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01.02.2013 | Originalien | Ausgabe 1/2013

Notfall + Rettungsmedizin 1/2013

Ist die intraossäre Punktion ein alternativer Gefäßzugang beim Notfall in der zahnärztlichen Praxis?

Eine Pilotstudie am Übungsmodell mit Studenten der Zahnmedizin

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 1/2013
Autoren:
OTA Dr. M. Helm, D. Richter, A. Schramm, L. Lampl, B. Hossfeld

Zusammenfassung

Hintergrund

An der Mehrzahl der zahnmedizinischen Fakultäten in Deutschland wird im Rahmen notfallmedizinischer Vorlesungen als Alternative zum periphervenösen („IV“) Zugang die intraossäre („IO“) Punktion gelehrt. Ziel dieser Publikation ist es, innerhalb einer Gruppe von Studenten der Zahnmedizin am Modell drei unterschiedliche IO-Systeme zu vergleichen und der periphervenösen Punktion gegenüberzustellen.

Material und Methodik

Einstündige theoretische Einweisung der Studenten in die Grundlagen des Gefäßzugangs und anschließender Durchlauf eines Trainingsparcours mit 4 Stationen (1-mal periphervenöse Punktion; 3 -mal intraossäre Punktion: manuelles (MAN-IO), halbautomatisches (EZ-IO®) sowie automatisches System (B.I.G.) am Punktionsmodell).

Ergebnisse

Die Zeitdauer für die erfolgreiche Etablierung eines periphervenösen Zugangs war signifikant länger, als für einen intraossären Zugang, unabhängig von der Punktionstechnik (IV: 77 ± 33 s vs. MAN-IO: 10 ± 7 s; p< 0,001/vs. EZ-IO®: 18 ± 4 s; p< 0,001/vs. B.I.G.: 16 ± 7 s; p< 0,001); die kürzesten Insertionszeiten waren für das manuelle System zu verzeichnen (MAN-IO: 10 ± 7 s vs. EZ-IO®: 18 ± 4 s; p < 0,01/vs. B.I.G.: 16 ± 7 s; p < 0,01). Zwischen dem halbautomatischen und dem automatischen Punktionssystem gab es keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Insertionszeiten (EZ-IO®: 18 ± 4 s vs. B.I.G.: 16 ± 7 s; n.s.). Bei allen 4 Punktionstechniken war die Erfolgsquote 100%. Die höchste primäre Erfolgsquote (97,1%) sowie niedrigste Anzahl an Gesamtversuchen fand sich beim EZ-IO®-System. Technische Probleme sowie Handhabungsprobleme traten beim MAN-IO- sowie B.I.G.-System auf (1,5 bzw. 8,8%). Das EZ-IO®- sowie das B.I.G.-System wurden von den Probanden hinsichtlich Anwenderfreundlichkeit und -sicherheit mit der Note 2,2 am besten bewertet. Hinsichtlich grundsätzlicher Eignung und bevorzugter Anwendung wurde das EZ-IO®-System am besten bewertet.

Schlussfolgerung

Es wurde gezeigt, dass Studenten der Zahnmedizin bereits nach einer kurzen theoretischen und praktischen Einweisungsphase in der Lage sind, am Modell sehr schnell und mit einer hohen Erfolgsquote einen intraossären Gefäßzugang zu schaffen.

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