Sie können Operatoren mit Ihrer Suchanfrage kombinieren, um diese noch präziser einzugrenzen. Klicken Sie auf den Suchoperator, um eine Erklärung seiner Funktionsweise anzuzeigen.
Findet Dokumente, in denen beide Begriffe in beliebiger Reihenfolge innerhalb von maximal n Worten zueinander stehen. Empfehlung: Wählen Sie zwischen 15 und 30 als maximale Wortanzahl (z.B. NEAR(hybrid, antrieb, 20)).
Findet Dokumente, in denen der Begriff in Wortvarianten vorkommt, wobei diese VOR, HINTER oder VOR und HINTER dem Suchbegriff anschließen können (z.B., leichtbau*, *leichtbau, *leichtbau*).
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
50-jährige Patientin mit seit 9 Jahren bestehenden vernarbten Plaques im Gesicht (Abb. 1a).
Abb. 1
Runde, hypopigmentierte vernarbte Plaques mit erythematösem Randsaum im linken Schläfenbereich (a) mehrere Tage nach Erstgabe von Anifrolumab (b) Stanzbiopsie, direkte Immunfluoreszenz; granuläre Ablagerungen von Immunglobulin M und Komplement 3 entlang der Basalmembranzone (c)
Die Laborergebnisse einschließlich ANA, ANCA, C3, C4, HIV und Anti-dsDNA-Antikörper waren bis auf Lupus-Antikoagulans und verlängerte Lupus sensitive aPTT unauffällig. Diese zeigten sich nach 12 Wochen gemäß Sydney-Kriterien persistierend. Aufgrund eines Pons-Infarkts wurde ein Antiphospholipidsyndrom diagnostiziert. Bei der internistischen und neurologischen Untersuchung wurden keine weiteren Auffälligkeiten festgestellt.
Anzeige
Eine Stanzbiopsie aus dem linken Schläfenbereich zeigte eine atrophe Epidermis mit einer Interface-Dermatitis an der dermoepidermalen Junktionszone und einer perivaskulären und perifollikulären lymphozytären Infiltration. Die direkte Immunfluoreszenz zeigte granuläre Ablagerungen von Immunglobulin M und Komplement 3 entlang der Basalmembranzone (Abb. 1c).
Es wurde die Diagnose eines chronischen diskoiden Lupus erythematodes (CDLE) gestellt – EULAR/ACR-Kriterien waren nicht erfüllt.
Trotz mehrerer Behandlungen – lokale Glukokortikoide, lokale Calcineurininhibitoren, Hydroxychloroquin 200 mg 2‑mal täglich seit 7 Jahren, Methylprednisolon niedrig dosiert intermittierend, Mepacrin 100 mg 1‑mal täglich in Kombination mit Hydroxychloroquin für ein Jahr sowie Methotrexat 10 mg wöchentlich (Dosissteigerung aufgrund von Übelkeit nicht möglich) in Kombination mit Hydroxychloroquin für 3 Monate – wurde über Jahre hinweg kein klinisches Ansprechen beobachtet (Abb. 1a). Daher wurde nach ausführlicher Aufklärung und schriftlichem Einverständnis eine Off-label-Therapie mit Anifrolumab 300 mg, einem Antikörper gegen Typ-I-Interferonrezeptoren (IFNAR1), alle 4 Wochen begonnen. Einige Tage nach der ersten Verabreichung erstmals signifikante klinische Besserung (Abb. 1b).
Der CDLE ist die am häufigsten auftretende Form des kutanen Lupus erythematodes.
Anzeige
Die Erstlinientherapie besteht aus topischen Glukokortikoiden und dem Malariamittel Hydroxychloroquin. Allerdings sprechen < 50 % der Fälle darauf langfristig klinisch an, was oft eine Langzeitbehandlung mit oralen Kortikosteroiden erfordert [1]. Die Pathogenese ist multifaktoriell und umfasst genetische Veranlagung, UV-induzierte Apoptose und dysregulierte Immunreaktionen, bei denen Interferon‑α eine Schlüsselrolle spielt [2].
Unser Fall zeigt in Übereinstimmung mit der vorhandenen Literatur, dass die Behandlung mit Anifrolumab behandlungsresistenten CDLE klinisch signifikant verbessern kann [3].
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.
Hinweis des Verlags
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Wahie S, Meggitt SJ (2013) Long-term response to hydroxychloroquine in patients with discoid lupus erythematosus. Br J Dermatol 169(3):653–659. https://doi.org/10.1111/bjd.12378CrossRefPubMed
2.
Niebel D, de Vos L, Fetter T et al (2023) Cutaneous lupus erythematosus: an update on pathogenesis and future therapeutic directions. Am J Clin Dermatol 24(5):521–540CrossRefPubMedPubMedCentral
3.
Shaw K, Sanchez-Melendez S, Taylor D, Barker J, LaChance A, Shahriari N, Vleugels RA (2023) Assessment of clinical response to Anifrolumab in patients with refractory discoid lupus erythematosus. JAMA Dermatol 159(5):560–563. https://doi.org/10.1001/jamadermatol.2023.0175CrossRefPubMedPubMedCentral
Immunvermittelte Hautreaktionen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen von Immun‑Checkpoint‑Inhibitoren. Eine offene Phase‑2‑Studie untersuchte den JAK‑1‑Inhibitor Upadacitinib bei schwerer ICI‑assoziierter Dermatitis. Die Hautsymptome gingen rasch zurück, schwerwiegende therapieassoziierte Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.
Medizinischen Rat von Chatbots auf der Basis sogenannter künstlicher Intelligenz haben laut Umfragen bereits knapp die Hälfte aller Erwachsenen schon einmal eingeholt. Welche Chancen und Risiken birgt das?
In einer chinesischen Phase-II-Studie ließ sich durch eine Salbe mit dem Kohlenstoffmaterial Fulleren einer Radiodermatitis wirksamer vorbeugen als mit einem Trolamin-haltigen Produkt. Im Detail bleiben aber noch viele Fragen offen.
Ein zweijähriger Junge mit bekannter Mandelallergie und auffälligen Reaktionen auf Mückenstiche soll auf weitere Allergien getestet werden – eigentlich ein klarer Fall. Doch ein unerwartet erhöhter Tryptase-Wert lässt den Kinderpneumologen aufhorchen. Was steckt hinter diesem Laborergebnis?