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Die Nephrologie

Neue Antihypertensiva – was liegt vor uns?

Erschienen in:

Zusammenfassung

Trotz zahlreicher verfügbarer Medikamente ist Bluthochdruck nach wie vor unzureichend kontrolliert. Therapieresistenz, mangelnde Adhärenz, Nebenwirkungen und begrenzte Wirkung auf Endorganschäden stellen zentrale Herausforderungen dar. Neue, zielgerichtete Substanzen bieten hier vielversprechende Ansätze. Aldosteronsynthaseinhibitoren wie Baxdrostat und Lorundrostat hemmen direkt die Aldosteronproduktion und zeigen in Studien eine vielversprechende Blutdrucksenkung bei guter Verträglichkeit. Sie könnten als kausaler Ansatz z. B. bei Adipositas sogar als Erstlinientherapie in Frage kommen. Angiotensinogenblocker wie die siRNA („small interfering RNA“) Zilebesiran sollen durch Hemmung der Angiotensinogenproduktion einen „RAAS (renin-angiontensin-aldosterone system) escape“ verhindern. Die innovative, subkutane Halbjahresapplikation stärkt die Patienten-Compliance. Antisense-Oligonukleotide wie Evazarsen zeigen ebenfalls Potenzial, sind aber noch weniger weit entwickelt. GLP(„glucagon-like peptide“)-1-Rezeptor-Agonisten senken nicht nur das Körpergewicht, sondern zusätzlich über Sympathikushemmung, Vasodilatation und Natriurese auch den Blutdruck. Sie bieten damit einen dualen Ansatz. Endothelinrezeptorantagonisten wie Aprocitentan senken effektiv den Blutdruck bei resistenter Hypertonie und können Endorganschäden durch Hemmung von Inflammation und Fibrose reduzieren. Diese neuen Substanzklassen könnten künftig Bluthochdruck effektiver, kausaler und individualisierter behandeln. Phase-III-Daten und Kosten-Nutzen-Analysen stehen jedoch überwiegend noch aus.
Titel
Neue Antihypertensiva – was liegt vor uns?
Verfasst von
Dr. Milen Babic
Markus van der Giet
Publikationsdatum
18.08.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Nephrologie / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 2731-7463
Elektronische ISSN: 2731-7471
DOI
https://doi.org/10.1007/s11560-025-00869-9
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