu gestalten.
  • Der vollständige Tätigkeitsrahmen für PAs in den Bereichen Ambulanz, Normalpflegestation und OP der Klinik für Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie am DHZC ist in digitaler Form öffentlich zugänglich.
  • Um den Beitrag von PAs zu Versorgungsqualität und Prozessoptimierung im klinischen Alltag valide abbilden zu können, ist die Etablierung standardisierter Kennziffern notwendig.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

D. Hunfeld hat Honorare für Vorträge und Beraterinnentätigkeit von Medtronic und Evalag – Evaluationsagentur Baden-Württemberg Akkreditierung erhalten, die von den Unternehmen Medtronic und Evalag – Evaluationsagentur in direkter Auszahlung an die Deutsche Gesellschaft für Physician Assistants e. V. überführt wurden. C. Starck hat Honorare für Beratertätigkeiten oder Vorträge von Angiodynamics, Atricure, Biotronik, Cook Medical, Getinge, Medtronic und Philips erhalten. V. Falk verfolgt außerhalb der eingereichten Arbeit (institutionelle) finanzielle Aktivitäten mit den nachfolgenden kommerziellen Einrichtungen: Medtronic GmbH, Biotronik SE & Co., Abiomed GmbH, Abbott GmbH & Co. KG, Boston Scientific, Edwards Lifesciences, Berlin Heart, Novartis Pharma GmbH, JOTEC/CryoLife GmbH/Artivion, LivaNova in Bezug auf Bildungszuschüsse, Honorare für Vorträge und Reden, Honorare für professionelle Beratung, Forschungs- und Studiengelder. Hierbei gehen alle Gelder vollständig an die Institution, es werden keine persönlichen Gelder erhalten. L. Draheim, W. Janz, E. Jankwitz und C. Henkel geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Im Rahmen dieses Beitrags wurden keine personenbezogenen Daten erhoben, verarbeitet oder veröffentlicht. Die Bearbeitung erfolgte ausschließlich auf der Grundlage anonymisierter bzw. nichtpersonenbeziehbarer Informationen. Entsprechend war keine Zustimmung durch eine Ethikkommission erforderlich. Alle relevanten ethischen Richtlinien, insbesondere hinsichtlich des Datenschutzes und der wissenschaftlichen Integrität, wurden eingehalten.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Ein exemplarischer Tätigkeitsrahmen für Physician Assistants in Kliniken für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Executive Summary
Verfasst von
Daria Hunfeld, MBA
Lena Draheim
William Janz
Elisa Jankwitz
Christin Henkel
Christoph Starck
Volkmar Falk
Publikationsdatum
28.08.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie / Ausgabe 5/2025
Print ISSN: 0930-9225
Elektronische ISSN: 1435-1277
DOI
https://doi.org/10.1007/s00398-025-00725-x
1.
Zurück zum Zitat Bundesärztekammer (2025) Physician Assistance – ein etabliertes Berufsbild im deutschen Gesundheitswesen. S 1–21. https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Gesundheitsfachberufe/Physician_Assistance_Papier_.2025_.pdf. Zugegriffen: 7. Mai 2025
2.
Zurück zum Zitat Starck C, Beckmann A, Böning A, Gummert J, Lehmann S, Hoffmann M, Hüttl P, Markewitz A, Borger M, Falk V (2022) Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Thorax‑, Herz- und Gefäßchirurgie zum Einsatz von Physician Assistants in der Herzchirurgie: Physician Assistants – Eine effektive und sinnvolle Erweiterung des herzchirurgischen Behandlungsteams. Thorac Cardiovasc Surg 70:136–114. https://doi.org/10.1055/s-0041-1740534CrossRefPubMed
3.
Zurück zum Zitat Herrmann H (2022) Vom Personalmangel zu neuer Aufgabenverteilung: Die Rolle des Physician Assistant im deutschen Gesundheitswesen. In: Krauss S, Plugmann P (Hrsg) Innovationen in der Wirtschaft. Springer Gabler, Wiesbaden, S 269–280CrossRef
4.
Zurück zum Zitat Deutscher Hochschulverband Physician Assistant e. V. (2025) Grenzen des Wachstums der Studiengänge zum Physician Assistant? https://www.hochschulverband-pa.de/wp-content/uploads/2025/02/Datenerhebung-DHPA-2024-07.02.2025.pdf. Zugegriffen: 30. Apr. 2025
5.
Zurück zum Zitat Hunfeld D (2025) Konzeptionelle Implementierung von Physician Assistants – Beispiel Klinik für Herz‑, Thorax- und Gefäßchirurgie des DHZC. In: Herrmann H, Hunfeld D, Fleischmann T, Bialojan M (Hrsg) Physician Assistants in Deutschland: Rahmenbedingungen, Studium, Implementierung. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin, S 22–36CrossRef
6.
Zurück zum Zitat Hüttl P (2025) Physician Assistants – Juristische Rahmenbedingungen. In: Herrmann H, Hunfeld D, Fleischmann T, Bialojan M (Hrsg) Physician Assistants in Deutschland: Rahmenbedingungen, Studium, Implementierung. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin, S 52–58
7.
Zurück zum Zitat Hausärztinnen- und Hausärzteverband (2023) HÄPPI Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell ein Konzept des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes. https://www.haev.de/fileadmin/user_upload/News_Dateien/2023/2023_11_07_HAEPPI_Konzeptpapier_lang.pdf. Zugegriffen: 27. Apr. 2025

Neu im Fachgebiet Chirurgie

Langzeitdaten zur unkomplizierten Appendizitis: OP oder Antibiotikum?

Antibiotisch behandeln oder operieren? Bei unkomplizierter Appendizitis im Erwachsenenalter sind nach neuen Daten aus der APPAC-Studie beide Optionen auch langfristig effektiv und sicher.

Ablation ähnlich gut wie Neurektomie

Eine Radiofrequenzablation nasaler Nerven wirkt gegen allergische Rhinitis ähnlich gut wie eine endoskopische Neurektomie. Nach drei bis sechs Monaten sind mit beiden Verfahren die Beschwerden größtenteils verschwunden.

PCI bei Koronarverschlüssen reduziert Angina pectoris

Ist eine kathetergestützte Wiedereröffnung chronisch verschlossener Koronararterien von symptomatischem Nutzen? Das ist jetzt erstmals in einer placebokontrollierten Studie untersucht worden – mit klarer Antwort. 

Kein Vorteil für Zytoreduktion bei Multiorgan-mCRC

Auf ein Tumordebulking zusätzlich zur Chemotherapie können Behandelnde bei Kolorektalkarzinomen und Befall multipler Organe verzichten. In einer Phase-3-Studie verlängerte die Zytoreduktion das Leben nicht signifikant, dafür traten häufiger ernste Nebenwirkungen auf.

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Bildnachweise
Infusionstropf im Krankenhaus /© Amornrat Phuchom / Getty Images / iStock, Kardiologen beim Kathetereingriff /© BVMed.de, Team operiert/© HealthyShot / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)