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Gefässchirurgie

Ischämie- und Reperfusion des intestinalen und hepatischen Stromgebiets bei thorakalen Crossclamping

  • 01.05.2003
  • Originalarbeit
Erschienen in:

Zusammenfassung

Einleitung

Hohes Aortenclamping geht im proximalen Stromgebiet mit ausgeprägter Hypertension und deren potenziellen Komplikationen einher. Darüber hinaus sind die betroffenen Patienten durch die perioperativ unumgängliche Ischämie-Reperfusions-Situation im distalen Stromgebiet gefährdet. Unterschiedliche Ansätze zur Vermeidung dieser Komplikationen werden kontrovers diskutiert. Eine wissenschaftlich und klinisch einheitliche Bewertung dieser Maßnahmen steht aus. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es als Grundlage zur systematischen Bewertung von adjuvanten Methoden in der Aortenchirurgie ein klinikrelevantes Großtiermodell zu etablieren.

Methoden

An Schweinen wurde durch 30-minütiges Klemmen der Aorta unmittelbar distal der linken A. subclavia eine Ischämie der distalen sowie eine Hypertension der proximalen Körperpartie induziert. Metabolische und funktionelle Parameter für den Gesamtorganismus sowie insbesondere für die Teilkreisläufe des Intestinums und der Leber wurden vor, während und nach Clamping der thorakalen Aorta erhoben.

Ergebnisse

Während des hohen Aortenclampings kommt es im Rahmen einer deutlichen endogenen Katecholaminausschüttung zu einer Verdoppelung des Herzzeitvolumens mit ausgeprägter Tachykardie. Vergleichbar mit der klinischen Situation lässt sich der supraaortale Mitteldruck mit Hilfe von Nitroprussidnatrium (Nipruss) innerhalb der Ausgangswerte halten. Das Declamping führt zu einem Abfall des systemischen Gefäßwiderstands, der sich erst nach 4 h dem Ausgangswert annähert. Während es in der Clampingphase zu einer Halbierung des Sauerstoffverbrauchs kommt, steigt dieser nach Declamping an und bleibt bis zum Ende des Versuchs erhöht. Die Ischämie des portalen Stromgebiets führt nach Declamping zu einer ausgeprägten reaktiven Perfusionssteigerung. Dennoch bleibt die Mikrozirkulation insbesondere der Dünndarmmukosa trotz erhöhter regionaler Blutflüsse über das Versuchsende hinaus deutlich kompromittiert.

Zusammenfassung

In dieser Studie konnten wir ein kliniknahes Großtiermodell zur Beschreibung pathophysiologischer Veränderungen während und nach thorakalem Aortenclamping darstellen. Im Zentrum des Modells stehen die Reaktion des Gesamtkreislaufs auf der einen, sowie die Stoffwechselreaktionen in den Teilkreisläufen des intestinalen und hepatischen Stromgebiets auf der anderen Seite. Basierend auf diesen Daten sollen systematisch adjuvante Verfahren in der Aortenchirurgie überprüft werden.
Titel
Ischämie- und Reperfusion des intestinalen und hepatischen Stromgebiets bei thorakalen Crossclamping
Verfasst von
H. Schelzig
L. Sunder-Plassmann
K. Träger
M. Georgieff
P. Radermacher
G. Fröba
Publikationsdatum
01.05.2003
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Gefässchirurgie / Ausgabe 2/2003
Print ISSN: 0948-7034
Elektronische ISSN: 1434-3932
DOI
https://doi.org/10.1007/s00772-002-0250-7
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