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01.09.2009 | Einführung zum Thema | Ausgabe 9/2009

Der Ophthalmologe 9/2009

Homemonitoring in der Augenheilkunde

Ophthalmologische Versorgungsforschung als Voraussetzung einer „Individualisierten Medizin“

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 9/2009
Autor:
Prof. Dr. F. Tost
Der Erhalt von Gesundheit und damit auch des Sehvermögens als wesentliche Grundlage für Kommunikation und Lebensqualität gilt im Zeitalter der Information als zunehmend wachsendes Bedürfnis von Individuum und Gesellschaft. Gleichzeitig sehen komplexe gesundheitsökonomische Analysen eine zunehmend kritische Kostenentwicklung im Gesundheitssystem. Dieses Argument wird häufig bemüht, wenn innovative Versorgungsformen wie Homemonitoringsysteme breitere Anwendung finden sollen. In Wirklichkeit hebt die makroökonomische Ursachenbewertung der Kostensteigerungen im Gesundheitssystem jedoch nicht die unmittelbaren Folgen des medizinisch-technischen Fortschritts als entscheidenden Faktor hervor. Vielmehr bewertet sie zu starke Partikularinteressen einzelner Gesundheitsakteure, Bürokratie und Ressourcenverschwendung sowie das unzureichende Gesundheitswissen von Patienten als relevante Problemkreise auf dem Gesundheitssektor. Homemonitoringsysteme könnten einen wichtigen Beitrag zur Fortentwicklung der ophthalmologischen Behandlungsmöglichkeiten leisten, wenn sie gezielt mit Unterstützung des Augenarztes durch den geschulten Patienten Anwendung finden. Gegenwärtig ist der Versorgungsgrad chronisch Augenkranker mit spezifischen Angeboten extrem gering, obwohl das Interesse bei einem Teil der uns anvertrauten Patienten durchaus vorhanden ist, wie zwei Übersichtsarbeiten mit ganz unterschiedlicher Herangehensweise (papierbasiert oder medizingerätetechnisch orientiert) zum Leitthema „Homemonitoring“ aufzeigen. Im Beitrag von A. Cordes et al. wird über Erfahrungen mit einem papiergestützten Selbsttest für Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration und dessen augenarztunterstützendes Begleitmanagement berichtet. Über die Möglichkeiten und Grenzen der Medizingerätetechnik bei Glaukompatienten informieren anhand konkreter Erkenntnisse aus einer Versorgungsforschungsstudie C. Jürgens et al. Die Handhabung der Medizingerätetechnik muss in optimaler Weise auf den Anwender abgestimmt sein. Hier zeigen alle aktuellen Konzepte noch Schwierigkeiten, welche jedoch beim gegenwärtigen Stand der Technik lösbar wären! Mit den technischen Möglichkeiten von Homemonitoringsystemen in der Augenheilkunde befasst sich der Beitrag von R. Großjohann. Seine naturwissenschaftlich basierte Analyse und Darstellung der Messtechnik am Beispiel der Tonometer und die daraus folgende Interpretation von Messwerten verschiedener Gerätesysteme sind für ein erfolgreiches Homemonitoring von hoher praktischer Bedeutung, sowohl in der Augenheilkunde und als auch für andere Fachgebiete. Beachtung sollte auch seine Feststellung finden, dass andere medizinische Fachgebiete in der Formulierung und Schaffung von Standards für die Netzwerkfähigkeit von Medizingeräten und in der Standardisierung der Schnittstellen und des Datenaustausches unter ähnlichen gesundheitsökonomischen Bedingungen bereits weitgehend Verbindlichkeit erreicht haben. Hinsichtlich des Datenschutzes und Umgangs mit persönlichen Patienteninformationen beim Homemonitoring gelten für die gesamte Medizin weitreichende gesetzliche Regelungen, wie sie F. Heydenreich vorstellt. Erst mit der breiten praktischen Nutzung telemedizinischer Homemonitoringverfahren wird eine Fortentwicklung der Rechtssprechung – sofern notwendig – vonstatten gehen. ...

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