Skip to main content
main-content

01.06.2018 | Arzneimittel | Ausgabe 2/2018

Chinesische Medizin / Chinese Medicine 2/2018

Hormonwirkungen chinesischer Arzneidrogen

Zeitschrift:
Chinesische Medizin / Chinese Medicine > Ausgabe 2/2018
Autor:
Dr. med. Axel Wiebrecht
Wichtige Hinweise
Dieser Artikel ist eine deutlich erweiterte Version des Vortrages des Autors zu hormonartigen Wirkungen chinesischer Arzneidrogen beim Wissenschaftlichen Kongress der SMS „Chinesische Medizin im klinischen Alltag - Grundlagen, Anwendung & Wissenschaft“ vom 6. bis 8. Oktober 2017 in der Evangelischen Akademie Tutzing.

Zum Autor

Dr. med. Axel Wiebrecht: 10 Jahre Kliniktätigkeit (Innere Medizin, Chirurgie, Physiotherapie), anschließend Niederlassung als Arzt für Allgemeinmedizin, Chirotherapie, Naturheilverfahren. Ab 1982 Ausbildung in Akupunktur (DÄGfA-Diplom A und B, Zusatzbezeichnung) und Qigong, ab 1999 in Chinesischer Arzneitherapie (AGTCM-Diplom). Hospitationen in der Klinik Kötzting und im Xiyuan-Krankenhaus, Beijing. Mehrere Reisen nach China und Taiwan zum Studium der Pharmakognosie der chinesischen Heilkräuter. Seit 2004 Erster Vorsitzender des Centrums für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneitherapie (CTCA). Regelmäßige Veröffentlichungen und Vortragstätigkeiten zu Sicherheitsfragen der Chinesischen Arzneitherapie. Mitglied der Arbeitsgruppe Sicherheit der Chinesischen Arzneitherapie in der Schwangerschaft (ASCAS).

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt: Axel Wiebrecht gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht. Dieser Beitrag beinhaltet keine Studien an Menschen oder Tieren.

Zusammenfassung

Chinesische Arzneidrogen wurden in der Chinesischen Medizin von früh an für Funktionsstörungen und Krankheiten des reproduktiven Systems eingesetzt. Daher verwundert es nicht, dass sich unter diesen viele mit hormonartigen Effekten finden lassen. Diese wurden von der westlichen TCM-Welt bisher so gut wie gar nicht zur Kenntnis genommen. Am meisten untersucht und nachgewiesen sind die Phytoöstrogeneffekte, dazu kommen progesteronartige, androgenartige, ihre jeweiligen antagonistischen Wirkungen sowie weitere. Bei den östrogenartig wirkenden Drogen stellt sich die Frage eines potenziellen Proliferationseffektes bei Mammakarzinomen, zumal viele von ihnen in vitro das Wachstum humaner Mammakarzinomzellen stimulieren. Soja und Sojaisoflavone können in dieser Hinsicht als sicher gelten, jedoch kann man diese Aussage nicht einfach auf andere Drogen mit Phytoöstrogencharakter extrapolieren. Vielmehr bedarf jede Arzneidroge einer gesonderten Betrachtung. Epidemiologische Studien zur Auswirkung einer chinesischen Arzneitherapie auf die Inzidenz oder — bei Einnahme nach Diagnosestellung — auf den Verlauf östrogenabhängiger Tumore liegen nur ganz vereinzelt vor. Diese sprechen nicht für eine erhöhte Inzidenz eines Mammakarzinoms, eines Endometriumkarzinoms oder den ungünstigen Verlauf eines Mammakarzinoms, sondern eher für das Gegenteil. Angesichts der In-vitro- und In-vivo-Ergebnisse und des nicht beweisenden Charakters epidemiologischer Studien ist der Einsatz der in Frage stehenden Arzneidrogen sehr sorgsam gegenüber den Risiken abzuwägen und im Zweifelsfall Zurückhaltung zu üben.
Für eine Reihe von Arzneidrogen sind androgenartige Wirkungen demonstriert worden, ohne dass Untersuchungen zum Einfluss dieser Drogen auf das Wachstum von Prostatakarzinomzellen gefunden wurden. Sie sollten bei manifestem Prostatakarzinom gemieden werden, während Arzneidrogen mit antiandrogenen Eigenschaften und/oder Nachweis von proliferationshemmenden Einflüssen auf Prostatakarzinomzellen verstärkt für eine Therapie in Erwägung gezogen werden können. Für eine genauere Risikobestimmung von Arzneidrogen mit phytohormonartigen Wirkungen bei hormonabhängigen Tumoren bedarf es weiterer Forschungen. Arzneidrogen und Rezepturen mit antiprolactinartiger Wirkung können bei Hyperprolactinämie mit verschiedenartigen klinischen Bildern erfolgreich eingesetzt werden, einige klinische Studien liegen dazu vor.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

★ PREMIUM-INHALT
e.Med Interdisziplinär

Mit e.Med Interdisziplinär erhalten Sie Zugang zu allen CME-Fortbildungen und Fachzeitschriften auf SpringerMedizin.de. Zusätzlich können Sie eine Zeitschrift Ihrer Wahl in gedruckter Form beziehen – ohne Aufpreis.

Weitere Produktempfehlungen anzeigen
Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 2/2018

Chinesische Medizin / Chinese Medicine 2/2018 Zur Ausgabe

OriginalPaper

Aus der Redaktion

  1. Ich möchte die nächsten 2 Hefte kostenlos testen.

    Wenn mir die Zeitschrift gefällt, beziehe ich nach Erhalt der Probeausgaben Chinesische Medizin 4x pro Jahr für insgesamt 174 € im Inland (Abonnementpreis 151 € plus Versandkosten 23 €) bzw. 184 € im Ausland (Abonnementpreis 151 € plus Versandkosten 33 €).
    Dies entspricht einem Gesamtmonatspreis von 14,50 € im Inland bzw. 15,33 € im Ausland.

    Sollte ich von dieser Zeitschrift nicht überzeugt sein, informiere ich den Leserservice bis spätestens 14 Tage nach Erhalt des 2. Probeheftes.

    Alle genannten Preise verstehen sich inkl. dt. gesetzl. MwSt. In EU-Ländern gilt die jeweilige gesetzliche Mehrwertsteuer. Dadurch kann es ggf. zu Preisabweichungen bei Bestellungen aus dem Ausland kommen.

    Die Abrechnung erfolgt einmal jährlich zu Beginn des Bezugszeitraumes per Rechnung.

    Die Mindestlaufzeit dieses Abonnements beträgt ein Jahr. Das Abonnement verlängert sich automatisch jährlich um jeweils ein weiteres Jahr, wenn es nicht bis spätestens 30 Tage vor Ablauf der Vertragslaufzeit gekündigt wird. Die Kündigung muss in Textform an den Leserservice erfolgen. Es gilt das gesetzliche Mängelhaftungsrecht.

    Leserservice
    Springer Nature Customer Service Center
    Tiergartenstr. 15
    69121 Heidelberg
    Tel. 06221 345-4303/Fax: 06221 345-4229
    E-Mail: leserservice@springernature.com

    ​​​​​​​

Neu im Fachgebiet Allgemeinmedizin

Meistgelesene Bücher aus dem Fachgebiet

2018 | Buch

Repetitorium Geriatrie

Geriatrische Grundversorgung - Zusatz-Weiterbildung Geriatrie - Schwerpunktbezeichnung Geriatrie

Das vorliegende Werk orientiert sich an den Fort-bzw. Weiterbildungsinhalten der Zusatz-Weiterbildung „Geriatrie“ , der Schwerpunktbezeichnung „Geriatrie“ sowie der strukturierten curricularen Fortbildung „Geriatrische Grundversorgung“ und wendet …

Herausgeber:
Dr. Rainer Neubart

2012 | Buch

Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin

Klinik Diagnose Therapie

Patienten mit Hautkrankheiten machen einen großen Anteil der Patienten in der Allgemeinarztpraxis aus. Prägnante Texte und zahlreiche Abbildungen zu Klinik, Pathogenese, Diagnose und Therapie helfen, die häufigsten dermatologischen Probleme zu lösen.

Autor:
Prof. Dr. med. Dietrich Abeck

Mail Icon II Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Allgemeinmedizin und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise