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Erschienen in: Operative Orthopädie und Traumatologie 2/2019

28.02.2019 | Operative Techniken

Periprothetische Humerusfraktur – von der Plattenosteosynthese bis zum Prothesenwechsel

verfasst von: PD Dr. J. Geßmann, M. Königshausen, T. A. Schildhauer, D. Seybold

Erschienen in: Operative Orthopädie und Traumatologie | Ausgabe 2/2019

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Zusammenfassung

Operationsziel

Stabilisierung des Humerusschafts und damit verbundene Wiederherstellung der Schulterfunktion in Abhängigkeit von der ossären Integrität der Prothesenschaftkomponente.

Indikationen

Bei fest einliegendem Prothesenschaft ist eine plattenosteosynthetische Versorgung möglich. Ein Schaftwechsel ist bei gelockertem Prothesenschaft indiziert. Bei suffizienter Knochenqualität des proximalen Humerussegments ist auch ein Wechsel auf einen kürzeren Schaft mit anschließender Plattenosteosynthese der Fraktur möglich. Bei schlechter Knochenqualität ist der Wechsel auf einen Revisionsschaft notwendig.

Kontraindikationen

Inoperabilität des Patienten aufgrund schwerer Begleiterkrankungen. Fortgeschrittenes Alter und geringer Funktionsanspruch an die Schulter stellen relative Kontraindikationen für einen aufwendigeren Prothesenwechsel dar.

Operationstechnik

Eine Plattenosteosynthese kann von anterior oder posterior erfolgen, ein Schaftwechsel nur von anterior über einen deltopektoralen Zugang. Beim Schaftwechsel werden der lockere Schaft und eventuelle Zementreste entfernt, die Fraktur reponiert und, wenn möglich, ein kürzerer Schaft implantiert – mit anschließender Plattenosteosynthese der Fraktur. Bei Wechsel auf einen Revisionsschaft ist eine zusätzliche Osteosynthese mit Zerklagen meist ausreichend. Bei schlechter Knochensubstanz kann eine additive autologe oder allogene Spongiosaplastik an der Fraktur erfolgen. Eine dezentrierte anatomische Prothese mit schlechter Schulterfunktion kann zusätzlich eine Konversion auf eine inverse Prothese erforderlich machen.

Weiterbehandlung

Bei isoliert plattenosteosynthetischer Versorgung einer ansonsten festen Prothese erfolgt eine unmittelbar aktive Nachbehandlung der oberen Extremität. Bei Schaftwechsel und Konversion auf eine inverse Prothese erfolgt die Immobilisation in 30°-Abduktion für 6 Wochen. Aus der Orthese für 3 Wochen passive, dann aktive-assistive Schulterbewegung bis 90°-Abduktion und -Flexion.

Ergebnisse

Bei 40 Patienten mit einer periprothetischen Humerusfraktur erfolgte in 30 Fällen eine isolierte Plattenosteosynthese und in 10 Fällen ein Schaftwechsel. Komplikationen waren 3 Infektionen und 3 temporäre Radialisparesen. Revisionen aufgrund einer Pseudarthrose waren in 2 Fällen notwendig.
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Literatur
1.
Zurück zum Zitat Wright TW, Cofield RH (1995) Humeral fractures after shoulder arthroplasty. J Bone Joint Surg Am 77(9):1340–1346 CrossRef Wright TW, Cofield RH (1995) Humeral fractures after shoulder arthroplasty. J Bone Joint Surg Am 77(9):1340–1346 CrossRef
11.
Zurück zum Zitat Seybold D, Geßmann J (2018) Prothesenwechsel und Knochenaugmentation. In: Lehmann L‑J, Loew M (Hrsg) Schulter – Meistertechniken in der operativen Orthopädie und Unfallchirurgie. Springer, Berlin Heidelberg, S 273–290. ISBN 978-3662547458 CrossRef Seybold D, Geßmann J (2018) Prothesenwechsel und Knochenaugmentation. In: Lehmann L‑J, Loew M (Hrsg) Schulter – Meistertechniken in der operativen Orthopädie und Unfallchirurgie. Springer, Berlin Heidelberg, S 273–290. ISBN 978-3662547458 CrossRef
Metadaten
Titel
Periprothetische Humerusfraktur – von der Plattenosteosynthese bis zum Prothesenwechsel
verfasst von
PD Dr. J. Geßmann
M. Königshausen
T. A. Schildhauer
D. Seybold
Publikationsdatum
28.02.2019
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Operative Orthopädie und Traumatologie / Ausgabe 2/2019
Print ISSN: 0934-6694
Elektronische ISSN: 1439-0981
DOI
https://doi.org/10.1007/s00064-019-0591-y

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