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Die Radiologie

Behandlung von Tandemstenosen der A. carotis communis und A. carotis interna

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Proximale Karotis-Tandemläsionen werden als mehrstufige Läsionen definiert mit einer signifikanten (> 50 %) atherosklerotischen Erkrankung mit Beteiligung der Arteria carotis interna (ACI) in Kombination mit der proximalen ipsilateralen Arteria carotis communis (ACC) oder Arteria innominata (AI). Es handelt sich um eine relativ seltene Erkrankung mit einer Inzidenz von weniger als 5 % bei allen Patienten mit einer Karotisstenose auf Höhe der Bifurkation.

Methoden

Diese Patienten haben ein hohes chirurgisches Risiko und wurden daher aus aktuellen randomisierten kontrollierten Studien ausgeschlossen. Obwohl sich die Wirksamkeit von Karotisendarteriektomie (CEA) und Karotisstent (CAS) zur Schlaganfallprävention für Patienten etabliert hat, ist der optimale Behandlungsansatz für die Untergruppe der Patienten mit einer proximalen Tandemläsion immer noch umstritten. Die Behandlung dieses Krankheitsbildes ist nicht gut verstanden, da es schwierig ist, das Risiko zu bestimmen, dass jede einzelne Läsion symptomatisch wird. Daher wird die gleichzeitige Behandlung schwerer proximaler Läsionen (> 70 % Stenose) empfohlen, wenn eine schwere Stenose an der Karotisbifurkation behandelt wird.

Schlussfolgerung

Diese Erkrankung kann zu embolischen ischämischen Schlaganfällen oder einer hämodynamischen Beeinträchtigung führen. Diagnostisch lässt sich nicht eruieren, welche Läsion zur klinischen Symptomatik führte, weshalb beide Läsionen korrigiert werden sollten.
Titel
Behandlung von Tandemstenosen der A. carotis communis und A. carotis interna
Verfasst von
Prof. Dr. med. Wolfgang Reith
Umut Yilmaz
Alena Haußmann
Publikationsdatum
21.08.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Radiologie / Ausgabe 9/2024
Print ISSN: 2731-7048
Elektronische ISSN: 2731-7056
DOI
https://doi.org/10.1007/s00117-024-01354-5
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