Januskinaseinhibitoren (JAKis) sind sehr wirksame Medikamente zur Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen. In der randomisierten Studie ORAL Surveillance wurde gezeigt, dass es bei Patient:innen mit rheumatoider Arthritis (RA) im Alter ab 50 Jahren mit mindestens einem weiteren kardiovaskulären Risikofaktor zu einem erhöhten Auftreten bösartiger Erkrankungen bei dem JAKi Tofacitinib im Vergleich zu Tumornekrosefaktorinhibitoren kommt. Dieses Ergebnis wurde in anderen Studien seither jedoch nicht bestätigt. In einer Auswertung des deutschen RABBIT-Registers wurde nun ein insgesamt leicht erhöhtes Krebsrisiko bei jemals mit JAKi behandelten gegenüber jemals mit biologischen (b) krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) behandelten RA-Patient:innen beobachtet. Während oder nach 2285 JAKi- und 4259 bDMARD-Behandlungsepisoden traten 88 bzw. 135 bösartige Erkrankungen auf, pro 1000 Patient:innenjahre waren das 11,6 (95 %-Konfidenzintervall (KI): 9,3–14,3) Ereignisse bei JAKis und 8,9 (95%-KI: 7,4–10,5) Ereignisse bei bDMARDs. Das adjustierte Hazard Ratio betrug 1,40 (95%-KI: 1,09–1,80) und war damit jener aus der ORAL Surveillance-Studie vergleichbar. Besonders von der beobachteten Risikoerhöhung betroffen waren Patient:innen ab 60 Jahren, mit einer hohen Krankheitsaktivität oder ≥ 3 früheren Behandlungen mit konventionellen synthetischen DMARDs. Weitere überdurchschnittlich betroffene Gruppen waren Raucher:innen, Männer sowie Patient:innen mit über 10 Jahren RA-Krankheitsdauer. Behandelnde sollten mit Risikopatient:innen sorgfältig gemeinsam abwägen, ob die beobachtete Risikoerhöhung die potenziellen Risiken des Absetzens oder des Vorenthaltens einer hochwirksamen Therapie mit einem JAKi überwiegt – denn auch eine unzureichende Krankheitskontrolle führt zu einem erhöhten Krebsrisiko. Die Ergebnisse aus RABBIT sollten Ärzt:innen im Zweifel nicht davon abhalten, Patient:innen, die eine JAKi-Therapie benötigen, mit dieser zu behandeln. Ein Ausweg könnte vielmehr sein, bei JAKi-Therapie von Risikopatient:innen auf eine engmaschige Krebsvorsorge zu achten.