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Über dieses Buch

Alkoholprobleme ambulant behandeln

Die meisten niedergelassenen Psychotherapeuten schließen Patienten aus, die aktuelle Alkoholprobleme haben, oder sie klammern die Probleme inhaltlich aus der Behandlung aus. Hierdurch wird eine wertvolle Chance zur Frühintervention bei Alkoholproblemen vertan. Die 2011 aktualisierten Psychotherapierichtlinien erlauben ausdrücklich die Behandlung von Alkoholmissbrauch und in begrenztem Umfang sogar die Behandlung von Alkoholabhängigen zur Erreichung von stabiler Abstinenz bzw. zur Bewältigung von Rückfällen.

Das Manual zeigt, wie niedergelassene Psychotherapeuten diese Möglichkeiten effektiv nutzen können. Es hilft den Behandlern aber auch, die Grenzen dieser Vorgehensweise rechtzeitig zu erkennen und Alkoholpatienten in diesem Fall an das Suchthilfesystem zu überweisen.

Praxisorientiert: Alles, was der Fachmann braucht – mit Arbeitsmaterialien

Die Ratlosigkeit unter den niedergelassenen Psychotherapeuten ist groß. In diesem Buch bietet Dr. Lindenmeyer, Direktor einer Suchtklinik, ein Manual, um Alkoholproblemen bei ambulanten Psychotherapiepatienten professionell zu begegnen. Arbeitsmaterialien finden sich im Buch und als kostenloser Download.

Für Psychologische Psychotherapeuten, die eine Handreichung für den sicheren Umgang mit Alkoholproblemen im Rahmen der ambulanten Psychotherapie suchen

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Grundlagen

Zusammenfassung
Dieses Kapitel ermöglicht zum einen den bislang mit Alkoholpatienten nur wenig vertrauten psychologischen Psychotherapeuten, sich das erforderliche Grundlagenwissen anzueignen, um die besondere sozialpsychologische Situation der Betroffenen, die neurobiologischen Aspekte der Sucht und die Vielfalt von Alkoholproblemen in der Praxis sicher einschätzen zu können. Zum anderen wird die besondere Situation einer im Rahmen einer ambulanten Psychotherapie offenkundig werdenden Alkoholproblematik herausgearbeitet, die sich beispielsweise in vielerlei Hinsicht von der Situation beim Hausarzt unterscheidet und entsprechend eine spezifische Haltung des niedergelassenen Psychotherapeuten gegenüber dem Patienten und seiner Problematik erfordert.
Johannes Lindenmeyer

2. Screening und Differentialdiagnostik

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die Möglichkeiten des Screenings und der differentialdiagnostischen Abklärung von Alkoholproblemen beschrieben. Da diagnostische Untersuchungen und Datenerhebungen im klinischen Alltag immer nur in dem Umfang sinnvoll sind, wie sie der Indikationsentscheidung und der tatsächlichen Behandlungsplanung dienen, wird ein gestuftes Vorgehen vorgestellt (◘ Abb. 2.1). Es wird vorgeschlagen, mit allen Patienten zu Beginn einer ambulanten Psychotherapie ein kurzes Screening auf Alkoholprobleme durchzuführen. Nur wenn dieses positiv ausfällt oder weitere Hinweise auf ein Alkoholproblem vorliegen, wird die Durchführung einer weiteren differentialdiagnostischen Abklärung empfohlen.
Johannes Lindenmeyer

3. Vermittlung ins Suchthilfesystem bei Alkoholabhängigkeit

Zusammenfassung
Es stellt sicherlich eine der undankbarsten und unangenehmsten Aufgaben für einen ambulanten Psychotherapeuten dar, einen Hilfe suchenden Patienten abzuweisen und an eine andere Behandlungsstelle zu verweisen, insbesondere wenn es sich dabei um das sozial stigmatisierte Suchthilfesystem handelt. Um angesichts des zu erwartenden Protests des Patienten innerlich gewappnet zu sein, sollte der Therapeut sich nochmals die wichtigsten Gründe vergegenwärtigen, warum es sehr sinnvoll ist, Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit an das Suchthilfesystem zu verweisen.
Johannes Lindenmeyer

4. Explizite Mitbehandlung bei schädlichem/riskantem Konsum

Zusammenfassung
Der in diesem Kapitel vorgestellte Behandlungsansatz stellt eine für den Rahmen einer ambulanten Psychotherapie vorgenommene Adaptation der vom Autor veröffentlichten stationären Kurzintervention bei Alkoholmissbrauch dar (vgl. Lindenmeyer 2001). Dieser Ansatz trägt der Tatsache Rechnung, dass der inhaltliche Schwerpunkt der ambulanten Psychotherapie auf der Bearbeitung einer primären psychischen Störung liegt und der riskante bzw. schädliche Alkoholkonsum lediglich »mitbehandelt« werden soll. Mit Ausnahme des sog. Auswertungsgesprächs, in dem vor dem Hintergrund der Diagnostikergebnisse die Notwendigkeit einer Mitbehandlung des Alkoholproblems im Rahmen der ambulanten Psychotherapie ausführlich erläutert wird und die dafür erforderlichen Absprachen getroffen werden, sowie ein bis zwei weiteren Therapiesitzungen, in denen die individuellen Änderungsziele hinsichtlich des künftigen Umgang mit Alkohol erarbeitet werden, sollen lediglich jeweils 5 bis 10 Minuten jeder Einzeltherapiesitzung für das Thema Alkohol reserviert werden.
Johannes Lindenmeyer

5. Unterstützung der Abstinenz

Zusammenfassung
Falls ein alkoholabhängiger Patient im Anschluss an eine abstinenzorientierte Entwöhnungsbehandlung aufgrund einer zusätzlich bestehenden psychischen Störung eine ambulante Psychotherapie macht, so ist es aus folgenden Gründen geboten, über die Behandlung der komorbiden Störung hinaus explizit und gezielt die Abstinenzbemühungen des Betroffenen zu unterstützen:
  • Ein Alkoholrückfall würde die Behandlung der psychischen Störung empfindlich stören und im Extremfall sogar verunmöglichen.
  • Bei einer Alkoholabhängigkeit handelt sich um eine chronische Erkrankung, deren Überwindung häufig nur über eine längere Betreuung gelingt. Oftmals ist es nicht möglich, mit einer einmaligen Behandlung das Suchtproblem ein für alle Mal zu beseitigen, vielmehr erfordert es angesichts von Rückfällen häufig mehrere Anläufe, bis endlich ein stabiler Zustand erreicht werden kann.
  • Hierbei handelt sich allerdings nicht um einen rein psychischen Prozess. Da die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit in der Regel eine Reihe von schwerwiegenden sozialen Folgen und Problemen nach sich zieht, bedarf es gezielter, über den Inhalt traditioneller Psychotherapie hinausgehender Unterstützung, um den Betroffenen wieder eine soziale Integration und Teilhabe am Arbeitsleben bzw. am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
  • Und schließlich ist seit den Arbeiten von Marlatt u. Gordon (1985) klar, dass das Erarbeiten und Einüben von geeigneten Strategien zur Bewältigung sowohl von Risikosituationen als auch von Rückfällen einen eigenständigen Gegenstand der Psychotherapie mit ganz spezifischen Interventionsmethoden darstellt.
Johannes Lindenmeyer

6. Materialien

Zusammenfassung
In diesem Kapitel finden Sie die wichtigsten der im Text erwähnten Materialien. Diese können mit freundlicher Genehmigung des Verlages zur Nutzung in den Therapiesitzungen kopiert werden. Einen Teil der Materialien können Sie aber auch kostenlos von der Website des Autors (www.salus-materialien.de) herunterladen.
Johannes Lindenmeyer

Backmatter

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In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

In b.Flat Suchtmedizin enthaltene Bücher

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