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Aktuelle Bewertung von Süßungsmitteln

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Zusammenfassung

Zuckerfreie Süßungsmittel lassen sich in Süßstoffe (Zuckerersatzstoffe) und Zuckeraustauschstoffe unterteilen. Eine 2022 erschienene systematische Übersichtsarbeit zum Effekt von Zuckerersatzstoffen auf die Gewichtsreduktion und auf statistische Zusammenhänge zum Auftreten unterschiedlicher Erkrankungen hat bezüglich der Gewichtsreduktion widersprüchliche Ergebnisse gefunden. So lässt sich in zeitlich begrenzten randomisierten klinischen Studien bei Erwachsenen eine Gewichtsreduktion nachweisen. In prospektiven Kohortenstudien ist dies jedoch nicht der Fall, und es lassen sich sogar Gewichtszunahmen feststellen. Zudem lässt sich bei langer Beobachtungszeit unter Süßstoffnutzern das vermehrte Auftreten eines Diabetes mellitus Typ 2, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Bluthochdruck und Schlaganfälle, sowie eine höhere Gesamtsterblichkeit aufzeigen. Diese Aussagen sind allerdings auf nur niedrigem bis sehr niedrigem Evidenz-level abgesichert. Dennoch kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Grundlage dieser Übersichtsarbeit zu der Empfehlung, dass zuckerfreie Süßstoffe nicht zur Gewichtskontrolle oder zur Verringerung des Risikos nichtübertragbarer Krankheiten eingesetzt werden sollten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt mögliche negative Gesundheitseffekte des gleichzeitigen Zusatzes mehrerer Süßstoffe in Erfrischungsgetränken zur Diskussion. Unter den Zuckeraustauschstoffen muss die Verwendung von Erythrit kritisch bewertet werden, da Anhaltspunkte dafür bestehen, dass Erythrit das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls erhöht.
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Titel
Aktuelle Bewertung von Süßungsmitteln
Verfasst von
Prof. Dr. Ulrich Schiffner
Publikationsdatum
01.09.2023
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Oralprophylaxe & Kinderzahnmedizin / Ausgabe 3/2023
Print ISSN: 3005-0782
Elektronische ISSN: 3005-0790
DOI
https://doi.org/10.1007/s44190-023-0670-5
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