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28.11.2017 | Kariologie | Nachrichten | Onlineartikel

Wie Karies verursachende Bakterien im Zahnbelag überleben können

Kariogene Bakterien leben in Biofilmen und greifen den Zahnschmelz an, indem sie Zucker und Stärke in Säuren umwandeln, die Kalzium aus dem Zahnschmelz herauslösen. Dieser Prozess kann zur Entstehung von Karies führen. Durch die Auflösung des Kalziums steigt die lokale Kalziumkonzentration, wodurch eine für Bakterien lebensfeindliche Umgebung geschaffen wird. Wie sie trotz dieser Bedingungen im Zahnbelag überleben können, haben die Forschenden in der vorliegenden Studie untersucht.

Die Hypothese der Zahnmediziner war, dass extrazelluläre Polysaccharide, kurz EPS, die Überlebensfähigkeit der Bakterien unterstützen. Dabei handelt es sich um Substanzen, die kariogene Bakterien aus Zuckerrückständen bilden und ausserhalb ihrer Zellen anlegen. Sie bilden das Baugerüst des Biofilms und sorgen dafür, dass Bakterien sich im Zahnbelag verankern können. 

EPS binden Kalzium im Biofilm

Die Studie zeigt: Je mehr Kalzium kariogene Bakterien abbauen, desto höher ist ihre Kalziumtoleranz und desto besser können sie in Biofilmen überleben. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die kariogenen Bakterien Mechanismen entwickeln, die ihnen dabei helfen, die hohe Kalziumkonzentration auszuhalten.

Es wurde gezeigt, dass extrazelluläre Polysaccharide über eine grosse Anzahl an Kalziumbindestellen verfügen, mit denen sie das herausgelöste Kalzium in den Biofilm einbauen. Der toxische Gehalt wird dadurch neutralisiert und die EPS-Struktur des Biofilms gestärkt.

Neue Erkenntnisse über die Entstehung von Karies

Die Bindung von Kalzium durch die EPS hilft aber nicht nur den kariogenen Bakterien im Zahnschmelz zu überleben, sondern sie führt auch zur Entstehung von Karies. «Indem EPS Kalzium binden, hemmen sie die Remineralisation des Zahnschmelzes, weil dadurch nicht mehr genügend freies Kalzium im Zahnbelag enthalten ist. Diese Entdeckung ist wichtig, um die Kalziumregulation in Karies besser verstehen zu können», erklärt die Mikrobiologin Monika Astašov-Frauenhoffer.



Weitere Auskünfte

Dr. Monika Astašov-Frauenhoffer, Universitätszahnkliniken des Universitären Zentrums für Zahnmedizin Basel, Klinik für Präventivzahnmedizin und Orale Mikrobiologie, Tel. +41 61 267 26 03, E-Mail: m.astasov-frauenhoffer@unibas.ch


Literatur

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