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21.07.2017 | Hormonsubstitution | Leitthema | Ausgabe 8/2017

Der Gynäkologe 8/2017

Postmenopausale Hormonersatztherapie und vaskuläres Risiko

Zeitschrift:
Der Gynäkologe > Ausgabe 8/2017
Autoren:
Prof. Dr. Eberhard Windler, Prof. Dr. Petra Stute

Zusammenfassung

Die Ergebnisse großer randomisierter Interventionsstudien bestätigen die Vorstellung eines kardiovaskulären Schutzes durch Östrogene in der Postmenopause nicht, sondern weisen auf notwendige Vorsicht und allenfalls Möglichkeiten einer individualisierten Therapie mit geringem Risiko, aber auch möglichem kardiovaskulärem Vorteil hin. Das quantitativ wichtigste vaskuläre Risiko einer oralen Hormonersatztherapie (HRT) sind venöse Thrombosen und Thromboembolien (ca. 2 Fälle pro 1000 behandelter Frauen und Jahr), ischämische Schlaganfälle sind das zweithäufigste und folgenschwerste Risiko einer oralen HRT (ca. 1 Fall pro 1000 behandelter Frauen und Jahr). Im Gegensatz dazu wurde weder für die Östrogen-Monotherapie noch für die kombinierte HRT ein signifikanter Einfluss auf das Risiko für koronare Ereignisse gefunden. Allerdings wurden die kardiovaskuläre und Gesamtmortalität nicht beeinflusst. Das geringste Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen, Lungenembolien und ischämische Schlaganfälle besteht bei Beginn einer oralen HRT in den ersten 10 Jahren nach der Menopause. Trotz der positiven Wirkungen auf konventionelle Risikofaktoren, wie LDL- bzw. HDL-Cholesterin, Lipoprotein(a), Insulinresistenz, die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 und möglicherweise den Blutdruck, gibt es keinen formalen Beweis für eine Reduktion des Risikos für koronare Ereignisse, auch wenn dies bei Beginn einer HRT in den ersten 10 postmenopausalen Jahren möglich erscheint. Aussichtsreich scheinen transdermale Applikationsformen zu sein: Beobachtungsstudien ließen kein vaskuläres Risiko jedweder Art erkennen, vermutlich aufgrund der allenfalls schwachen Beeinflussung der Blutgerinnung, doch entsprechende randomisierte Endpunktstudien fehlen noch.

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