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Arbeitsbedingungen auf deutschen Intensivstationen – eine berufsgruppenübergreifende Analyse

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Zusammenfassung

Hintergrund

Die Intensivmedizin stellt einen hochkomplexen und arbeitsintensiven Bereich dar, der sowohl ärztliches als auch pflegerisches Personal vor besondere physische, psychische und strukturelle Herausforderungen stellt. Ziel der vorliegenden Untersuchung war die systematische Analyse der Arbeitsbedingungen auf deutschen Intensivstationen unter besonderer Berücksichtigung von Unterschieden zwischen Berufsgruppen, Krankenhaustypen sowie individuellen Merkmalen wie Geschlecht, Berufserfahrung und Ausbildungsstand.

Methodik

Mithilfe eines deutschsprachigen Online-Fragebogens wurden 753 Intensivmitarbeitende aller Berufsgruppen zu Arbeitsbedingungen, Belastungen und Zufriedenheit befragt. Die Rekrutierung erfolgte über Fachgesellschaften und soziale Medien.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede in der Arbeitszufriedenheit abhängig von Versorgungsschlüssel, Stellenumfang, Berufserfahrung und Geschlecht. Pflegefachpersonen mit einem günstigen Betreuungsschlüssel (1:2) waren zufriedener und weniger belastet. Jüngere und weniger erfahrene Mitarbeitende berichteten über unzureichende Vorbereitung, erhöhtes Stresserleben und geringere Zufriedenheit mit Fort- und Weiterbildung. Ärzt:innen in Weiterbildung und insbesondere weibliche Beschäftigte gaben häufiger an, Aufgaben ohne ausreichende Vorbereitung übernehmen zu müssen. Zudem zeigten sich geschlechtsspezifische Diskrepanzen hinsichtlich Anerkennung und Verantwortungsübernahme.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an strukturellen Reformen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf Intensivstationen. Zentrale Handlungsfelder sind eine strukturierte Einarbeitung, flexible Arbeitszeitmodelle, gezielte Nachwuchs- und Gleichstellungsförderung sowie die Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit und Personalausstattung.
Titel
Arbeitsbedingungen auf deutschen Intensivstationen – eine berufsgruppenübergreifende Analyse
Verfasst von
Dr. med. Anna Carola Hertrich
Janika Briegel
Nadine Weeverink
Jan-Hendrik Naendrup
Julian Hoffmann
Publikationsdatum
30.06.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 2193-6218
Elektronische ISSN: 2193-6226
DOI
https://doi.org/10.1007/s00063-025-01302-8
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