Zum Inhalt

Dermatomyositis und juvenile Dermatomyositis

Erschienen in:

Zusammenfassung

Die Dermatomyositis (DM) ist eine entzündliche Multisystemerkrankung unklarer Ätiologie, die bereits im Kindesalter beginnen, aber auch erst im hohen Erwachsenenalter auftreten kann. Myalgien und Muskelschwäche können erst im Verlauf der Erkrankung auftreten oder bei manchen Formen sogar ganz fehlen. Klassische Zeichen an der Haut sind heliotroper Ausschlag, Wangenerythem, Gottron-Zeichen sowie Nagelbettgefäßveränderungen. Bei der Diagnosestellung spielen v. a. auch zunehmend die Bestimmung Myositis-spezifischer Autoantikörper eine Rolle. Die Muskelenzyme können erhöht sein, sind es jedoch bei ca. einem Drittel der Patienten nicht. In Absenz typischer klinischer und serologischer Befunde können zur Diagnosestellung weitere Untersuchungsmethoden, wie z. B. Kapillarmikroskopie, Magnetresonanztomographie, Elektromyographie, Haut- oder Muskelbiopsie, in Betracht gezogen werden. Je nach klinisch-serologischem Subtyp empfiehlt sich auch ein gastrointestinales oder kardiopulmonales Organscreening. Bei erwachsenen Patienten sollte zusätzlich auch eine altersadaptierte Tumorsuche durchgeführt werden. Neben Kortikosteroiden zur Induktionstherapie und konventionellen Basistherapeutika und Immunglobulinen spielen zunehmend auch Biologika und Small-molecule-Inhibitoren eine Rolle. Die Prognose der DM/JDM (juvenile Dermatomyositis) hat sich verbessert. Während sich die meisten Patienten zumindest partiell erholen, versterben einzelne, und eine Minderheit entwickelt eine persistierende Muskelatrophie oder eine ausgeprägte Kalzinose.
Titel
Dermatomyositis und juvenile Dermatomyositis
Verfasst von
Dr. med. Frank Dressler
Prof. Dr. med. Britta Maurer
Publikationsdatum
29.04.2022
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Rheumatologie / Ausgabe 3/2023
Print ISSN: 0340-1855
Elektronische ISSN: 1435-1250
DOI
https://doi.org/10.1007/s00393-022-01205-5
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Kompaktes Leitlinien-Wissen Innere Medizin (Link öffnet in neuem Fenster)

Mit medbee Pocketcards schnell und sicher entscheiden.
Leitlinien-Wissen kostenlos und immer griffbereit auf ihrem Desktop, Handy oder Tablet.

Neu im Fachgebiet Innere Medizin

Deutliche Vorteile für transperineale Prostatabiopsie

Die transperineale Prostatabiopsie führt zu weniger infektiösen Komplikationen als die transrektale Probenentnahme – bei vergleichbarer diagnostischer Genauigkeit. Dafür spricht eine Analyse von fünf randomisiert-kontrollierten Studien.

Kein Schreien, kein Trinken – dann wird’s kritisch bei Säuglingen mit Infekten

Welche klinischen Zeichen sprechen bei Säuglingen in den ersten zwei Lebensmonaten für eine Sepsis? Einer Metaanalyse von 52 Studien zufolge besteht Lebensgefahr vor allem dann, wenn die Kinder nur noch schwach oder gar nicht schreien und kaum noch Nahrung akzeptieren.

Lässt sich krebsassoziierte Fatigue mit selbstverabreichter Akupressur lindern?

Daten einer randomisierten kontrollierten Studie aus den USA legen nahe, dass eine App-unterstützte Selbststimulation von traditionellen Druckpunkten bei Ovarialkrebspatientinnen Fatigue-Symptome reduzieren kann. Prinzipiell klappte das allerdings auch mit einer Schein-Akupressur.

Fremdkörperentfernung allein reicht nicht

Wenn ein Speiserest die Atemwege blockiert, zählt jede Minute. Um gravierende neurologische Schäden zu vermeiden, sollten vor allem ältere Menschen in die Notaufnahme gebracht werden – selbst wenn der Übeltäter bereits entfernt wurde. Das verdeutlicht eine Studie aus Japan.

Update Innere Medizin

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Gottron-Zeichen bei juveniler Dermatomyositis/© F. Dressler (Mit freundl. Genehmigung, alle Rechte vorbehalten), Die Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte, Urologe berät Patienten/© peakSTOCK / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Schreiendes Baby/© AzmanL / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Krebskranke Frau/© Katarzyna Bialasiewicz / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)