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16.08.2018 | Internistische Arzneimitteltherapie | Arzneimitteltherapie | Ausgabe 11/2018

Der Internist 11/2018

Medikamentöse Therapie bei akuten und chronischen lumbalen Rückenschmerzen

Zeitschrift:
Der Internist > Ausgabe 11/2018
Autoren:
PhD PD Dr. M. M. Wertli, Prof. Dr. J. Steurer
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Wehling, Mannheim

Zusammenfassung

Lumbale Rückenschmerzen sind sehr häufig. In der akuten (Dauer <6 Wochen) und subakuten Schmerzphase (6–12 Wochen) ist das Ziel der pharmakologischen Schmerztherapie, dass die Patienten sich bewegen können und möglichst aktiv bleiben. In der chronischen Schmerzphase unterstützen Schmerzmedikamente nichtpharmakologische Maßnahmen, um die körperliche Funktion zu verbessern. Trotz der häufigen klinischen Problematik ist die Datenlage zu vielen der häufig verwendeten Schmerzmedikamente schlecht. Am meisten Daten liegen für die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) vor, die sowohl in der akuten als auch in der chronischen Rückenschmerztherapie effektiv sind. Nebenwirkungen und mögliche Kontraindikationen sind jedoch zu beachten. Alternative Therapieoptionen beinhalten nichtopiathaltige Medikamente (Paracetamol, Metamizol), deren Effektivität schlechter belegt ist. Schwache und starke Opiate sind ebenfalls kurzfristig effektiv. Jedoch gibt es zunehmend Hinweise, dass sie nichtopiathaltigen Medikamenten in der Behandlung von akuten und chronischen Rückenschmerzen nicht überlegen sind. Dabei weisen Opiate aber relevante zentralnervöse und gastrointestinale Nebenwirkungen auf, die bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden müssen. Schlussfolgerung: Die pharmakologische Schmerztherapie sollte individuell angepasst werden und dazu dienen, dass die Patienten möglichst aktiv sein können. Bei persistierenden Rückenschmerzen sind nichtpharmakologische Maßnahmen wichtig und sollten eine pharmakologische Behandlung ergänzen.

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