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14.09.2020 | Humane Papillomaviren | Neues aus der Forschung | Ausgabe 9/2020

kurz notiert
InFo Hämatologie + Onkologie 9/2020

HPV trollen Immunsystem

Zeitschrift:
InFo Hämatologie + Onkologie > Ausgabe 9/2020
Autor:
Moritz Borchers
Das Militärwesen kennt sogenannte Täuschkörper: Das sind etwa Fackeln, die von Kampfflugzeugen abgeworfen werden, um sich vor wärmegelenkten Raketen zu schützen. Diese attackieren dann bestenfalls die Fackeln - und nicht das Flugzeug selbst. Zu einem ähnlichen Trick greifen möglichweise auch onkogene humane Papillomaviren (HPV), um dem Immunsystem zu entkommen. Zumindest legen das aktuelle Daten aus einem Tiermodell nahe [Fu Y et al. Elife. 2020;9:e5762]. Bei Mäusen ließ sich zeigen, dass deren Immunsystem Antikörper gegen zwei Proteine von HPV-Hüllen - L1 und L2 - bildet. Diese Antikörper sind in der Lage, das Virus zu neutralisieren. Bei genauer Betrachtung zeigte sich aber, dass die HPV auch eine spezielle längere Form des L1-Proteins produzieren. Diese L1-Langform ist nicht Teil der Virenhülle, sondern soll offenbar nur das Immunsystem ablenken: Während dieses Antikörper gegen den Täuschkörper - die L1-Langform - produziert, kann sich das Virus weiter verbreiten. Erst nach mehrmonatiger Verzögerung trifft die Immunabwehr das eigentliche Ziel - nämlich dann, wenn auch Antikörper gegen die normale L1-Variante gebildet sind. "Es scheint sich [...] um einen verbreiteten Mechanismus [unter verschiedenen HPV-Stämmen] zu handeln, der es den Viren erlaubt sich in der frühen Infektionsphase effizient zu vermehren und auszubreiten", so Seniorautor Daniel Hasche, Heidelberg, in einer Meldung zur Sudie. ...

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