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Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin

Manual für die Praxis

  • 2023
  • Buch

Über dieses Buch

Das Buch hat sich inzwischen zu einem Standardwerk der modernen Hypnotherapie in allen Anwendungsfeldern entwickelt. Ärzte und Psychotherapeuten erhalten praktische Anleitungen für die hypnotherapeutische Behandlung einzelner Störungen und werden mit den theoretischen Grundlagen vertraut gemacht. Zugleich ist es ein Ausbildungsmanual für klinische und medizinische Hypnose und ist daher für Ausbildungskandidaten und für Praktiker geeignet. Für die Neuauflage wurden alle Kapitel grundlegend aktualisiert und überarbeitet.

Aus dem Inhalt:

Allgemeine Prinzipien – Induktionen – Allgemeine Methoden – Verhaltensstörungen, Neurosen, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen – Schmerz – Psychosomatik – Hypnose bei Kindern und Jugendlichen.

Die Herausgeber:

Professor Dr. Dirk Revenstorf, Universität Tübingen. Dipl.-Psych. Dr. Burkhard Peter, MEG-Stiftung München. Professor Dr. rer. nat. Björn Rasch, Universität Freiburg/Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. 1. Einführung

    Dirk Revenstorf
    Zusammenfassung
    Hypnose kann als uraltes Heilverfahren mit rituellen Wurzeln betrachtet werden, das sich wachsender Beliebtheit erfreut. Die meisten modernen therapeutischen Verfahren haben entweder ihren Ursprung in der Hypnose oder Berührungspunkte mit ihr (Kap. 2 undKap. 59). Trotz zahlreicher Überschneidungen in der Induktion, ist sie klar von Meditationsverfahren zu unterscheiden. Hypnotherapie basiert auf langen Traditionen und veränderte sich in den letzten hundert Jahren erheblich – weg von direktiven, mythischen, spirituellen Formen – hin zu einer wissenschaftlich fundierten Methode, die der Mobilisierung von Selbstheilungsprozessen dient. Die Therapieprinzipien nach Milton H. Erickson resultierten in einer ressourcenorientierten Grundhaltung und haben weitreichende Einflüsse auf zahlreiche andere Therapieformen.
  3. Allgemeine Prinzipien

    1. Frontmatter

    2. 2. Eine kurze Geschichte von Hypnose und Hypnotherapie

      Burkhard Peter
      Zusammenfassung
      Die verschiedenen Epochen der Hypnose werden anhand ausgewählter Repräsentanten und der von diesen propagierten Theorien und Techniken vorgestellt. Der Priester Johann Joseph Gaßner wird wegen seiner besonderen Form des Exorzismus vor 1775 als der eigentliche Begründer des modernen Hypnotismus angesehen. Der animalische Magnetismus des Arztes Franz Anton Mesmer wird nicht mehr als Vorläufer dessen verstanden, was wir heute als das psychologische Verfahren der Hypnotherapie bezeichnen. Hierfür könnte eher der durch seinen Schüler Puységur begründete Somnambulismus dienen, der ab 1800 in der romantischen Medizin an Einfluss gewann. Der Hypnotismus des schottischen Arztes Braid ab Mitte des 19. Jahrhunderts und die Suggestionstheorie der Schule von Nancy (Bernheim und Liébeault) Ende des 19. Jahrhunderts prägen noch heute wesentliche Aspekte der Hypnose. In Form des autogenen Trainings (J.H. Schultz) verharrte Hypnose speziell in Deutschland als eine Art Entspannungstechnik, bis 1976 die Hypnotherapie Milton H. Ericksons bekannt wurde. In US-Amerika zeigte sich William James Ende des 19. Jahrhunderts – analog zum „goldenen Zeitalter der Hypnose“ in Europa – an Hypnose interessiert und 30 Jahre später auch Clark Hull, bei dem Erickson noch studiert hatte. Hulls Untersuchungen zur hypnotischen Suggestibilität nahmen André Weitzenhoffer und Ernest Hilgard Mitte des 20. Jahrhunderts wieder auf und stießen damit eine intensive wissenschaftliche Beschäftigung mit den verschiedenen Aspekten der Hypnose an, die sich bis heute fortsetzt. Die therapeutische Anwendung der Hypnose verlief analog zu diesen Epochen und ist heute durch die Hypnotherapie Milton Ericksons geprägt.
    3. 3. Trance und die Ziele der Hypnotherapie

      Dirk Revenstorf
      Zusammenfassung
      Traditionell bestand das Ziel der Hypnose in der Beeinflussung einer Person, die durch die Tranceinduktion hierfür besonders empfänglich geworden war. Zur Erklärung dieses Phänomens wurden ganz unterschiedliche Hypothesen herangezogen. Mesmer hielt diesen Prozess z. B. seiner Natur nach für magnetisch, Abbé Faría für eine Manifestation der Macht des Hypnotiseurs, Charcot hielt ihn für hysterisch und Bernheim sah ihn als Ergebnis autosuggestiver Bereitschaft des Patienten. Psychoanalytiker brachten Regression und Übertragung mit der Hypnose in Zusammenhang. Janet und später Hilgard betonten das Phänomen der Abspaltung einzelner psychischer Prozesse und Sozialpsychologen wie Barber und Spanos sehen Rollenübernahme und Loyalität als Basis dieses Beeinflussungsprozesses. Erickson, der die Entwicklung der Hypnotherapie in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat, betrachtete Hypnose als eine komplexe Form der Kommunikation, bei der in verbaler und nonverbaler, direkter und indirekter, expliziter und metaphorischer Weise dem Patienten geholfen wird, seine durch bewusstes Denken und vorbewusste Wertungen eingeengte mentale Flexibilität zu erweitern. Während früher die Fremdbeeinflussung im Vordergrund stand, versteht man heute Hypnotherapie als Methode der Mobilisierung eigener Ressourcen im Patienten. Die Grundlage dazu bieten neuere neurophysiologische Erkenntnisse, die hypnotische Trance als verändertes Bewusstsein ausweisen und so zahleiche Ansatzpunkte für therapeutische Interventionen liefern.
    4. 4. Hypnotische Phänomene und psychopathologische Symptome

      Burkhard Peter
      Zusammenfassung
      Die vier Gruppen hypnotischer Phänomene (motorisch-kinästhetische, sensorisch-affektive, kognitive und identitätsbezogene) entsprechen phänomenologisch psychopathologischen Symptomen hinsichtlich der beiden Kriterien „Unwillkürlichkeit“ und „Evidenz“. Sie unterscheiden sich aber hinsichtlich des Kriteriums „Kontakt und Kommunikation“.
    5. 5. Die therapeutische Beziehung in der Hypnotherapie

      Rolf Durian, Dirk Revenstorf
      Zusammenfassung
      Bewusste und unbewusste Ebenen innerhalb der therapeutischen Beziehung beeinflussen den Verlauf sowie das Ergebnis psychotherapeutischer Behandlungen aller Schulrichtungen. Deshalb ist es von Vorteil, wenn sie wahrgenommen und utilisiert werden können. Hierfür ist es allerdings notwendig, dass neben den jeweiligen inneren Konflikten und den daraus entstehenden Beziehungs- und Übertragungsangeboten des Patienten auch die innere Dynamik des Therapeuten in seiner Eigen- und Gegenübertragung in den Blick kommt. Zusammenhänge und Dynamik unbewusster innerer Konflikte, Persönlichkeitsstruktur und Beziehungsgestaltung und ihre Wahrnehmung und Utilisation werden im Hinblick auf die Anwendung in der Hypnotherapie erläutert.
    6. 6. Ressourcen- und Zielorientierung

      Wilhelm Gerl
      Zusammenfassung
      Hypnotherapie fokussiert Ziele, die für die betreffenden Klienten (Individuum, Familie, Paar, Gruppe) mithilfe ihrer eigenen Ressourcen erreichbar sind. Diese Ressourcen können pragmatisch bestimmt und zielführend organisiert werden, sobald das Ziel spezifisch und konkret definiert wurde. Sie umfassen auch unbewusste Kompetenzen und werden mitunter in hypnotischer Trance weiterentwickelt. Das Unbewusste wird dabei als Motor und Organisator sowohl des Symptoms als auch des therapeutischen Prozesses angesprochen. Häufig kann dabei die im Symptom oder in „Widerständen“ zu erkennende Intelligenz als Ressource genutzt werden. Im Kapitel wird auf die Bestimmung der Ressourcen, die Ziel- und die Zukunftsorientierung, sowie die spezifische und konkrete Definition eines Zieles eingegangen. Die Funktion der Imagination eines Ergebnisses, im Unterschied zur Zieldefinition, wird reflektiert.
    7. 7. Utilisation

      Bernhard Trenkle
      Zusammenfassung
      Das Utilisationsprinzip ist das zentrale Prinzip der Hypno- und Psychotherapie Milton Ericksons. Es bildet die Grundlage für das, was wir heute als ressourcen- und lösungsorientiertes Arbeiten in der Psychotherapie kennen. In der Nutzung von Trancephänomenen bis hin zur strategischen Nutzung von wahnhaften Aspekten des Weltbildes psychiatrischer Patienten geht die Hypnotherapie über die Konzeptualisierungen anderer Therapieverfahren hinaus und systematisiert Vorgehensweisen, die sich in Fallberichten medizinhistorischer Darstellungen vor allem der mittelalterlichen persischen Medizin wiederfinden. Das Kapitel illustriert diesen Ansatz anhand mehrerer Fallbeispiele.
    8. 8. Kontext und Wirkung von Suggestionen

      Ortwin Meiss
      Zusammenfassung
      Informationen existieren nicht außerhalb eines Organismus. Auf den Organismus wirken Reize. Der Organismus ist es, der daraus Informationen macht (vgl. Maturana 1982, 2000). In diesem Sinne können Aussagen nicht als Suggestion wirken, ohne dass der Hörer der Aussage daraus eine Suggestion macht. Was genau lässt eine Aussage zur Suggestion werden? Der vorliegende Beitrag zeigt, dass insbesondere der Kontext, in dem eine Äußerung getan wird, die Äußerung für den Hörer zur Suggestion werden lässt. An verschiedenen Alltagssituationen wird verdeutlicht, dass auch beiläufig Gesagtes zur Suggestion werden kann, welche dann über viele Jahre hinweg ihre Wirkung hat.
    9. 9. Hypnotisierbarkeit, Suggestibilität und Trancetiefe

      Clemens Krause, Björn Riegel
      Zusammenfassung
      Skalen zur Messung hypnotherapeutischer Konstrukte, v. a. Suggestibilität, Hypnotisierbarkeit, Imaginationsfähigkeit oder Trancetiefe, haben in der Forschung zur Hypnotherapie einen hohen Stellenwert. Dennoch gibt es besonders in der Praxis Vorbehalte gegen den Einsatz der oftmals zeitintensiven Skalen. Das Kapitel befasst sich mit den theoretischen Grundlagen hypnoserelevanter Konstrukte. Dabei werden aktuelle Befunde zur Anwendung sowie zum Zusammenhang mit dem Erfolg einer hypnotherapeutischen Behandlung berichtet. Das Kapitel gibt einen differenzierten Überblick über bestehende Messverfahren, der bei der Auswahl eines Tests für Forschung oder Praxis unterstützen soll.
    10. 10. Kontraindikationen, Bühnenhypnose und Willenlosigkeit

      Dirk Revenstorf, Burkhard Peter
      Zusammenfassung
      Die Themen dieses Kapitels begleiten die Hypnose seit ihren Anfängen und sind zudem gut dokumentiert. Da Hypnose am Anfang aller Psychotherapie stand, sind im Verlauf ihrer Geschichte – und gewissermaßen an ihr beispielhaft – diese Themen auch für alle nachfolgende Psychotherapie abgehandelt worden, wo sie erst seit Kurzem Beachtung finden (Linden et al. 2018; Herzog et al. 2019; Struaß 2021). Kaum eine der modernen Psychotherapien kennt z. B. Kontraindikationen und lange Zeit wurde bei keiner anderen Psychotherapie über Gefahren diskutiert, die sie für ihre Patienten beinhalten kann. Erst recht keine andere Therapieform wird auf der Bühne zum Zwecke der Belustigung eines Publikums inszeniert.
      Tatsächlich gibt es bei der Hypnose einige Kontraindikationen und Gefahren, was Pierre Janet (1925) übersah, als er beklagte, dass Hypnose nicht wie andere potente Heilmittel – bei falscher Anwendung – grundsätzlich gewisse Risiken beinhalte. Ob diese implizite Analogie auch heute noch zutrifft – je gefährlicher ein Medikament, umso stärker seine Heilungspotenz –, mag man bezweifeln. Da es aber immer wieder gelegentlich zu Problemen aufgrund fehlerhafter Anwendung kommt – gerade bei Laien- und Bühnenhypnose –, lohnt es sich, die Kontraindikationen und Gefahren der Hypnose aufzuzeigen und zu diskutieren.
      Eben weil die folgenden Themen keine zufälligen Erscheinungen sind, sondern seit fast 250 Jahren berichtet werden, soll am Anfang jeweils auch die geschichtliche Perspektive etwas ausführlicher dargestellt werden. Dann werden, soweit möglich, theoretische Begründungen gegeben, die klinische Relevanz und schließlich die Themen im Einzelnen erörtert.
  4. Induktionen

    1. Frontmatter

    2. 11. Klassische Hypnoserituale

      Burkhard Peter
      Zusammenfassung
      Klassische Hypnoserituale haben den Zweck, Patienten den Übergang vom willkürlichen zum unwillkürlichen und in der Folge vom bewussten zum unbewussten „Funktionsmodus“ zu ermöglichen. Es werden verschiedene klassische Hypnoserituale wie z. B. Lidschluss und Armlevitation theoretisch und anhand von Forschungsresultaten erläutert und die jeweiligen Induktionstechniken beschrieben. Auf Funktion und Bedeutung des ideomotorischen Signalisierens wird besonders eingegangen.
    3. 12. Indirekte Induktion und Kommunikation

      Dirk Revenstorf, Ulrich Freund
      Zusammenfassung
      Ericksons Ansatz der Hypnotherapie zeichnet sich u. a. durch das Prinzip der Indirektheit aus. Erickson glaubte, dass Kommunikation nicht notwendigerweise logisch, konkret oder direkt sein muss, um eine Wirkung zu erzielen. Seine Anschauung deckt sich mit Ergebnissen der Sozialpsychologie. Erickson legte meist seine Vorgehensweise gegenüber dem Patienten nicht offen dar – auf dem Hintergrund, dass die bewusste Wahrnehmung von Techniken und ihren Zielen für therapeutische Änderungen hinderlich sein kann. Der Patient soll aber nicht etwa bewusst getäuscht werden; vielmehr verstand Erickson dieses Vorgehen als „passives im Unklaren lassen“. Obwohl Transparenz in vieler Hinsicht wünschenswert erscheint, kann diese Unklarheit dem Therapieprozess in verschiedener Hinsicht förderlich sein.
    4. 13. Vertiefung der Trance

      Wilhelm Gerl
      Zusammenfassung
      Mit der Vertiefung der hypnotherapeutischen Trance soll erreicht werden, dass der Patient zunehmend die kognitiven, emotionalen und körperlichen Erlebnisinhalte fokussiert, die in seinem Tranceprozess erfahrbar werden – und dass er diese internalen Erfahrungen, mitunter im Schutze der Amnesie, für sich nutzt und erweitert. Damit sich dabei therapierelevante Erlebnisqualitäten einstellen sowie erwünschte physiologische Reaktionen und hilfreiche Ideen entwickeln, kann es erforderlich sein, dass der anleitende Hypnotherapeut eine für den jeweiligen Erkundungs- und Gestaltungsprozess förderliche „Trancetiefe“ gezielt suggeriert. Seine Ideen dazu vermittelt er dem Patienten auf mannigfaltige Weise direkt oder indirekt, auch non- und paraverbal, sowie mittels situativer Arrangements. Im Kapitel werden 40 Möglichkeiten der Trancevertiefung bis hin zu komplexeren Techniken wie die „fraktionierte Induktion“ und die gezielte Nutzung von Trancephänomenen bzw. Dissoziation vorgestellt. Abschließend wird auf den Zusammenhang zwischen therapeutischem Rapport, therapeutischer Zielsetzung, Trancetiefe und Tranceratifikation eingegangen.
    5. 14. Posthypnotische Aufgabe

      O. Berndt Scholz
      Zusammenfassung
      Mit Erläuterungen zum Verständnis einer posthypnotischen Aufgabe (PHA) und zur Abgrenzung von ähnlichen Interventionen beginnt das Kapitel. Die Anwendung einer PHA ist insbesondere indiziert, wenn ein umschriebenes Ziel des Patienten erreicht werden soll. Die Wirkungsdauer kann Stunden oder Tage bis Wochen oder längere Zeiträume betragen, wobei die beiden erstgenannten Wirkungsdauern empirisch und experimentell mehrfach mit guten Ergebnissen untersucht worden sind. Eine PHA kann global, sensorisch und aktional formuliert werden. Die aktionale Darbietung ist am wirksamsten. Mit experimentalpsychologischen und neurophysiologischen Befunden wird die optimale Applikation einer PHA begründet. Die PHA wird in 4 Schritten formuliert – nämlich Symptomverschiebung, Verstärkung von Suchprozessen und Zielformulierung, Kurzwort für die Zielformulierung, Koppelung von Hinweisreizen und therapeutischem Ziel – und an einem Fallbeispiel ausführlich demonstriert. Die bisher vorliegenden experimentellen Resultate werden zusammenfassend dargestellt.
  5. Allgemeine Methoden

    1. Frontmatter

    2. 15. Therapeutische Geschichten und Metaphern

      Dirk Revenstorf, Bernhard Trenkle
      Zusammenfassung
      Geschichten, Metaphern, Gleichnisse, Märchen, Mythen, Parabeln, Fabeln, sind immer schon in allen Kulturen verwendet worden, um Erfahrungen weiterzureichen, Identität zu schaffen, Veränderungs- und Übergangsprozesse zu fördern, Einfluss auszuüben und für vielerlei Ziele mehr. Sie werden erzählt, um zu unterhalten und um direkte oder auch indirekte Mitteilungen zu machen. Durch Geschichten und Metaphern Einfluss auf menschliches Verhalten zu nehmen, hat eine lange Tradition, die womöglich so alt ist wie die sprachliche Kommunikation selbst. Die historischen Beispiele reichen von Platos „Höhlengleichnis“ bis zu den Gleichnissen Jesu und Buddhas. Auch die Erzählungen Homers, die Fabeln Äsops oder Lafontaines enthielten Belehrungen über moralisch richtiges Handeln. Und jeder kennt Märchen aus seiner Kindheit, in denen böses Verhalten bestraft und gutes belohnt wird.
    3. 16. Reframing

      Wilhelm Gerl
      Zusammenfassung
      Reframing ist eine der Grundtechniken der Hypnotherapie. Sie ist verwandt mit Umdeutung, Relabeling, Rekontextualisierung, positiver Konnotation und Symptomverschreibung. Der anglo-amerikanische Begriff „Reframing“ findet auch in unserem Sprachraum Verwendung, seit er von dem Kommunikationstheoretiker und Psychotherapeuten Paul Watzlawick einem breiten Fachpublikum auf Deutsch vermittelt wurde. Watzlawick et al. (1974) benutzten dabei bevorzugt Beispiele aus der therapeutischen Praxis und Lehrtätigkeit von Milton Erickson. Die selektive Wahrnehmung und das subjektive Bedeutungserleben einer Person konstituieren ihren kognitiven Bezugsrahmen. Dieser „frame“ begrenzt das individuelle Welt- und Selbstbild und damit ihre Wahlmöglichkeiten. Dieser probleminduzierenden Beschränkung auf das bisher praktizierte Denken kann durch Reframing entgegen gewirkt werden. Durch die Erweiterung des bisherigen Denkrahmens, die Verlagerung seiner Grenzen und die dadurch entstehende Neuordnung seiner Inhalte wird es möglich, die Wahrnehmung so zu aktualisieren und zu bereichern, dass neue Zusammenhänge entdeckt und bisher zu wenig beachtete Aspekte neu gewichtet werden. Damit kommt es bei der Person zu spontanen Umdeutungen und Neubewertungen. Sie gewinnt auf vergleichsweise einfache Weise Erkenntnisse, die ihr in ihrer bisherigen Herangehensweise nicht zugänglich waren. Dem psychologischen Problem, das sie durch ihre Ansichten, ihre Bedeutungszuschreibungen und die Logik ihrer gedanklichen Konstruktionen entstehen ließ, kann also mittels des Reframings der sprachlich-intellektuelle Boden entzogen und durch alternative Denkmöglichkeiten ersetzt werden. Im Kapitel wird zudem der Zusammenhang von Symptom, Paradox und hypnotischem Phänomen erläutert sowie die Symptomverschreibung als implizites Reframing. Die Grenzen und Kontraindikationen des Reframings werden diskutiert, und Fallbeispiele veranschaulichen die Anwendung von Kurz- und Prozessreframings.
    4. 17. Stellvertretertechnik

      Bärbel Bongartz, Walter Bongartz
      Zusammenfassung
      Um dem Patienten Gefühle und Erfahrungen zu vermitteln, die er (noch) nicht zulassen kann (zum Beispiel verdrängte Aggression, die psychosomatische Probleme verursacht) bzw. zu denen er keinen Zugang findet, weil es nicht zu seinem Selbstbild passt (zum Beispiel Gefühle von Selbstvertrauen und Souveränität, die fehlen, um sich selbstsicher verhalten und behaupten zu können), kann der Therapeut dem Patienten in Trance einen Stellvertreter anbieten, der genau die Erfahrungen macht, die dem Patienten fehlen. Dadurch, dass der Patient diese Szenen in Trance miterlebt, erhält er dann Zugang zu diesen Gefühlen, wobei die Trance die Funktion hat, den Zugang zu emotionalen Erfahrungen zu erleichtern. Stellvertreter können dabei Pflanzen, Tiere, andere Menschen, aber auch Landschaftsformationen (Berge, Felsen) oder ‚Elemente‘ wie Wasser und Feuer sein. Derartige durch Stellvertreter vermittelte Empfindungen erfahren wir übrigens auch im Alltag sehr häufig, wenn wir im Theater, Fernsehen oder in einem Roman emotionale Szenen oder Passagen miterleben, in denen die agierenden Personen Gefühle von Geborgenheit, Aggression, Traurigkeit etc. erleben.
    5. 18. Altersregression, Zukunftsprogression und Amnesie

      Burkhard Peter
      Zusammenfassung
      Hypnotische Altersregression ist sinnvoll in der Explorationsphase, um genaue Informationen zu Entstehungsbedingungen einer Symptomatik zu erhalten. In der Interventionsphase kann sie hilfreich oder sogar nötig sein (1) zum Auffinden und Etablieren von Ressourcen aus der Vergangenheit; (2) zum Rekonstruieren oder Neukonstruieren von Teilen der Biografie, wenn offensichtlich ist, dass unbewusste Konflikte, maladaptive Glaubenssätze oder sonstige Wirklichkeitsrepräsentationen aus der Vergangenheit alle therapeutischen Bemühungen in der Gegenwart behindern; (3) in Traumatherapien. Anwendungen, Indikationen und Kontraindikationen sowie Methoden werden beschrieben. Hypnotische Zukunftsprogression ist dann indiziert, wenn eine aktuelle Symptomatik oder bevorstehende Belastung als unüberwindbar erlebt wird. Ihre Anwendung wird anhand eines Fallbeispiels von Milton Erickson illustriert. Für diese beiden Techniken einer „Pseudoorientierung in der Zeit“ sind Amnesieangebote hilfreich, für die Altersregression in vielen Fällen sogar nötig. Direkte und indirekte Techniken dazu werden vorgestellt.
    6. 19. Hypnoanalyse

      J. Philip Zindel
      Zusammenfassung
      Hypnoanalyse stellt kein in sich geschlossenes, theoretisches oder praktisches Therapiemodell dar. Vielmehr werden unter diesem Begriff unterschiedliche, integrative Kombinationsmöglichkeiten subsummiert, die explizit Trancearbeit mit bewusstem Verstehen der unbewussten Psychodynamik verbinden. Aspekte davon betreffen z. B. eine Reflexion über die hypnotische Beziehung als solche – eine abstinente, symbiotische Form von Nähe – und über ihre Nutzung, aber auch eine gezielte tiefenpsychologisch fundierte Arbeit am semantischen Inhalt der Tranceerfahrungen. Klassische, hypnoanalytische Interventionen wie die abreaktiven und dissoziativen Techniken nach Watkins, das Zeichnen in Hypnose, das Hypnodrama wurden schon früh entwickelt. Hier werden aber insbesondere innovative Techniken vorgestellt, wie die „analytische Armlevitation“, die „analytische Arbeit am Widerstand gegen die Hypnose“, die „hypnotische Amplifikation von Nachtträumen“, die „Analyse von Trancezuständen“, die „aktive Introjektion des Therapeuten in Hypnose“. Hypnoanalytische Arbeit setzt naturgemäß eine solide tiefenpsychologische Ausbildung voraus.
    7. 20. Selbsthypnose

      Brian Alman
      Zusammenfassung
      Bei Selbsthypnose wird ein Trancezustand durch die eigene Person induziert, mit dem Ziel Selbstveränderungsprozesse durch das Utilisieren des eigenen unbewussten Potenzials zu initiieren. Der Zustand der Selbsthypnose zeichnet sich durch Aufmerksamkeitsfokussierung, vermindertes Ausüben willkürlicher Kontrolle und verstärktes Ansprechen auf Suggestionen aus. Selbsthypnose kann u. a. zur Schmerzbewältigung, Stressreduktion, Leistungssteigerung, Steigerung des Selbstvertrauens sowie der eigenen Kreativität und bei Gewohnheitsproblemen eingesetzt werden. Es wird das Erlernen von Selbsthypnose mittels unterschiedlicher Methoden vorgestellt, bei denen die Ebenen von Handlungen, Gedanken und Gefühlen einbezogen werden. Zu den Methoden zählen Selbsthypnoseübungen zur Entspannung, zur Steigerung der eigenen Kreativität und zur Steigerung der Selbsterkenntnis durch Selbstbeobachtung. Zudem wird der Einsatz posthypnotischer Suggestionen in der Selbsthypnose dargestellt. Besonderes Augenmerk wird auf die flexible Einsatzmöglichkeit von Selbsthypnose, deren individuelle Gestaltung und das Aufrechterhalten der Veränderungsmotivation gelegt.
  6. Verhaltensstörungen

    1. Frontmatter

    2. 21. Rauchen

      Wilhelm Gerl, Björn Riegel, Cornelie C. Schweizer, Ulrich Freund
      Zusammenfassung
      Das Kapitel gibt einen Überblick über den Stand der wissenschaftlichen Anerkennung hypnotherapeutischer Methoden der Tabakentwöhnung und erläutert grundlegende Prämissen der Behandlung. Anschließend werden verschiedene Techniken und Interventionen vorgestellt, die sich als effektiv erwiesen haben. Die Anwendung dieser Techniken wird Sitzung für Sitzung sowohl in der Einzeltherapie (SMOKEX®) als auch im Gruppenkontext (Tübinger Programm) vertieft. Die Anwendung in der Praxis wird durch ein ausführliches Fallbeispiel illustriert. Abschließend wird auf Kriterien der Indikation und Kontraindikation für eine hypnotherapeutische Raucherentwöhnung eingegangen. Unter Einbezug der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse werde zudem Prädiktoren einer erfolgreichen Raucherentwöhnung mit Hypnose aufgeführt. Das Kapitel beschreibt damit die wissenschaftlich fundierte Anwendung der Hypnotherapie in der Tabakentwöhnung.
    3. 22. Alkohol

      Henriette Walter
      Zusammenfassung
      Viele Psychotherapeuten scheuen vor der Behandlung von Alkoholabhängigkeit zurück. In Wahrheit ist aber bei vielen Alkoholabhängigen psychotherapeutische Unterstützung sehr sinnvoll. In diesem Kapitel wird eine Diagnostik mit 4 Untergruppen und jeweils eigener Therapie verwendet. Für die Typen 1 und 4 ist Psychotherapie nicht die Behandlung erster Wahl. Bei den Typen 2 (Angst) und 3 (Depression, mono- oder bipolar) ist Psychotherapie die erste Wahl. Die Therapieziele sind unterschiedlich. Im Typ 2: Stabilität fördern; im Typ 3: eher destabilisieren, um das „Eingefrorene“ der Depression zu lockern. Außerdem ist der „richtige“ Zeitpunkt für die Therapie sehr wichtig.
    4. 23. Übergewicht

      Marianne Martin
      Zusammenfassung
      Ein bewährtes Konzept zur Gewohnheitskontrolle wird gut nachvollziehbar Schritt für Schritt beschrieben. Das Konzept betrifft weder Essstörungen (z. B. Bulimie) noch Übergewicht als Nebenwirkung von Medikamenten. Nach Klärung des Behandlungsauftrages und der Motivationen kommt vor allem die Zeitprogression zum Einsatz. In der Trancearbeit stellt der Patient sich mit all seinen Sinnen den Zeitpunkt in der Zukunft vor, wo er sein Wunschgewicht erreicht hat und imaginiert Situationen und sein angenehmes Empfinden. Aus der Zeitprogression blickt er zurück auf alles, was auf seinem Weg zum Wunschgewicht hilfreich war. Utilisationen (z. B. von Tierverhalten), Metaphern, positive Affirmationen als „Werbeslogans für die Seele“ und posthypnotische Aufträge unterstützen die Änderung der Essgewohnheiten sowie die Aufnahme und Beibehaltung körperlicher Aktivitäten. Überlegungen zur Übertragung und Gegenübertragung runden das Kapitel ab.
    5. 24. Sexuelle Störungen

      Patrick Wirz
      Zusammenfassung
      Was ist guter Sex? Die Kardinalfrage der heutigen Sexualtherapie. Menschen hatten guten Sex, wenn sie mit Freude daran zurückdenken und auf Wiederholung hoffen. Wenn sie Erinnerungen an leidenschaftliches Begehren, selbstvalidierte Handlungen, und spielerische Bewegungen gerne wieder aufleben lassen. Prägend ist, wie sich Menschen während sexuellen Aktivitäten fühlen. Dies ist in vertrauten Beziehungen entscheidend, um immer wieder für den gleichen Menschen erotisch zu entflammen. Gedanken an bevorstehende sexuelle Aktivitäten führen automatisch zu einer gefühlsgeladenen Bewertung, einem Affekt: Genuss oder Stress. Vorfreude auf kommende sexuelle Erlebnisse hilft, dass Sex in stabilen Beziehungen über Jahre in der Genusszone bleibt. Negative Erwartungen provozieren Vermeidung und Beziehungskonflikte.
    6. 25. Schlafstörungen

      Angelika A. Schlarb
      Zusammenfassung
      Der Schlaf ist lebenswichtig für uns, jedoch merken wir dies meist erst dann, wenn es Probleme mit dem Schlafen gibt. Auswirkungen von mangelndem oder schlechtem Schlaf sind oftmals Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungseinbußen oder Stimmungsschwankungen aber auch Arbeitsunfälle. Zwischen 20 und 30 % der Allgemeinbevölkerung weisen Schlafprobleme auf und ca. 10 % leiden unter einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung. Die größte Gruppe der Schlafstörungen sind die Insomnien. Daher wird die hypnotherapeutische Vorgehensweise bei Insomnien hier besonders behandelt und in Augenschein genommen. Zum anderen wird das Restless Legs Syndrom hier vorgestellt und ein hypnotherapeutischer Ansatz dargestellt. Alle hypnotherapeutischen Strategien wurden wissenschaftlich untersucht und publiziert und können somit als wissenschaftlich fundiert gelten.
    7. 26. Stress

      Reinhold Zeyer
      Zusammenfassung
      Stress ist einer der wesentlichen Gesundheitsfaktoren des 21. Jahrhunderts. Er kann pathologische Prozesse fördern: akute (z.B. Versagensängste); chronische (u.a. Burnout, psycho-physiologische Störungen) und dysfunktionale Verhaltensmuster (Vermeidungsverhalten, Aggression). Entscheidend sind bewusste und unbewusste Bewertungsprozesse. Bei Gefahreneinschätzung mit starken negativen Gefühlen und hohem Stress kann der Zugang zum Potenzial des Selbstsystems (des Unbewussten) gestört oder gar blockiert werden. Aus Erkenntnissen der Stress- und Hirnforschung werden Strategien und Methoden der Behandlung abgeleitet. Den Rahmen bildet dabei eine kompetenzorientierte Gesprächsführung mit dem Ziel, aus der Erzählung des Patienten Kompetenzen und Ressourcen zu heben und in der unbewussten Selbstregulation zieldienliche Such- und Bahnungsprozesse anzuregen. Bei den Veränderungsstrategien auf der Tranceebene geht es um die Nutzung allgemeiner ich-stänkernder sowie kompetenz-spezifischer Ressourcen, die Bearbeitung hinderlicher Vorerfahrungen, der Bahnung positiver Bewältigungserfahrungen, der Nutzung von Metaphern und Geschichten sowie der Gestaltung und Nutzung ideomotorischer und ideosensorischer Rückmeldesysteme für Stresslösungsprozesse.
    8. 27. Leistungsbeeinträchtigungen und Leistungssteigerung im Sport

      Reinhold Bartl
      Zusammenfassung
      Für sportliche Hochleistungen reichen körperliche Fitness und langjähriges intensives motorischesTraining allein nicht mehr aus. Geforderte Leistungen sind von psychischen Faktoren wie Motivation, Einstellungen, Konzentration oder Siegeswille stark abhängig. Diese können als hochspezifische Tranceprozesse verstanden werden, die eine leistungsförderliche Kooperation von körperlichen und psychischen Prozessen herstellen. Hypnotherapeutische Methoden sind besonders geeignet, dieses Zusammenspiel zu unterstützen. Der Artikel benennt und beschreibt einige dieser Methoden. Zudem werden Indikationen und Kontraindikationen von Hypnose im Leistungsbereich diskutiert.
  7. Neurosen und Persönlichkeitsstörungen

    1. Frontmatter

    2. 28. Angststörungen

      Paul Janouch
      Zusammenfassung
      Schätzungsweise 1 bis 2 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Angstsymptomen, die somit zu den häufigsten psychischen Störungen gehören. Das vorgestellte Behandlungsmodell kann Angstbehandlungen einfach, schnell und effektiv machen und ist außerdem mit verhaltenstherapeutischen oder tiefenpsychologischen Ansätzen kompatibel. Kernpunkt des Ansatzes ist ein problem- bzw. symptomorientiertes Vorgehen. Das bedeutet, dass es nicht darum geht, ein störendes oder dysfunktionales Verhalten zu eliminieren, sondern dass das Symptom als Ressource verstanden und genutzt werden soll. Das Modell geht davon aus, dass Angstsymptome ursprünglich eine sinnvolle Funktion hatten (oder noch haben). Oder anders gesagt: Angstsymptome beruhen auf traumatischen Erfahrungen. Mit hypnotischen Techniken, die unmittelbar am Symptom ansetzen, kann das Symptom entschlüsselt, in seiner „Sprache“ verstanden werden. Das Suchen und Finden von Lösungsideen wird dadurch enorm erleichtert.
    3. 29. Agoraphobie und soziale Phobie

      Claude Béguelin
      Zusammenfassung
      Auf der Basis zweier Fallbeispiele werden folgende hypnotische Techniken beschrieben: 1. Konfrontationsübung in Trance, 2. Affektbrücke, 3. Verdinglichung des Symptoms (Identifikation und Modifikation der durch die Angst hervorgerufenen Körperwahrnehmungen). Die gesamte Therapieplanung orientiert sich an 4 Ebenen der Angst: Die interaktionelle, die Verhaltens-, die physiologische und die subjektiv-kognitive Ebene. Die hypnotischen Techniken werden in die oben beschriebenen Ebenen integriert. Bewusst wurden zwei schwierige Fälle ausgesucht um der Komplexität der Behandlung gerecht zu werden.
    4. 30. Zwänge

      Birgit Hilse
      Zusammenfassung
      Menschen mit Zwängen sind per se „Meister der Selbsthypnose“. Sie hypnotisieren sich quasi unbewusst und unwillkürlich durch ihr Denken und Verhalten in ihr problematisches Erleben hinein. Ungewollt entsteht ein dissoziativer Bewusstseinszustand (Problem-Trance) mit Trancephänomenen, die hypnotischen Trancephänomenen sehr ähnlich sind. Fallberichte zu Hypnose bei Zwängen belegen, dass durch Hypnose im Einzelfall deutliche Verbesserungen der Symptomatik erzielt werden können. In diesem Kapitel werden hypnotherapeutische Interventionsmöglichkeiten dargestellt, die in der Kombination mit kognitiv-verhaltenstherapeutischen oder auch anderen Therapieverfahren angewandt werden können.
    5. 31. Depressionen

      Ortwin Meiss
      Zusammenfassung
      Abgeleitet von einem einfachen Modell zur Entstehung von Depressionen zeigt der Beitrag, wie hypnotherapeutische Methoden bei Depressionen angewendet werden können. Neben Techniken, die dem Patienten ermöglichen, selbst die inneren und äußeren Bedingungen zu erkunden, die ihn in die Depression geführt haben, erläutert der Beitrag, wie die in der Kindheit erworbenen Haltungen, Einstellungen und Interaktionsmustern exploriert und verändert werden können. Der Patient kann über hypnotherapeutische Verfahren zudem die Erfahrung machen, dass er durchaus sein Handeln, seine Entscheidungen und seine emotionale Befindlichkeit beeinflussen und steuern kann. Die Nutzung von Geschichten und Metaphern und die Verwendung indirekter Suggestionen wird dargelegt, womit der Widerstand und die Ambivalenzen des Patienten umgangen werden kann. Abschließend wird beschrieben, wie man mit Suizidabsichten kreativ umgehen kann.
    6. 32. Trauer und komplizierte Trauerverläufe

      Roland Kachler
      Zusammenfassung
      Bei schweren Verlustsituationen ist zunächst Trauerbegleitung indiziert, die die neurobiologischen Reaktionen des Bindungssystems so unterstützt, dass keine prolongierten Trauerprozesse eintreten. Bei einem komplizierten oder prolongierten Trauerverlauf ist dann Trauertherapie angezeigt. Der hypnosystemische Traueransatz integriert hypnotherapeutische und systemische Methoden. Er stellt einen beziehungsorientierten Ansatz dar, bei dem neben der schmerzlichen Realisierung des Verlustes die internale imaginative Beziehung zum Verstorbenen unterstützt und gefördert wird. So kann der internale Ego-State des Verstorbenen zu einer hilfreichen Ressource für das weitergehende Leben nach einem schweren Verlust werden.
    7. 33. Posttraumatische Belastungsstörung

      Gisela Perren-Klingler
      Zusammenfassung
      In diesem Kapitel wird über die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) berichtet und therapeutische Prinzipien an einem Fall demonstriert. Die Grundlagen einer Behandlung von PTBS sind immer gleich und werden mit offiziellen und inoffiziellen hypnotischen Techniken am besten erreicht: 1. Assoziativ: Erarbeiten von Sicherheit und Kompetenz in der Beziehung zur Therapeutin und Psychoedukation über Stressmanagement (Atemübung) und die Normalität der auf extremem Stress beruhenden Symptome. 2. Dissoziativ: Vorbereitung einer multiplen therapeutischen Dissoziation, um so ein erstes Mal die Narrative ruhig (d. h. ohne Überflutung durch Stresssymptome) zu visualisieren, und dann zu desaktivieren. Heute wissen wir, dass dieses Vorgehen auch neurobiologisch sinnvoll ist, indem einerseits das autonome periphere Nervensystem und andererseits gewisse Hirnanteile beruhigt oder wieder aktiviert werden. Die beschriebenen Techniken reihen sich in der kognitiv-verhaltensorientierten Sichtweise von Trauma ein. Es wird auf jegliche Interpretation verzichtet, hingegen das Wertsystem des Patienten und seine Selbstermächtigung, die im Trauma verletzt worden sind, gestärkt.
    8. 34. Dissoziative Identitätsstörung

      Onno van der Hart
      Zusammenfassung
      Bei dissoziativen Störungen wird ein Zusammenhang von Trauma, Dissoziation und Hypnose angenommen. Die dissoziativen Symptome der Störung scheinen mit unkontrollierten hypnotischen Zuständen in Beziehung zu stehen. Die bei dissoziativer Psychopathologie zugrunde liegenden Traumata können innerhalb eines phasenorientierten Behandlungsmodells bearbeitet werden. In den drei Phasen dieses Behandlungsmodells können nach Prüfung auf Indikation bzw. Kontraindikation klinisch-hypnotische Techniken Einsatz finden. Mithilfe klinischer Hypnose können in der Phase der Stabilisierung dissoziative Symptome induziert werden, um mehr Kontrolle über dissoziative Zustände zu erlangen. Im Unterschied zu unkontrollierten dissoziativen Zuständen kann der klinisch-hypnotische Zustand von Therapeut und Patient kontrolliert und reguliert werden. In der Phase der Exploration traumatischer Erinnerungen und in der Phase der Reintegration der Persönlichkeit kann der sorgfältige Einsatz von Hypnose ebenfalls als Teil einer umfassenden Behandlung Anwendung finden.
    9. 35. Frühe und Borderline-Störungen

      J. Philip Zindel
      Zusammenfassung
      Unter bestimmten Voraussetzungen kann Hypnose bei frühen und Borderline-Störungen ein ausgezeichnetes therapeutisches Werkzeug darstellen. Im Mittelpunkt der Ausführungen steht die Methode der „aktiven Introjektion des Therapeuten in Hypnose“. Sie fußt im Wesentlichen auf dem Aufbau und der Nutzung der Besonderheiten der hypnotischen Beziehung. Diese ist charakterisiert durch eine schützende, symbiotische Nähe und eine erhöhte emotionale Plastizität und erlaubt somit eine besondere Art von Arbeiten in einer Symmetrie der Trancen von Patient und Therapeut. Der Patient wird darin eingeladen, in der Trance den Therapeuten als Symbol in seinen hypnotischen Traum einzubeziehen. Der Therapeut ist nun bestrebt, sich in seiner eigenen Trance mit diesem Symbol zu identifizieren, und orientiert dementsprechend seine Interventionen. Diese Art von Trance-Interaktionen ermöglicht einen Aufbau von Ressourcen dank der reparativen Eigenschaften der hypnotischen Beziehung.
  8. Psychosomatik

    1. Frontmatter

    2. 36. Hypnotherapie in der Psychosomatik – ein therapeutisches Modell

      Reinhard Weber
      Zusammenfassung
      Der Beitrag beschreibt einen hypnotherapeutisch strukturierten, idealtypischen Ablauf zur Behandlung von Patienten mit sog. psychosomatischen oder funktionellen Störungen. Ausgangspunkt sind die besonderen Bedingungen des Rapportaufbaus, da die betreffenden Patienten meist ein sehr organisch geprägtes Krankheitsmodell aufweisen. Darauf folgen hypnodiagnostische und ressourcenorientierte Überlegungen sowie die Erarbeitung angemessener Ziele. Als Kernstück der Therapie wird die Umwandlung von anfänglich als problematisch erlebten Symptomrepräsentanzen zu hilfreichen Kommunikationspartnern und der konstruktive Umgang mit ihnen dargestellt.
    3. 37. Psychosomatische Störungen

      Ortwin Meiss
      Zusammenfassung
      Der Beitrag enthält konkrete Anleitungen zur Anwendung der Hypnotherapie bei psychosomatischen Störungen. Er zeigt, wie die den psychosomatischen Patienten zugeschriebene Alexithymie mit hypnotherapeutischen Methoden aufgelöst werden kann, und wie es den Patienten gelingt, über die Nutzung ideodynamischer Prozesse selbst den Zusammenhang zwischen psychosozialen Ereignissen und Bedingungen und der psychosomatischen Störung herzustellen. Oft entwickeln sich dann konkrete Lösungsideen für die Problematik.
    4. 38. Reizdarmsyndrom

      Winfried Häuser
      Zusammenfassung
      Bauchhypnose („gut-directed hypnosis“) ist eine wirksame und von gastroenterologischen Fachgesellschaften empfohlene Behandlungsmethode beim Reizdarmsyndrom (RDS). Das RDS ist durch chronische Bauchschmerzen und Stuhlunregelmäßigkeiten ohne Nachweis einer die Beschwerden erklärenden Darmschädigung oder biochemischen Abweichungen definiert. Für die Bauchhypnose liegt ein strukturiertes Behandlungsprotokoll vor: Edukation zu psychophysiologischen Grundlagen des RDS, ich-stärkende Suggestionen, darmbezogene Suggestionen und darmbezogene posthypnotische Suggestionen. In Ergänzung zu den Standardsuggestionen werden individuell an die Ausprägung des RDS sowie die psychologischen Besonderheiten des Patienten angepasste Suggestionen gegeben. Die Bauchhypnose kann mit anderen psychotherapeutischen Verfahren wie kognitive Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie kombiniert werden.
    5. 39. Psychosomatische Schmerzen

      Hanne Seemann
      Zusammenfassung
      Der Beitrag stellt psychosomatische Schmerzen als Kommunikationsstörung zwischen den willkürlichen und unwillkürlichen Funktionssystemen des Patienten dar, die metaphorisch als Ich und mein Körper konzipiert werden. Innerhalb dieses metaphorischen Raumes wird die Therapie als Beziehungsbildung zwischen zwei einander entfremdeten Instanzen verstanden, von denen die eine (der Körper, bzw. der beseelte Leib) sich mithilfe eines Schmerzsymptoms beklagt und um Hilfe ruft, während die andere (das Ich-Bewusstsein) die Aufgabe hat, herauszufinden, was dem Körper fehlt bzw. was er braucht, um seine Schmerzklagen aufgeben zu können. Prinzipiell ist der Organismus fähig, seine interne funktionelle Ordnung autoregulativ aufrechtzuerhalten. Psychosomatische Symptome weisen darauf hin, dass er Störungen nicht mehr selbsttätig kompensieren kann und Unterstützung von „außen“ benötigt.
    6. 40. Chronische Schmerzen

      Burkhard Peter
      Zusammenfassung
      Für die Behandlung chronischer einschließlich somatoformer Schmerzpatienten werden verschiedene dissoziative, assoziative und symbolische Techniken vorgestellt. Grundsätzliche Strategien wie die Konstruktion und Modifikation einer „Schmerzgestalt“ für symptomorientiertes Vorgehen oder eines „Symptomträgers“ für problemorientiertes, u. U. auch explizit „psychodynamisches“ Vorgehen werden ausführlich erläutert und eine differenzielle Indikation für beide Strategien wird dargelegt.
  9. Somatik

    1. Frontmatter

    2. 41. Hypnose und Medizin

      Ernil Hansen
      Zusammenfassung
      Hypnose hat der Medizin sehr viel zu bieten. Ihr Verständnis und das von Placebo- und Nocebo-Effekten kann helfen, allgegenwärtige negative Einflüsse auf Patienten zu verringern oder zu vermeiden, verbale wie auch nonverbale. Wesentlich kann sie auf die Existenz und Bedeutung des Bewusstseinszustandes der Trance hinweisen und auf die Wirkung von Suggestionen auf psychische und auf unwillkürliche physiologische Funktionen. In der Akutmedizin, d. h. im Notfall, im Zahnarztstuhl oder bei Operationen ist die Besonderheit zu berücksichtigen, dass durch Angst, Stress und Schmerz Patienten von selbst, als eine Notfallreaktion, in eine „natürliche Trance“ gehen und sich entsprechend “anders“, weniger vernünftig verhalten und eine erhöhte Aufmerksamkeit und Suggestibilität zeigen. Eine Hypnoseinduktion ist daher meist nicht notwendig, Suggestibilität und Trancetiefe regelt der Bedarf des Patienten. Es ergeben sich evidenz-basiert zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten von Therapeutischer Kommunikation und Therapeutischer Beziehung, v. a. bei der Begleitung invasiver Eingriffe. Wesentliche Komponenten dabei sind Dissoziation an einen sicheren Wohlfühlort, Umbewertung störender Sinneseindrücke, das Ansprechen der psychologischen Grundbedürfnisse und spezifische Suggestionen der Analgesie, Beruhigung und Regulation. Hypnose und hypnotische Kommunikation sind dabei supportiv, nicht alternativ einzusetzen und können für viele nicht medikamentös behandelbare Herausforderungen eine Lösung bieten, die eine Re-Integration in die Medizin fördern.
    3. 42. Dermatologie

      Michael Teut
      Zusammenfassung
      Hypnose kann vielfältig unterstützend bei Hauterkrankungen angewendet werden. Hypnotische Behandlungsstrategien aus der Praxis umfassen Symptomlinderung, Veränderung von hinderlichen oder destruktiven Verhaltensmustern, Verbesserung von Coping-Strategien, Änderung immunologischer Reaktionsmuster, Änderung der physiologischen Reaktionen, Unterstützung in der Psychotherapie psychosomatisch bedingter oder verschlechterter Hauterkrankungen sowie die Begleitung von chirurgischen Eingriffen und Biopsien. Klinisch bewährte Strategien und Skripte werden vorgestellt. Es besteht ein Forschungsbedarf für qualitative hochwertige Studien zur Anwendung in der Dermatologie.
    4. 43. Hypnose in der Onkologie

      Hansjörg Ebell, Klaus Hönig
      Zusammenfassung
      Die Diagnose einer Krebserkrankung dringt krisenhaft ins Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Notwendige Behandlungsmaßnahmen und ungewisse Zukunftsaussichten lösen oft Gefühle von Überforderung, Hilflosigkeit und Ohnmacht aus. Sämtliche Lebensbereiche werden davon durchdrungen und oft wird die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Hypnotherapeutische Ansätze haben sich im Gesamtkontext einer leitliniengerechten psychoonkologischen Versorgung als nachhaltig wirksam erwiesen. Sie reduzieren wirksam krankheits- und behandlungsassoziierte Belastungen (insbes. Schmerzen, Ängste und Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie) und verbessern die Bewältigung der Krankheit und ihrer Folgen. Neben diesen kurz- und mittelfristigen klinischen Einsatzbereichen erweist sich ein ressourcenorientiertes hypnosystemisches Vorgehen auch langfristig als hilfreich bei der notwendigen Neuorientierung der Betroffenen, d. h. der Förderung von Entwicklungsschritten und konstruktiver Beziehungsgestaltung.
    5. 44. Hypnose bei Immunerkrankungen

      Harald Krutiak
      Zusammenfassung
      Viele körperliche Erkrankungen gehen mit Störungen des Immunsystems einher: Allergien, Autoimmunerkrankungen, Krebs sowie chronische Infektionen. Die Psychoneuroimmunologie beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Zentralnervensystem, Hormon- und Immunsystem und stellt die komplexen Kommunikationswege zwischen diesen eng verknüpften Funktionsbereichen dar. Das Immunsystem, der Wächter unserer somatischen Identität, kann lernen. Es folgt hierbei jenen Gesetzen, die auch in der Psychologie für Konditionierung beschrieben sind. Ausgehend von O. Carl Simontons Ansatz der Visualisierung bei Tumorerkrankungen wird in diesem Kapitel ein explizites Prozedere vorgestellt, welches, dem „proof of principle“ folgend, Patienten mindestens ein Mittel zur Steigerung der Selbstwirksamkeitserwartung, bestenfalls ein Instrument zur Immunmodulation in die Hand gibt.
    6. 45. Tinnitus und Hörsturz

      Detlef Kranz, Helmut Schaaf
      Zusammenfassung
      Fast ein Prozent der Bevölkerung leidet an Tinnitus. Häufig geht das Leiden am Tinnitus mit weiteren Problemen einher, wie z. B. Konzentrations- und Schlafstörungen, Ängsten und Depressionen. Beim dekompensierten Leiden am Tinnitus können zahlreiche hypnotherapeutische Zugänge hilfreich sein. Diese können sowohl verhaltenstherapeutische als auch psychodynamische Therapieangebote ergänzen. Der einführende Teil des Kapitels vermittelt basale medizinische Kenntnisse zur Entstehung eines Tinnitusleidens und informiert über die Diagnostik und Therapieplanung bei der Anwendung hypnotherapeutischer Methoden. Ausführlich wird anschließend das hypnotherapeutische Vorgehen beschrieben. Es werden ausführlich Beispiele symptom- und problemorientierter Methoden der Hypnotherapie dargestellt In hypnotische Strategien des Zugangs zum Problem mithilfe von direkten Suggestionen bis hin zu indirekten und symbolischen Suggestionen wird in eingeführt. Die dargestellten hypnotherapeutischen Techniken können individuell angepasst werden und ermöglichen sowohl die Bearbeitung monofokaler Themen, wie z. B. die Aufmerksamkeitslenkung, Entspannung, Stress, als auch die Bearbeitung komplexerer Ursachen des Tinnitusleidens, wie z. B. das Erkennen von Zusammenhängen und Ursachen sowie deren Veränderung. Anschließend wird kurz auf die hypnotherapeutische Unterstützung bei einem plötzlichen Hörverlust (Hörsturz) eingegangen und eine supportive Intervention vorgestellt.
    7. 46. Hypnose bei Zahnärztlichen „Problempatienten“

      Albrecht Schmierer, Thomas Gerhard Wolf
      Zusammenfassung
      Der Einsatz von Hypnose in der Zahnmedizin ist für das ganze Team, für Behandler und Patienten eine große Erleichterung: Hypnose ist eine hervorragende Möglichkeit, Angst abzubauen. Sie ermöglicht einen entspannten Umgang mit „Problempatienten“ bzw. „schwierigen Patienten“, erhöht die Compliance, vermindert den Stress und verbessert die Qualität durch ruhiges und konzentriertes Arbeiten. Für den Zahnarzt ermöglicht Hypnose eine bessere Diagnostik und Therapie bei psychosomatischen Krankheitsbildern, die Kinderbehandlung wird spielerisch und leicht. Mit Hypnose spart man oder reduziert Arzneimittel und die Heilung wird beschleunigt. Es gibt weniger Zwischenfälle (unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit einer medizinischen Behandlung) und das Arzt-Patientenverhältnis wird durch den Rapport und das resultierende Vertrauen optimiert, das sich bei Hypnosebehandlungen aufbaut.
    8. 47. Geburtsvorbereitung

      Helga Hüsken-Janßen, Silvia Fisch
      Zusammenfassung
      Nach einem Überblick über historische und aktuelle Konzepte der Geburtsvorbereitung zur Erleichterung der Geburt wird die inhaltliche Konzeption und praktische Durchführung der HypnoMentalen Geburtsvorbereitung (Hüsken-Janßen 2005) als aktuelle Weiterentwicklung der Hypnoreflexogenen Methode (Schauble et al. 1998) ausführlich dargestellt. Die HypnoMentale Geburtsvorbereitung strebt in einem Probelauf der Geburt in Trance durch den Einsatz verschiedener hypnotherapeutischer Techniken die Unterbrechung des Angst-Anspannungs-Schmerz-Kreislaufs an. Die Wirksamkeit der HypnoMentalen Geburtsvorbereitung wurde in einer multizentrischen Untersuchung von Hüsken-Janßen (2005) nachgewiesen. Abschließend werden weitere Anwendungsbereiche von Hypnose in der Schwangerschaft vorgestellt: Hyperemesis gravidarum, vorzeitige Wehen und drohende Frühgeburt.
    9. 48. Palliativversorgung

      Wolfgang Schulze
      Zusammenfassung
      Patienten in der Palliativversorgung bzw. in der letzten Lebensphase erleben gehäuft Trance-Zustände. Detaillierte Kenntnisse über die dabei auftretenden Phänomene erweisen sich für jeden in der Palliativversorgung Tätigen als sehr hilfreich im Umgang und in der Kommunikation mit diesen Patienten: „implizite Hypnose“. Neben dieser essenziellen Bedeutung der Kommunikation spielt die Symptomkontrolle auf der physischen, der psychischen, der sozialen und der spirituellen Ebene in der Palliativmedizin die zentrale Rolle. Dabei lässt sich eine „explizite“ Hypnotherapie gerade für die in der letzten Lebensphase vorkommenden Symptome wie Schmerz, Atemnot, Übelkeit, Angst etc. ressourcenorientiert und schnell wirksam anwenden mit gleichzeitiger Stärkung von Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl. Die Hypnose kann den Fokus schließlich auf die Lebensthemen der Patienten lenken und eine wertschätzende Begleitung von Patienten und Angehörigen in der letzten Lebensphase und dann auch in der Trauer ermöglichen.
  10. Kinder und Jugendliche

    1. Frontmatter

    2. 49. Hypnotherapie bei Kindern und Jugendlichen

      Susy Signer-Fischer
      Zusammenfassung
      Hypnotherapie mit Kindern und Jugendlichen beinhaltet die gleiche Grundhaltung und arbeitet mit ähnlichen Methoden wie mit Erwachsenen: Sie fokussiert auf Lernfähigkeit anstatt auf pathologisch bedingte Defizite. Die Hypnotherapie nutzt den veränderten Bewusstseinszustand, Suggestionen, Erklärungen, Reframing und Humor und unterstützt das Lernen durch konkretes Handeln und erlaubt verdichtetes Arbeiten. Dank dieser Eigenschaften ist Hypnotherapie besonders geeignet für Kinder und Jugendliche – es gibt aber einige Aspekte, die bei jungen Patienten besonders beachtet werden müssen (Signer-Fischer et al. 2014; Signer-Fischer 2019, 2022), wie der Schutz, Kontrolle der Trance und der Qualität derselben, sowie Unterscheidung zwischen Realität und Vorstellung. In diesem Kapitel wird auf den Einsatzbereich im Kindes- und Jugendalter sowie auf spezifische Interventionen in unterschiedlichen Entwicklungsstufen, deren Anwendungsbereiche und Behandlungsebenen eingegangen. Weiter werden einige kurze, wirksame, leicht anzuwendende hypnotische Interventionen gut nachvollziehbar beschrieben.
    3. 50. Psychosomatische Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen

      Charlotte Wirl
      Zusammenfassung
      Bei somatoformen, psychosomatischen Beschwerden und Schmerzen im Kindes- und Jugendalter bieten Hypnose und Hypnotherapie unterschiedliche hervorragende kurztherapeutische Möglichkeiten. Dieses Kapitel beschäftigt sich – neben Hinweisen auf die Definition und Ätiologie der Symptomatik, Indikationen und Kontraindikationen – mit Techniken zur Aufwertung des Selbstwertgefühls, mit symbolischer Darstellung des Symptoms und seiner Veränderung in Trance, Ressourcenaktivierung durch Kraftwesen, Geschichten und weiteren Ressourcen aktivierenden Techniken. Die Symptompersonifizierung/Symboldarstellung mit Einführung eines speziellen Helferwesens kann bei somatoformen Beschwerden und psychosomatischen Erkrankungen als Kurzinterventionen angewandt werden, während die Symptompersonifizierung mit Veränderung der Sinnesqualitäten (Submodalitäten), vor allem zur Veränderung von Wahrnehmung eines Schmerzes wie z. B. bei Juckreiz bei Dermatitis, Menstruationsbeschwerden und onkologischen Beschwerden genutzt wird. Dazu kommt das Erlernen von Selbsthypnose mit spezifischem Inhalt, denn das ist essenziell bei Symptomen wie Asthma, Neurodermitis und Migräne. Diese Techniken beruhen auf dem lösungs- und ressourcenorientierten Ansatz von Milton H. Erickson.
    4. 51. Nägelbeißen und Trichotillomanie

      Hiltrud Bierbaum-Luttermann, Siegfried Mrochen
      Zusammenfassung
      Häufigkeit der genannten Verhaltensstörungen und Symptomatiken sowie Ursachen und vielfältig beobachtbare Erscheinungsformen werden erläutert. Die Beschreibung der Behandlung mit hypnotherapeutischen und hypnosystemischen Interventionen erfolgt aufgrund der Erfahrung, dass Störungen und symptomatische Entwicklungen, die in automatisierte, unbewusste Prozesse eingebettet sind, erfolgreich mit Hypnose behandelt werden können. Der Wichtigkeit Vertrauen schaffender Rapportprozesse folgen Hinweise auf eine notwendige Selbstwert stärkende Motivations- und Ressourcenförderung. Hervorgehoben werden Informationen zur Gewohnheitsbildung und die Bedeutung der Motivationsklärung. Neben den hypnotischen Interventionen werden paradoxe Strategien beschrieben. Fallbeispiele in Einzelsetting wie systemisch orientierte zeigen Behandlungsstruktur sowie Verlauf und Ergebnisse der Therapien.
  11. Wirksamkeit und weitere Themen

    1. Frontmatter

    2. 52. Forensische Hypnose

      Ein erinnerungsunterstützendes Verfahren im Rahmen polizeilicher Ermittlungen Andrea M. Beetz, Alexander von Delhaes
      Zusammenfassung
      Forensische Hypnose beschreibt den Einsatz von Hypnose, um im Rahmen polizeilicher Ermittlungen die Erinnerung von Zeugen zu unterstützen. Eingesetzt wird sie, wenn die üblichen Vernehmungsmethoden wenig erfolgreich waren bzw. wenn es möglich erscheint, dass noch mehr relevante Details erinnert werden könnten. Hier werden aktuelle Informationen zum Einsatz forensischer Hypnose in Deutschland und international vorgestellt, inklusive Voraussetzungen, Ablauf, Risiken und Kritik. Die Erfahrungen der Autoren mit der forensischen Hypnose dienen als Basis für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nutzen dieser Technik für die polizeilichen Ermittlungen.
    3. 53. Heilung und Tod durch Suggestion

      Gary Bruno Schmid
      Zusammenfassung
      Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte gibt es zahlreiche Überlieferungen, dass Menschen durch Suggestion sowohl geheilt als auch getötet werden können. In der Neuzeit sind derartige psychogene Heilungs- und Todesfälle in der Fachliteratur gut dokumentiert, z. B. im Rahmen von Studien zum Placebo- bzw. Nocebo-Effekt. Körper und Geist stehen wie die beiden Seiten einer Medaille in einer eigenartigen, untrennbaren Einheitsbeziehung zueinander. Es kann zumindest im Prinzip egal sein, wo man die Grenze suggerieren will, nicht aber in der Praxis. Spätestens seit der Quantenphysik wissen wir von solche einer „Zweieinigkeit“ zwischen dem Beobachter und dem Objekt – zwischen Bewusstsein und Materie –, dass eine experimentelle Anordnung, die die (bewusste) Beobachtung eines Messprozesses ermöglicht, andere messbare physikalische Konsequenzen mit sich bringt als ein prinzipiell unbeobachtbarer Messprozess. Was, wenn diese Anordnung zusammen mit dem Objekt der sich selbst beobachtende Mensch ist? Hier spielen sechs Elemente eine zentrale Rolle, die eine wirksame hypnotherapeutische Behandlung zur individuellen Selbstheilung ermöglichen.
    4. 54. Humor und Hypnotherapie

      Peter Hain
      Zusammenfassung
      Nach einem kurzen Blick auf die Fachliteratur zu Humor und Lachen in der Forschung und Therapie werden wichtige Voraussetzungen, wie die Grundhaltung und Beziehungsgestaltung, sowie die Wirkung von Humor als vielfältig nutzbare hypnotherapeutische Haltung und Interventionsmöglichkeit beschrieben und mit einem kurzen Fallbeispiel illustriert. Während humorvolle Interventionen im therapeutischen Kontext selbst einen leichten Trancezustand induzieren können, gilt es bei humorvollen Angeboten in Trance, wie z. B. „humor place“, gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Abschließend werden Möglichkeiten dargestellt, humorvolles Handeln in den eigenen persönlichen Stil zu integrieren.
    5. 55. Achtsamkeit und Hypnose

      Michael E. Harrer
      Zusammenfassung
      Hypnose und Achtsamkeit verbindet die Intention, Bewusstseinszustände bzw. Bodymind-States zu verändern, um Leiden zu lindern; beide nutzen dazu die Lenkung der Aufmerksamkeit. In anderen Dimensionen ergänzen sie einander: Hypnose utilisiert innere Reisen in Vergangenheit und Zukunft; Achtsamkeit fokussiert auf die Gegenwart. Hypnose verändert die Erfahrung selbst, Achtsamkeit die Haltung ihr gegenüber. Achtsamkeit dekonstruiert die Wahrnehmung, fördert Einsichten und hilft, aus dem Autopilotenmodus auszusteigen. Hypnose utilisiert Unwillkürliches und automatisiert Zieldienliches. Achtsamkeitspraxis kultiviert über ein teilhabendes, disidentifiziertes Beobachten, Akzeptanz und Gleichmut, Selbstmitgefühl und Verbundenheit. Autosuggestive Elemente und posthypnotische Aufgaben unterstützen die Achtsamkeitspraxis. Die durch den Hypnotherapeuten verkörperte Achtsamkeit fördert den Rapport und prägt auf heilsame Weise die therapeutische Allianz und die Anwendung seiner „Tools“.
    6. 56. Wirksamkeit von klinischer Hypnose und Hypnotherapie

      Maria Hagl
      Zusammenfassung
      Der Nachweis der Wirksamkeit einer Psychotherapiemethode sollte spezifisch je nach Indikation erfolgen und durch wenigstens zwei methodisch hochwertige Studien belegt werden. Trotz der besonderen methodischen Herausforderungen ist auch in der Psychotherapieforschung das randomisierte Kontrollgruppendesign dazu am besten geeignet. Dabei sollten noch einige weitere Qualitätsmerkmale erfüllt werden, wie sie in entsprechenden Richtlinien (z. B. CONSORT) aufgelistet sind. Für die hypnotherapeutische Behandlung von psychischen Störungen gemäß heutiger Klassifikationssysteme gibt es noch zu wenige solcher Studien. Im Bereich der somatischen Medizin ist die Effektivität von Hypnose wesentlich besser belegt, vor allem zur Schmerzreduktion, als Unterstützung bei Eingriffen und bei funktionellen Erkrankungen.
    7. 57. Neurowissenschaftliche Befunde zu hypnotischen Suggestionen

      Ein Einblick in drei deutschsprachige Forschungsinstitute Björn Rasch, Wolfgang H. R. Miltner
      Zusammenfassung
      Hypnotische Suggestionen werden im Rahmen einer Hypnotherapie erfolgreich für die Behandlung genutzt. Allerdings bleibt dabei meist unklar, warum genau es zu Veränderungen gekommen ist. Die Untersuchung der Hirnaktivität bietet eine wichtige Möglichkeit, die neurobiologischen Prozesse besser zu verstehen, die den Verhaltensänderungen zu Grunde liegen. In diesem Kapitel stellen wir exemplarisch Studienergebnisse vor, die die Hirnaktivität von hypnotischen Suggestionen bei Schmerz, visueller und auditiver Wahrnehmung, beim Arbeitsgedächtnis und Schlaf untersucht haben. Wir beschränken uns dabei hauptsächlich auf Studienergebnisse aus drei deutschsprachigen Forschungslaboren. Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, dass durch hypnotische Suggestion erwirkte Verhaltensänderungen mit messbaren Änderungen der Hirnaktivität einhergehen. Die Ergebnisse legen nahe, dass solche Verhaltensänderungen nicht „eingebildet“ sind oder willentlich „simuliert“ werden, sondern durch Veränderungen der neuronalen Verarbeitung von Informationen in unserem Gehirn verursacht werden. Wahrscheinlich fördern hypnotische Suggestionen eine verstärkte Dissoziation und Entkopplung der Verarbeitung von Information in verschiedenen neuronalen Netzwerken, die im normalen Wachzustand eng zusammenarbeiten.
    8. 58. Stationäre Hypnotherapie in Psychiatrie und Psychosomatik

      Matthias Nörtemann
      Zusammenfassung
      Der Artikel beleuchtet, wie sich Hypnotherapie in der stationären Psychiatrie und Psychosomatik ein- und umsetzen lässt. Für viele psychische Störungsbilder bestehen gute hypnotherapeutische Therapiekonzepte, die sich gut in die stationären Einzelkontakte integrieren lassen. Hypnotherapie kann aber auch im Stationsalltag und für die Arbeit im multiprofessionellen Team genutzt werden. Hypnosystemische Kommunikationsstrategien sind eine wichtige Ergänzung zur allgemeinen Gesprächsführung und können gerade in schwierigen Situationen einen relevanten Unterschied machen. Daneben ist eine Reflexion der grundsätzlichen Haltungen und Konzepte von Ericksonscher Hypnotherapie hilfreich für die Gestaltung der stationären Patientenbehandlung. Anhand von Fallbeispielen wird diskutiert, wie das im Alltag aussehen kann.
    9. 59. Schlussdiskussion

      Dirk Revenstorf, Björn Rasch
      Zusammenfassung
      Hypnose beschreibt eine nach innen gerichtete Zustandsveränderung der Aufmerksamkeit, die sowohl somatische als auch psychosomatische Probleme beeinflusst und motorische Muster und kognitiv-affektive Schemata modifiziert. Sie orientiert sich im Wesentlichen mehr an der Problemlösung und Ressourcenaktivierung, als an der Diagnostik. Die Hypnotherapie ist in viele Therapieformen integrierbar. Sie bedient sich psychodynamischer, systemischer und verhaltenstherapeutischer Ansätze und beruht auf einem humanistischen Menschenbild. Trotz zahlreicher Belege für die Wirksamkeit sowie wachsender Beliebtheit, wird Hypnose fälschlicherweise mit Showhypnose und dem Ausgeliefertsein statt mit Selbstwirksamkeit assoziiert. Weitere empirische, qualitativ hochwertige und methodisch fundierte Forschung über die Wirksamkeit und Effizienz der Hypnotherapie für verschiedene psychische Störungen und Krankheitsbilder sind daher für die Zukunftssicherung der Hypnose essenziell.
    10. 60. Alles Hypnose oder was?

      Kritische Nachbetrachtungen Burkhard Peter
      Zusammenfassung
      Es wird dafür plädiert, den Begriff Hypnose mit Bedacht zu gebrauchen, ihn nicht des Werbeeffektes wegen sprachlogisch falsch anzuwenden und so seiner professionellen Bedeutung zu entkleiden. Hypnose hat seit ihrem Beginn vor fast 250 Jahren Probleme mit wissenschaftlicher Anerkennung. Eine mögliche Erklärung ist, dass einige ihrer zentralen Annahmen wie z. B. der bewusste Verzicht auf kritisches Denken während einer hypnotischen Trance im Widerspruch zu dem Postulat der Aufklärung steht. Auch der schizotypische Persönlichkeitsstil hypnophiler Personen erscheint für die heute vorwiegend naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin- und Humanwissenschaften problematisch. Mit Bedauern wird beobachtet, dass Vertreter der Hypnosegesellschaften in den DACH-Ländern im Bemühen um Popularisierung den Begriff Hypnose teilweise bis zur Bedeutungslosigkeit überdehnen, damit zwar großen Widerhall in semi-professionellen und Laienkreise erfahren, es der Hypnose damit aber auch erschweren, dass sie in Wissenschafts- und Gesundheit-Systemen ernsthaft Beachtung findet.
  12. Backmatter

In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

Titel
Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin
Herausgegeben von
Dirk Revenstorf
Burkhard Peter
Björn Rasch
Copyright-Jahr
2023
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-64968-8
Print ISBN
978-3-662-64967-1
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-64968-8

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