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Interferon-Scores im Management rheumatischer Systemerkrankungen

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Zusammenfassung

Hintergrund

Typ-I-Interferone (IFN-I) sind zentrale Mediatoren der antiviralen Immunabwehr und spielen eine wichtige Rolle in der Pathogenese zahlreicher rheumatischer Systemerkrankungen. Ihre Aktivität kann indirekt durch die Analyse von interferonstimulierten Genen (ISGs) erfasst und in einem Typ-I-Interferon-Score (IFN-I-Score) zusammengefasst werden.

Ziel der Arbeit

Ziel dieses Übersichtsartikels ist es, biologische Grundlagen, Messmethoden, klinische Anwendungsmöglichkeiten sowie Limitationen von IFN-I-Scores im Management rheumatischer Systemerkrankungen darzustellen.

Material und Methoden

Es erfolgte eine narrative Literaturübersicht mit Schwerpunkt auf aktuellen Originalarbeiten und Konsensuspapieren zur Bedeutung von IFN-Scores bei Kollagenosen, idiopathischen entzündlichen Myopathien, rheumatoider Arthritis, Makrophagenaktivierungssyndrom sowie monogenetischen Interferonopathien.

Ergebnisse

Zahlreiche Studien belegen eine erhöhte IFN-I-Signatur bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen. Der IFN-I-Score kann diagnostisch, prädiktiv und für das Therapiemonitoring eingesetzt werden. Insbesondere beim systemischen Lupus erythematodes und bei Dermatomyositis ist eine hohe IFN-I-Aktivität mit ungünstigen Verläufen und einem besseren Ansprechen auf IFN-I-gerichtete Therapien assoziiert. Auch bei monogenetischen Interferonopathien dient der IFN-I-Score als wichtiger diagnostischer Marker.

Diskussion

Der IFN-I-Score stellt einen vielversprechenden Biomarker dar, der konventionelle Entzündungsparameter ergänzt und personalisierte Therapieansätze unterstützt. Limitiert ist seine Anwendung bislang durch methodische Heterogenität, fehlende Standardisierung und unklare Cut-off-Werte. Eine breite klinische Etablierung erfordert standardisierte Verfahren und weitere prospektive Studien.
Titel
Interferon-Scores im Management rheumatischer Systemerkrankungen
Verfasst von
Dr. med. Claas Hinze
Dirk Föll
Publikationsdatum
14.01.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Rheumatologie / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 0340-1855
Elektronische ISSN: 1435-1250
DOI
https://doi.org/10.1007/s00393-025-01772-3
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