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Herztransplantation im Kindesalter

Zusammenfassung

Trotz großer Fortschritte in der Behandlung kinderkardiologischer Patienten bleibt die Herztransplantation (HTx) die einzige therapeutische Option für Kinder mit terminaler Herzinsuffizienz. Häufigste Indikationen sind Kardiomyopathien und komplexe Herzfehler. Neben einer therapierefraktären Herzinsuffizienz können auch maligne Arrhythmien oder eine sich entwickelnde pulmonale Hypertonie eine Indikation zur Herztransplantation darstellen. Vor der Listung erfolgt die umfassende Evaluation. Eine besondere Herausforderung stellt die Sensibilisierung mit HLA-Antikörpern dar. Im Säuglingsalter ist eine AB0-inkompatible Transplantation möglich und mittlerweile klinische Routine.
Kinder auf der HTx-Warteliste haben, verglichen mit anderen pädiatrischen Organtransplantationen, die höchste Mortalität. Die mechanische Kreislaufunterstützung, insbesondere ventrikuläre Unterstützungssysteme, hat die Überlebensraten deutlich verbessert. Zu den frühen Komplikationen zählen das primäre Graft-Versagen, Blutungen und das Rechtsherzversagen. Nach der Transplantation steht die individualisierte Immunsuppression im Vordergrund, um Abstoßungen und Langzeitkomplikationen zu verhindern. Eine engmaschige Abstoßungsüberwachung ist insbesondere im ersten Jahr essenziell.
Langfristig ist die Transplantatsvaskulopathie (TVP) die führende limitierende Komplikation im Bezug auf das Transplantatüberleben. Internationale Registerdaten zeigen das beste Langzeitüberleben (Median 22,3 Jahre) bei Kindern, die zum Transplantationszeitpunkt < 1 Jahr sind, während Jugendliche die ungünstigste Prognose aufweisen. Die Therapieadhärenz, insbesondere in der Adoleszenz, ist für das Outcome entscheidend. Trotz abnehmendem Ära-Effekt haben Fortschritte in Diagnostik, perioperativem Management und Immuntherapie die Prognose pädiatrischer HTx-Patienten deutlich verbessert.
Titel
Herztransplantation im Kindesalter
Verfasst von
Dr. Lisa-Maria Rosenthal
Dr. Annemarie Krauß
Dr. Friederike Danne
Publikationsdatum
28.11.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Monatsschrift Kinderheilkunde
Print ISSN: 0026-9298
Elektronische ISSN: 1433-0474
DOI
https://doi.org/10.1007/s00112-025-02308-4
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