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11.07.2017 | Hormonsubstitution | Leitthema | Ausgabe 8/2017

Der Gynäkologe 8/2017

Blutungsstörungen unter menopausaler Hormontherapie

Zeitschrift:
Der Gynäkologe > Ausgabe 8/2017
Autor:
Prof. Dr. T. Römer

Zusammenfassung

Blutungsstörungen unter einer menopausalen Hormonsubstitution (MHT) können die Compliance erheblich beeinträchtigen. Deshalb ist auch bei gegebener Indikation für eine MHT auf eine adäquate Therapie von Blutungsstörungen zu achten. Neben organischen Ursachen, wie Myomen und Polypen, spielen auch funktionelle Ursachen (Hormondysbalancen) eine Rolle. Generell müssen prämaligne und maligne Endometriumveränderungen ausgeschlossen werden. Bei der sorgfältigen Anamnese sind auch andere Erkrankungen als mögliche Blutungsursache zu erfassen, wie z. B. ein Hypertonus. Ein wichtiges diagnostisches Element ist die Durchführung einer Vaginalsonographie, wobei auf den adäquaten Messzeitpunkt zu achten ist. Bei Blutungsstörungen und sonographisch suspekten Endometriumbefunden ist zum Ausschluss eines Endometriumkarzinoms eine Hysteroskopie mit histologischer Untersuchung durchzuführen. Dies ist oft auch als ambulante Minihysteroskopie möglich. Die Therapie von Blutungsstörungen unter einer MHT besteht v.a. in einer medikamentösen Behandlung mit einer Dosisvariation oder -anpassung, insbesondere der Gestagenkomponente. Nur in wenigen Fällen ist eine operative Therapie notwendig, die auch minimal-invasiv durch eine operative Hysteroskopie, wie Polyp- oder Myomresektion oder ggf. auch als Endometriumablation durchgeführt werden kann. Das Hauptaugenmerk sollte auf der Prävention von Blutungsstörungen liegen. Blutungsstörungen unter einer MHT erfordern eine individualisierte adäquate Diagnostik und Therapie durch den Gynäkologen.

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