Zusammenfassung
Definition der Erkrankung/Verletzung
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Zweithäufigste Diagnose bei Läuferinnen und Läufern
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Pathogenese 2 Modelle:1.Friktionsmodell: ITB gleitet bei Knieflexion von 0 auf 30° Knieflexion von anterior nach posterior über den lateralen Kondylus des Femur. Irritation der Bursa durch Friktion an der Knieaußenseite.2.Impingementmodell: Abweichung des Femur in der Frontalebene (nach lateral oder medial) durch z. B. schwache Hüftmuskulatur. Dadurch entsteht ein Impingement des gut durchbluteten und innervierten Fettpolsters zwischen ITB und Epicondylus lateralis.
Diagnosestellung
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Anamnese: lateraler Knieschmerz nach ungewohnter Steigerung des Laufumfangs, Schuhwechsel oder Bergabläufen. Schmerzzunahme bis zu Messerstichen, die zum Abbruch führen. Submaximale Schmerzen verschwinden beim Wechsel vom Joggen zum Gehen.
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Klinik: Druckschmerz über dem oft sehr gespannten Tractus iliotibialis am lateralen Kondylus und am Tuberculum Gerdyi. Meniskuszeichen negativ.
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Funktionstests: Noble-Test [4], Laufbandanalyse
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Bildgebung: Röntgenaufnahme (Ausschlussdiagnostik), Dopplersonographie, MRT (am sensitivsten mit i.v.-KM)
Differenzialdiagnose
Typische(r) Patient(in) – Erkrankungsalter, Geschlecht, Sportart
Typischer Verletzungsmechanismus bzw. Risikofaktoren
Wichtige Zusatzdiagnostik
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MRT mit i.v.-KM, Dopplersonographie, Röntgenaufnahme Knie in 2 Ebenen stehend, ggf. Rosenberg-Aufnahmen
Indikation konservative Therapie
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Immer primär konservativer Therapieversuch
Ablauf der konservativen Therapie/wichtige Aspekte
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Edukation: Patient sollte lernen:1.Gute Prognose, braucht aber Zeit und Trainingsanpassung2.Training ist der wichtigste Baustein in der Therapie und muss mit hoher Compliance konsequent durchgeführt werden (Übungsvorschläge im Artikel)3.Training darf leichte Schmerzen bereiten (bis 3/10 VAS)
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Übungen z. B.: Running Man, Lunges, Step-up, Step-down, Side-Stepping, kontrollierte Mini-Jumps, kontrollierte Mini-Jumps (Abb. 4, 5, 6 und 7)
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Phase 3: Zurück zur LaufbelastungÜbungen z. B.: Mini-Hops, laterale Hops, einbeinige Niedersprünge, Treppe, Laufen/Gehen als Intervalltraining (Abb. 8)
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In akut-entzündlicher Situation: lokal (±systemisch) antiphlogistisch (Salbe, Pflaster), ggf. Iontophorese oder Infiltration
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In chronischer Situation: STWT, Infiltrationen
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Beseitigung modifizierbarer Risikofaktoren (z. B. Schuhkorrektur, Cleat-Position ...)
Pitfalls
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Es gibt keine One-fits-all-Lösung
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Dem Patienten gut zuhören und dementsprechend Training anpassen
Assessment
Übung | GTA-Index (gerundet) |
|---|---|
1. Clam mit Widerstand | 99,5 |
2. Clam ohne Widerstand | 88 |
3. Running Man | 70,5 |
4. Side-Step mit Widerstand | 64 |
5. Bridge mit Widerstand | 49 |
6. Hüftextension aus Bauchlage ohne Widerstand | 48,5 |
7. Hüftabduktion aus Seitlage ohne Widerstand | 45 |
8. Bridge ohne Widerstand | 41,5 |
9. Hüftextension aus Vierfüßlerstand mit Widerstand | 36 |
10. Step-up | 32 |
11. Squat | 28 |
12. Hüftabduktion im Stand mit Widerstand Spielbein | 29,5 |
13. Hüftabduktion im Stand mit Widerstand Standbein | 29 |
14. Hüftextension aus Vierfüßlerstand ohne Widerstand | 28 |
15. Hüftextension im Stand mit Widerstand Standbein | 24 |
16. Hüftextension im Stand mit Widerstand Spielbein | 19,5 |
17. Lunge (Ausfallschritt) | 18 |