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28.07.2020 | Palliativmedizin und Supportivtherapie | Ausgabe 9/2020

Der Onkologe 9/2020

Individuelle Sterbebegleitung gemäß einer allgemeingültigen Handlungsempfehlung – ein Widerspruch?

Zeitschrift:
Der Onkologe > Ausgabe 9/2020
Autoren:
Z. Oftring, S. Mai, U. Reinholz
Wichtige Hinweise
Bei den in dieser Publikation beschriebenen Daten handelt es sich um unveröffentlichte Ergebnisse aus dem Dissertationsprojekt der Mitautorin Z. Oftring zur Implementierung der „Handlungsempfehlung Sterbephase“ auf 4 Akutstationen der Universität Mainz.

Zusammenfassung

Hintergrund

Seit 2015 wird die „Handlungsempfehlung Sterbephase“ (HES), deutschsprachige Version des Liverpool Care Pathway for the Dying (LCP), zur Begleitung und Betreuung Sterbender auf der Palliativstation der Interdisziplinären Abteilung für Palliativmedizin in Mainz eingesetzt. Der Behandlungspfad kann v. a. Teams in nichtpalliativmedizinisch ausgerichteten Versorgungsbereichen unterstützen. Ausgehend von den Erfahrungen auf der Palliativstation haben die Autoren die HES auf 4 akutmedizinischen Pilotstationen implementiert.

Ziel der Arbeit

Primäres Ziel der Studie ist die wissenschaftliche Begleitung und Machbarkeitsprüfung der Einführung des HES-Dokuments auf 4 Akutstationen.

Material und Methoden

Im Prä-post-Vergleich wurde die Zufriedenheit pflegerischen Mitarbeiterinnen mit der Betreuungsqualität und dem HES-Dokument erfragt. Neben quantitativer Analyse von Akten auf definierte Behandlungsziele sowie der schriftlichen Mitarbeiterbefragung erfolgte die qualitative Datenanalyse semistrukturierter Gruppeninterviews mit Pflegenden der Pilotstationen vor und nach der HES-Einführung.

Ergebnisse

Während des Studienzeitraums (25.01.2016–20.04.2018) verstarben auf den 4 Akutstationen 330 Patienten. Von den 78 (24 %) gemäß HES behandelten Patienten verstarben 71 auf den 4 Pilotstationen. Mit dem Dokument weiter arbeiten zu wollen, weil es ihnen Sicherheit gebe und die Betreuung Sterbender aus ihrer Sicht verbessere, gaben 12 von 14 Mitarbeiterinnen an.

Schlussfolgerung

Die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen gemäß einer Handlungsempfehlung steigert die Betreuungsqualität und steht nicht im Widerspruch zu einem individuell begleiteten Sterbeprozess.

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Literatur
Über diesen Artikel

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