Zum Inhalt

Zusammenhang zwischen Stilldauer und Early Childhood Caries

  • 01.09.2021
  • Karies
  • Originalarbeiten / Original papers
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund: Karies im Milchgebiss kommt bei mehr als 500 Mio. Kindern weltweit vor. Diese hohe Prävalenz macht die Erkrankung zu einem globalen Gesundheitsproblem. Der Zusammenhang zwischen Karies und Stillen ist noch nicht vollständig geklärt und wird in der Literatur zudem kontrovers diskutiert.
Ziel der Arbeit: Ziel der Studie war die Überprüfung des Zusammenhangs zwischen Stilldauer (ausschließliches und dann sich anschließendes partielles Stillen) und Karies in der ersten Dentition unter Berücksichtigung von potenziellen Störfaktoren wie sozioökonomischem Status (SES), Alter, Body Mass Index (BMI) und Mundhygiene.
Material und Methoden: Die Querschnittstudie basiert auf dem LIFE Child-Projekt und analysierte Daten von 597 Kindern im Alter von 1 bis 5 Jahren (50,4% männlich, 99,7% in Deutschland geboren). Ein PC-basierter standardisierter Fragebogen wurde genutzt für die soziodemografischen Daten und das Stillverhalten. Der BMI wurde altersadjustiert aus Gewicht und Größe ermittelt. Visible Plaque Index (VPI), kieferorthopädische Anomalien und Karies (dmf-t nach WHO [Weltgesundheitsorganisation]Diagnosekriterien) wurden klinisch erhoben. Die statistische Analyse erfolgte mittels Chi-Quadrat- und t-Test bzw. multivariabler logistischer Regression.
Ergebnisse: Die Karieshäufigkeit in der Stichprobe betrug 9,9 % (n = 59/597), der mittlere dmf-t-Index ± SD (Standardabweichung) war 0,27 ± 1,1. Die Dauer von ausschließlichem/partiellem Stillen (± SD) betrug 4,5 ± 4,7 bzw. 9,3 ± 7,7 Monate. Kinder aus Familien mit niedrigem SES wurden signifikant kürzer gestillt (1,2 Monate für ausschließliches und 3,3 Monate für partielles Stillen, p <0,05). In den bivariaten Analysen gab es einen Schutzeffekt des Stillens (6 bis 12 Monate) vor Karies (Odds Ratio [OR] = 0,5; 95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,3-0,9), in den multivariablen Analysen spielte Stillen aber keine Rolle mehr, hier waren Plaque (OR = 9,8; 95 %-KI; 5,1-18,8), niedriger SES (OR = 2,3; 95 %-KI: 1,0-5,3) sowie Alter (OR = 2,0; 95 %-KI: 1,5-2,6) signifikante Einflussfaktoren.
Schlussfolgerungen: Unter den analysierten Studienparametern sind schlechte Mundhygiene und niedriger SES Risikofaktoren für Karies im Milchgebiss. Die Dauer von ausschließlichem und partiellem Stillen hatte keinen Einfluss auf die Kariesentwicklung in dieser Studie.
Titel
Zusammenhang zwischen Stilldauer und Early Childhood Caries
Verfasst von
Friedrich Kuminek
Prof. Dr. Wieland Kiess
Prof. Dr. Antje Körner
Prof. Dr. Christian Hirsch
PD Dr. Yvonne Wagner
Publikationsdatum
01.09.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Oralprophylaxe & Kinderzahnmedizin / Ausgabe 1-2/2021
Print ISSN: 3005-0782
Elektronische ISSN: 3005-0790
DOI
https://doi.org/10.1007/s44190-021-0011-5
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Zahnmedizin

Was wächst diesmal im Unterkiefer?

Eine 31-jährige, ansonsten gesunde Frau stellte sich in der Kopf- und Halschirurgie mit einer progredient zunehmenden Raumforderung im linken Unterkieferbereich vor. In der Vorgeschichte war ein pleomorphes Adenom reseziert worden. Worum könnte es sich dieses Mal handeln?

Vorhaltepauschale: 2,50 Euro mehr pro Fall? Dafür lohnt es sich, einen Blick drauf zu werfen!

  • 11.01.2026
  • EBM
  • Nachrichten

Einfach alles beim alten lassen, oder doch für die Vorhaltepauschale Abläufe ändern? Arzt und Praxisberater Dr. Georg Lübben erläutert im Interview, für wen es sich lohnen könnte, aktiv zu werden.

Gesundheit stärken, Zuckerkonsum und Kosten senken

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) sieht mit Sorge die Entwicklung zu immer mehr ungesunden Nahrungsmitteln und die daraus resultierenden Gesundheitsprobleme sogar schon junger Menschen und Kinder. In Deutschland werden pro Kopf jährlich etwa 35 Kilogramm Zucker verzehrt.

Pneumokokken-Indikationsimpfung: STIKO empfiehlt 20-valenten Impfstoff für Kinder ab 2 Jahren

Auch Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren sollen nun mit einem 20-valenten Pneumokokkenimpfstoff geimpft werden. Die Immunisierung mit einer 23-valenten Vakzine wird ihnen nicht mehr empfohlen.

Update Zahnmedizin

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise
Tonsillektomie Operation/© ShvedKristina - stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Frau ist im Videocall mit einem Arzt/© seb_ra / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Impfung/© tong2530 / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)