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Was ist gesichert in der Therapie der schwer zu kontrollierenden arteriellen Hypertonie?

  • 20.10.2025
  • Hypertonie
  • Schwerpunkt: Was ist gesichert? Evidenz-basiertes Vorgehen in der Inneren Medizin
Erschienen in:

Zusammenfassung

Bei der therapierefraktären Hypertonie liegen die Blutdruckwerte oberhalb des Zielbereichs, obwohl 3 verschiedene Antihypertensiva inklusive eines Diuretikums in maximaler oder maximal tolerierter Dosierung verordnet wurden. Eine häufige und schwer zu diagnostizierende Ursache für eine Pseudoresistenz ist die Nonadhärenz. Vor der Hinzunahme weiterer Medikamente sollte daher zunächst die bestehende Standardtherapie so weit wie möglich optimiert und vereinfacht werden. Neben dem Einsatz eines potenten thiazidartigen Diuretikums ist insbesondere aufgrund der hohen Prävalenz der Nonadhärenz eine gezielte Reduktion potenzieller Adhärenzbarrieren sinnvoll. Je einfacher ein medikamentöses Therapieschema strukturiert ist, desto eher lässt sich die Adhärenz positiv beeinflussen. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen Spironolacton als viertes Antihypertensivum. Bei Unverträglichkeit oder Kontraindikationen stehen alternative pharmakologische Optionen mit geringerer Evidenzbasis zur Verfügung. Für ausgewählte Patientengruppen können auch interventionelle Verfahren eine therapeutische Option darstellen. Die Entscheidung darüber sollte im Rahmen eines Shared Decision-Making in spezialisierten Zentren erfolgen.
Titel
Was ist gesichert in der Therapie der schwer zu kontrollierenden arteriellen Hypertonie?
Verfasst von
C. Beger
Univ.-Prof. Dr. med. F. P. Limbourg
Publikationsdatum
20.10.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Innere Medizin / Ausgabe 12/2025
Print ISSN: 2731-7080
Elektronische ISSN: 2731-7099
DOI
https://doi.org/10.1007/s00108-025-02003-2
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