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01.06.2014 | Leitthema | Ausgabe 6/2014

Monatsschrift Kinderheilkunde 6/2014

Internetsucht bei Jugendlichen

Zeitschrift:
Monatsschrift Kinderheilkunde > Ausgabe 6/2014
Autoren:
M. Dreier, K. Wölfling, M.E. Beutel

Zusammenfassung

Hintergrund

In der Praxis suchen zunehmend Eltern Rat, wie sie mit dem ausufernden Internetkonsum ihrer Kinder umgehen sollen.

Ziel der Arbeit

Die vorliegende Arbeit bestimmt die Epidemiologie, Erscheinungsformen und Kriterien dysfunktionalen Internetgebrauchs bzw. der Internetsucht.

Material und Methoden

In einer EU-weiten Studie wurden 13.284 Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren eingehend zu diesem Thema befragt.

Ergebnisse

Nahezu alle Jugendlichen nutzen das Internet regelmäßig; der mittlere Anteil Jugendlicher mit deutlichen Suchtmerkmalen beträgt europaweit 1,2 % (Deutschland 0,9 %); als gefährdet müssen 12,7 % der Jugendlichen (Deutschland 9,7 %) gelten. Risikofaktoren sind Alter, männliches Geschlecht, niedrige Bildungsschichten und Präferenz für Onlinecomputerspiele sowie -glücksspiele. Im Vergleich zu funktionalen haben dysfunktionale jugendliche Internetnutzer erhebliche Beeinträchtigungen hinsichtlich eines breiten Spektrums psychischer Funktionen (v. a. Aggressivität, Aufmerksamkeits-, soziale, aber auch Leistungsprobleme). Aus qualitativen Erhebungen wurde eine Typologie von 4 Typen der Internetnutzung ermittelt, die sich v. a. hinsichtlich der Selbstregulation und Änderungsmotivation unterscheiden: Typ A „im Netz gefangen“, Typ B „alles auf die Reihe bekommen“, Typ C „erfolgreich selbst regulieren“ und Typ D „Zeit totschlagen“.

Schlussfolgerung

Die Studie zeigt an einer großen Zahl Jugendlicher sehr deutlich die schwerwiegenden Entwicklungsprobleme bei dysfunktionaler und süchtiger Internetnutzung. Diese sind für den Kinder- und Jugendmediziner von hoher Relevanz bei der Behandlung Jugendlicher. Hinweise für die diagnostische Abklärung, Prävention und Behandlung werden abgeleitet.

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