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Implementierung eines rationalen Hygienestandards zur Aufbereitung von Operationssälen

  • 01.10.2015
  • Trends und Medizinökonomie
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Anforderungen an deutsche Krankenhäuser hinsichtlich Sicherung der Versorgungsqualität bei gleichzeitiger Kosteneinsparung bzw. effizienter Ressourcennutzung sind hoch. Diese Anforderungen spielen besonders im Hochrisiko- und Hochkostenbereich Operationssaal (OP) mit den vielfältigen Prozessschritten eine zentrale Rolle. Die Saalzwischenreinigung trägt wesentlich zur Patientensicherheit bei und beansprucht sowohl zeitliche als auch personelle Ressourcen. Aufgrund nicht eindeutig definierter Vorgaben hinsichtlich Verantwortlichkeiten und notwendigem Ressourceneinsatz sowie verlängerter Prozesszeiten und erhöhter Personalbindung wurde der Hygienestandard zur Aufbereitung von OP-Sälen in mehreren Prozessschritten nach dem Plan-Do-Check-Act-Prinzip optimiert.

Methoden

Im Prozessschritt „Plan“ wurde 2012 der Ist-Zustand erfasst. Das nachfolgende „Do“ umfasste ein Expertensymposium mit externen Referenten, interdisziplinäre Konsensgespräche mit Aktualisierung des Hygienestandards und den Umsetzungsprozess. Dabei wurden die beteiligten Mitarbeiter aktiv in den Veränderungsprozess eingebunden. Zur Kontrolle „Check“ wurde der Durchdringungsgrad der Schulungs- und Informationsmaßnahmen sowie die Akzeptanz und Einhaltung des neuen Hygienestandards überprüft. Zur Qualitätskontrolle wurden die Raten positiver Abstriche, auffälliger Luftkeimzahlmessungen sowie postoperativer Wundinfektionen überprüft. Dabei fanden sich keine Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit des neuen Hygienestandards. Nach erfolgreicher Implementierung dieser Maßnahmen erfolgte 2014 ein weiterer Verbesserungszyklus („Act“), der durch eine Reduktion der Anzahl vorgegebener Reinigungs- und Desinfektionsprogramme für die Saalaufbereitung zu einer Vereinfachung des Hygienestandards führte.

Ergebnisse

Die beschriebenen Reorganisationsmaßnahmen führten zu einer umfassenden Verbindlichkeit des Hygienestandards durch eindeutige Vorgaben bezüglich der Verantwortlichkeiten, der Vorgehensweise und des Ressourceneinsatzes. Weiterhin konnten eine Vereinfachung der Reinigungs- und Desinfektionsprogramme sowie ein rationaler Personaleinsatz und verkürzte Prozesszeiten bei der Saalaufbereitung erreicht werden. Außerdem wurde das bestehende Konfliktpotenzial aufgrund mangelnden evidenzbasierten Wissens bei den Mitarbeitern reduziert.

Schlussfolgerung

Die vorliegende Projektbeschreibung kann anderen Krankenhäusern als Leitfaden für vergleichbare Veränderungsprozesse dienen.
Titel
Implementierung eines rationalen Hygienestandards zur Aufbereitung von Operationssälen
Verfasst von
Prof. Dr. Dr. M. Bauer, MPH
S. Scheithauer
O. Moerer
H. Pütz
B. Sliwa
C.E. Schmidt
S.G. Russo
R.M. Waeschle
Publikationsdatum
01.10.2015
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Die Anaesthesiologie / Ausgabe 10/2015
Print ISSN: 2731-6858
Elektronische ISSN: 2731-6866
DOI
https://doi.org/10.1007/s00101-015-0086-7
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