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01.06.2012 | Originalien | Ausgabe 6/2012

Der Nervenarzt 6/2012

Indikationen und Outcome beatmeter Patienten einer neurologischen Intensivstation

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 6/2012
Autoren:
D. Steffling, M. Ritzka, W. Jakob, A. Steinbrecher, S. Schwab-Malek, B. Kaiser, P. Hau, S. Boy, K. Fuchs, U. Bogdahn, PD Dr. F. Schlachetzki
Wichtige Hinweise
Zusatzmaterial online: Zu diesem Beitrag sind unter 10.​1007/​s00115-011-3411-7 für autorisierte Leser zusätzliche Dateien abrufbar.

Zusammenfassung

Hintergrund

In dieser Studie charakterisierten wir die beatmeten Patienten einer neurologischen Intensivstation (NITS) im Zeitraum 2006 bis 2008 in einer rein neurologischen Klink in einer sog. „Stand-alone-Situation. Zudem untersuchten wir die Langzeitprognose und Lebensqualität der Überlebenden.

Methoden

Diese retrospektive Studie umfasst alle beatmeten Patienten von 10/2006 bis 12/2008 einer neurologischen Intensivstation, analysiert mit prospektiv definierten Kriterien anhand der Aktenlage den Intensivaufenthalt und erfasst die aktuelle Lebensqualität. Wir ermittelten unter anderem die endgültigen Diagnosen, Dauer der Intensivpflichtigkeit und Beatmungsdauer sowie den jeweils höchsten SAPS-II-Score und die Komplikationen während des Aufenthaltes. Anhand der Diagnosen wurden die Patienten in Gruppen eingeteilt: vaskulär, entzündlich, neurodegenerativ, hereditär, epileptisch und sonstige. Zusätzlich wurden die Patienten kontaktiert und per Fragebogen der Barthel-Index (BI) sowie die Werte auf der modifizierten Rankin-Skala (mRS) ermittelt.

Ergebnisse

Insgesamt wurden im beobachteten Zeitraum 201 von 512 Patienten auf der NITS beatmet. Vaskuläre Erkrankungen waren führende Ursache für die Therapie auf der Intensivstation (47,8%), gefolgt von entzündlichen Erkrankungen (22,8%) und Epilepsien (13%). Die Dauer der Beatmung betrug median 9 Tage bei einer mittleren Behandlungsdauer von 16 Tagen (Range 1–57). Bereits während des Aufenthaltes verstarben 31 Patienten (entsprechen15,4% aller Behandelten). Weitere 32 der 170 überlebenden Patienten (entsprechen 18,8% der entlassenen Patienten) verstarben im Median von 2 Monaten nach Entlassung. Outcomedaten konnten anhand von 67 von 170 versandten Fragebögen und 86 Rehabilitationsabschlussberichten erhoben werden, sodass letztendlich Nachuntersuchungsdaten von insgesamt 121 Patienten der 170 überlebenden beatmeten Intensivpatienten vorlagen. Davon gaben 42,2% keine bzw. leichte Beeinträchtigungen/Pflegebedürftigkeit im Alltag, allerdings auch 38,0% schwere Beeinträchtigungen/dauerhafte Pflegebedürftigkeit laut BI an. Die Auswertung der mRS ergab, dass immerhin noch 49,6% der 170 nachuntersuchten Patienten subjektiv eine schwere Restsymptomatik aufweisen. Das impliziert, dass vorhandene Residuale nicht zwangsläufig zu einer entsprechenden Pflegebedürftigkeit führen.

Schlussfolgerung

Mehr als ein Drittel der Patienten der hier analysierten NITS wurden beatmungspflichtig, wobei der Schwerpunkt bei den vaskulären Erkrankungen liegt und somit die Überschneidung zwischen Stroke-Unit und Intensivstation verdeutlicht. Trotz langer Beatmungs- und Intensivdauer zeigt mehr als ein Drittel der überlebenden Patienten nur leichte oder gar keine Beeinträchtigungen bei Aktivitäten des täglichen Lebens, wobei doch scheinbar ein Teil der Patienten trotzdem subjektiv unter einer nicht unerheblichen Restsymptomatik leidet. Ein weiteres Drittel überlebte mit schweren Einschränkungen bis hin zur kompletten Pflegebedürftigkeit. Die Daten unterscheiden sich bez. den wenigen Publikationen über NITS trotz der besonderen Stand-alone-Situation kaum. Der Case-Mix-Index betrug im Mittel 0,3/Tag und zeigt die wirtschaftliche Bedeutung im Vergleich zu anderen neurologischen Behandlungsformen an.

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