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11.07.2018 | Pflege | Ausgabe 1/2019

Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 1/2019

Intensivtagebücher senken Risiko für psychische Folgestörungen

Systematische Literaturrecherche und Metaanalyse

Zeitschrift:
Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin > Ausgabe 1/2019
Autoren:
MScN P. Nydahl, MScN M. Fischill, Dr. rer. nat. T. Deffner, MScN V. Neudeck, Dr. phil. P. Heindl
Wichtige Hinweise

Redaktion

C. Hermes, Siegburg/Bonn
A. Kaltwasser, Reutlingen

Zusatzmaterial online

Die Online-Version dieses Beitrags (https://​doi.​org/​10.​1007/​s00063-018-0456-4) enthält zusätzliche Metaanalysen und Daten der Studien. Beitrag und Zusatzmaterial stehen Ihnen im elektronischen Volltextarchiv auf http://​www.​springermedizin.​de/​MK-IM zur Verfügung. Sie finden das Zusatzmaterial am Beitragsende unter „Supplementary Material“.

Zusammenfassung

Hintergrund

Intensivtagebücher werden für Intensivpatienten geschrieben, um das Risiko für psychische Folgen wie posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), Angst und Depressionen zu senken. Die Autoren eines Cochrane-Reviews zu dieser Frage aus dem Jahr 2015 kamen zu dem Schluss, dass es zurzeit nur unzureichende Evidenz für den Einsatz von Intensivtagebüchern zur Senkung des Risikos von psychischen Folgen gibt.

Methode

Die Methodik des Cochrane-Reviews wurde mit der gleichen Suchstrategie wiederholt, aber unter Einschluss von Studien, die die psychischen Folgen des Intensivaufenthaltes auch mit anderen validierten Methoden untersucht haben. Primärer Outcomeparameter war eine PTBS bei Patienten oder Angehörigen mit Intensivtagebuch. Sekundäre Outcomeparameter waren Symptome einer Angst- bzw. depressiven Störung. Die Studienqualität wurde mit dem Cochrane Risk of Bias Assessment beurteilt.

Ergebnisse

Die erneute Suche führte zu 3179 Treffern, von denen 6 Studien mit 605 Patienten und 145 Angehörigen in die Metaanalysen eingeschlossen wurden. Die Evidenz der Studien ist gering bis gut. Die Metaanalysen zur PTBS ergaben a) bei Intensivpatienten (4 Studien, n = 569 Patienten) eine nichtsignifikante Reduktion (Odds-Ratio [OR] 0,58; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI]: 0,24–1,42; p = 0,23), b) bei Angehörigen (2 Studien, n = 145 Angehörige) eine signifikante Reduktion (OR 0,17; 95 %-KI: 0,08–0,38; p < 0,0001). Für die Symptome von Angst und Depression bei Intensivpatienten (jeweils 2 Studien, n = 88 Patienten) lag eine signifikante Reduktion vor (OR 0,23, 95 %-KI: 0,07–0,77; p = 0,02, bzw. OR 0,27; 95 %-KI: 0,09–0,77, p = 0,01). Die Heterogenität lag zwischen 0 und 54 %.

Schlussfolgerungen

Intensivtagebücher können die Risiken für psychische Folgen nach einem Intensivaufenthalt bei Patienten und Angehörigen senken.

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