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Kanadische Studie RSV-Prophylaxe auch bei älteren Kindern nützlich?

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Von RSV-assoziierten akuten respiratorischen Infektionen sind nicht nur Säuglinge, sondern zunehmend auch ältere Kinder betroffen. Eine kanadische Studie identifizierte nun Risikofaktoren für schwere Krankheitsverläufe bei diesen Kindern. Interessant sind die Ergebnisse bei Kindern über zwei Jahren.

Ziel der vorliegenden Studie war es, Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf bei hospitalisierten Kindern mit RSV-assoziierten ARI zu identifizieren – nicht nur bei der traditionell betroffenen Gruppe von Säuglingen, sondern auch bei älteren Kindern über zwei Jahren, bei denen die Inzidenz RSV-assoziierter ARI in der Post-COVID-19-Ära zugenommen hat, erklären Autoren um Dr. Nardin Kirolos von der Universität Toronto (JAMA 2025, online 11. April). In dieser älteren Gruppe spielen demnach vor allem Grunderkrankungen eine Rolle.

Alter, Erkrankungen und Frühgeburtlichkeit

Die Kohortenstudie umfasste 709 Kinder unter 18 Jahren, die zwischen dem 1. Juli 2022 und dem 30. Juni 2023 wegen einer RSV-assoziierten ARI stationär oder intensivmedizinisch behandelt wurden. Das Medianalter lag bei 13,1 Monaten. 62,3 Prozent waren Jungen, 63,8 Prozent waren jünger als zwei Jahre.

Primärer Endpunkt war ein schwerer Krankheitsverlauf, charakterisiert durch die Notwendigkeit einer nicht-invasiven oder invasiven Beatmung oder Tod. Bei 28,8 Prozent wurde ein schwerer Verlauf dokumentiert. Kinder mit schwerem Verlauf waren im Median jünger als jene mit milderem Verlauf (2,6 Monate vs. 18,6 Monate).

Bei Kindern ab zwei Jahren war ein schwerer Verlauf signifikant assoziiert mit pulmonalen Grunderkrankungen und häuslicher Sauerstofftherapie (angepasste Risk Ratio [ARR] 2,47) sowie mit neurologischen, neuromuskulären und entwicklungsbezogenen Erkrankungen (ARR 1,89).

Bei Kindern unter zwei Jahren waren insbesondere ein Alter unter drei Monaten (ARR 2,34), ein Alter zwischen drei und sechs Monaten (ARR 2,79) sowie Frühgeburtlichkeit (ARR 1,40) mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf verbunden.

Während schwere RSV-Verläufe traditionell vor allem bei Säuglingen beschrieben wurden, legten diese Daten nahe, dass auch bei älteren Kindern prophylaktische Maßnahmen zunehmend gerechtfertigt seien, kommentieren die Kollegen – vor allem angesichts der gestiegenen Prävalenz und Schwere von RSV-Erkrankungen in dieser Altersgruppe.

SARS-CoV-2 bedingte Immun-Dysregulation

Ursächlich für diesen Anstieg bei älteren Kindern seien möglicherweise eine verlängerte Suszeptibilität durch fehlende frühere Exposition gegenüber RSV sowie eine abnehmende maternale Antikörperübertragung. Zusätzlich könnte eine durch SARS-CoV-2 bedingte Immun-Dysregulation zur erhöhten Anfälligkeit für respiratorische Infektionen mit schwerem Verlauf beigetragen haben.

Die Ergebnisse unterstützen jedenfalls den Ansatz, Präventionsstrategien breitflächig auf alle Säuglinge anzuwenden – unabhängig von der medizinischen Vorgeschichte: Denn bei Kindern unter zwei Jahren ließe sich das Risiko für schwere Verläufe nicht zuverlässig allein anhand von Komorbiditäten vorhersagen. Kinder mit Frühgeburtlichkeit sollten dennoch weiterhin besondere Aufmerksamkeit erhalten, da ihr Risiko auch über das zweite Lebensjahr hinaus erhöht sein kann, lautet die Empfehlung.

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Zudem sprächen die Daten für eine Änderung internationaler Leitlinien, die aktuell eine RSV-Prophylaxe für Hochrisikokinder über das erste Lebensjahr, jedoch nicht über das zweite Lebensjahr hinaus empfehlen (so auch in Deutschland: Die RSV-Prophylaxe mit den monoklonalen Antikörpern Nirsevimab und Palivizumab wird hier für Kinder unter zwei Jahren mit entsprechenden Risikofaktoren für schwere RSV-Infektionen erstattet).

Denn aufgrund der vorliegenden Daten sei davon auszugehen, dass ein gezielter Einsatz neuer Präparate wie Nirsevimab zur RSV-Prophylaxe bei älteren Risikokindern auch jenseits der bestehenden Altersgrenzen einen klinischen Nutzen bringen könnte, schließen die Kollegen.

Quelle: Ärzte Zeitung

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