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11.12.2015 | Originalien | Ausgabe 4/2016

Der Chirurg 4/2016

Infektionen von Hüft- und Knieendoprothesen

Erregerspektrum und die Rolle multiresistenter Bakterien

Zeitschrift:
Der Chirurg > Ausgabe 4/2016
Autoren:
Dr. D. Zajonz, L. Wuthe, A. C. Rodloff, T. Prietzel, G. Freiherr von Salis-Soglio, A. Roth, C.-E. Heyde, C. Josten, M. Ghanem
Wichtige Hinweise
Die Autoren Dirk Zajonz und Lena Wuthe haben zu gleichen Teilen zu der Arbeit beigetragen.

Zusammenfassung

Hintergrund

Aufgrund der steigenden Implantationszahlen primärer Endoprothesen an Hüfte und Knie nehmen auch die Zahlen an Komplikationen, insbesondere Endoprotheseninfektionen zu. Unter anderem aufgrund von Multimorbidität, einer Zunahme geriatrischer Patienten und der teilweise unnötigen Nutzung von Antibiotika ist ein Wandel des Keimspektrums mit Zunahme multiresistenter Erreger (MRE) zu erwarten. Dies stellt uns Ärzte nicht nur vor neue medizinische und ökonomische, sondern auch vor gesellschaftspolitische Aufgaben.

Fragestellung

Hat sich das Keimspektrum bei Endoprotheseninfektionen an Hüft- und Kniegelenk in einem 12-Jahres-Zeitraum (2001 bis 2012) in unserer Klinik geändert und welche Rolle spielen multiresistente Erreger (MRE)?

Untersuchungskollektiv

Es konnten insgesamt 320 Patienten mit Endoprotheseninfektionen nach Knie- (KTEP) bzw. Hüftgelenkstotalendoprothesen(HTEP)-Impantation eingeschlossen werden. Es handelte sich um 172 Patienten mit Infektion nach HTEP. Das Durchschnittsalter (DA) bei Infektionsnachweis lag bei 70,9 Jahren (39 bis 92 Jahre). Betroffen waren 56 % (96) weibliche und 44 % (76) männliche Patienten. Eine Infektion der KTEP trat 148-mal auf. Das Patientenkollektiv umfasste 55 % (82) Frauen und 45 % (66) Männer mit einem DA von 70,7 Jahren (15 bis 87 Jahre). Ausgewertet wurden die festgestellten Keime und deren Entwicklung im zeitlichen Verlauf.

Ergebnisse

Es zeigte sich ein Anstieg der koagulasenegativen Staphylokokken (KNS), insbesondere von Staphylococcus epidermidis (2001–2003 n = 10; 2010–2012 n = 27). Der Anteil an Oxacillin- bzw. Methicillin-resistentem S. epidermidis hat sich hierbei erhöht (2001–2003 0 %; 2010–2012 74 %). Eine Zunahme der Methicillin-resistenten S.-aureus (MRSA) -Infektionen bei tendenziell abnehmender Anzahl der gesamten S.-aureus-Infektionen fand sich nicht. Fünf Extended-spectrum-betalactamase(ESBL)-bildende Keime wurden isoliert.

Schlussfolgerung

Das Keimspektrum hat sich in den Jahren 2001 bis 2012 nur gering geändert. Lediglich bei den KNS war ein Anstieg zu verzeichnen. Multiresistente Stämme, insbesondere des Methicillin-resistenten S. epidermidis, haben zugenommen. Für ein generelles Umdenken in der Antibiotikaprophylaxe aufgrund dieser Veränderungen der multiresistenten Erreger scheint die Studienlage zu gering.

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