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01.01.2016 | Originalien | Ausgabe 1/2016

Der Anaesthesist 1/2016

Intubationslarynxtubus Suction Disposable

Erste klinische Erfahrungen mit einem neuen Hilfsmittel zur endotrachealen Intubation

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 1/2016
Autoren:
M.N. Bergold, S. Kahle, T. Schultzik, M. Bücheler, Prof. Dr. C. Byhahn

Zusammenfassung

Hintergrund

In den aktuellen Leitlinien sind supraglottische Atemwegshilfen wie Larynxtuben zur Sicherstellung der Oxygenierung bei Patienten mit unerwartet-schwierigem Atemweg fest etabliert. Mit dem Intubationslarynxtubus Suction Disposable (iLTS-D) steht nunmehr ein neuartiger Larynxtubus zur Verfügung, der für eine sekundäre Intubation konstruiert wurde. In einer Pilotstudie wurde der iLTS-D im klinischen Alltag hinsichtlich Praktikabilität und Effektivität evaluiert.

Methodik

Der iLTS-D wurde bei 30 konsekutiven erwachsenen Patienten ohne Hinweise auf einen schwierigen Atemweg, die sich einem HNO-ärztlichen Elektiveingriff in Intubationsnarkose unterzogen, angewandt. Nach Narkoseeinleitung wurden der iLTS-D platziert und die korrekte Ventilation überprüft. Es erfolgten nun die Relaxation und die Intubation mithilfe eines flexiblen Bronchoskops über den iLTS-D. Im letzten Schritt wurde bei liegendem Endotrachealtubus der iLTS-D entfernt. Die Datenerhebung erfolgte anonymisiert im Rahmen der internen Qualitätssicherung. Die Publikation der Daten wurde durch die Ethikkommission genehmigt.

Ergebnisse

Die Einführung des iLTS-D und eine suffiziente Ventilation waren bei allen Patienten in 17 s (Median; Spannweite 12–90 s) möglich, wobei bei 4 Patienten eine Lagekorrektur des iLTS-D vorgenommen werden musste. Die endotracheale Intubation gelang bei 29 der 30 Patienten [ein Versuch: n = 23, 2 Versuche: n = 6, Intubation(ITN)-Dauer 32 s (Median; Spannweite 18–187 s)]. Bei 5 Patienten konnten bronchoskopisch zunächst keine laryngealen Strukturen identifiziert werden. Während in 2 Fällen nach blinder ösophagealer Fehlintubation und Lagekorrektur des iLTS-D eine tracheale Intubation unter Sicht gelang, wurde bei 2 weiteren Patienten eine blinde tracheale Intubation über den iLTS-D durchgeführt. Ein Patient konnte konventionell mithilfe der direkten Laryngoskopie intubiert werden. Die Zeitdauer zur Entfernung des iLTS-D nach erfolgter Intubation betrug im Median 20 s (Spannweite 15–80 s). Geringfügige Blutauflagerungen auf dem iLTS-D wurden bei 3 Patienten beobachtet. Bis auf einen Fall traten alle beobachteten Probleme während der ersten 10 Patienten auf.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend konnten wir in einer ersten klinischen Untersuchung zeigen, dass der iLTS-D bei Patienten ohne Prädiktoren für einen schwierigen Atemweg und in der Hand von Anwendern ohne Vorerfahrung mit diesem Hilfsmittel stets eine suffiziente Ventilation erlaubte und einen hohen Intubationserfolg aufwies. Um diese ersten Ergebnisse zu untermauern, sind jedoch weitere Untersuchungen, insbesondere bei Patienten mit schwierigem Atemweg, erforderlich.

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