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Über dieses Buch

Praxisnahe Anleitung zur optimalen Beratung und Betreuung von Kinderwunschpaaren, dafür steht das in dieser 3. Auflage erweiterte Autorenteam aus ausgewiesenen Spezialisten.

Durchgehend aktualisiert führt das Buch seine Leser durch alle relevanten Themen und alles Wissenswerte zur Kinderwunschsprechstunde:

- Grundlagen zu Physiologie und Familienplanung

- Darstellung verschiedener Gegebenheiten in Fallbeispielen

- Konkrete Praxistipps zu Beratung, Diagnostik und Therapie

- Herangehensweise an unterschiedliche Ausgangssituationen

Neue Kapitel ergänzen die bewährte Zusammenstellung der Inhalte:

- Fertilitätsprophylaxe bei malignen Erkrankungen

- Rechtliche Aspekte der Kinderwunschbehandlung

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Physiologische Grundlagen

Die ovarielle Regulation beinhaltet organisch neben dem Ovar selbst die Hypophyse und die Kerngebiete des Hypothalamus. Vermittelt wird die Regulation über eine Interaktion der ovariellen Hormone, v. a. Östradiol und Progesteron, mit der Gonadotropinsekretion, FSH und LH. Die Gonadotropinsekretion der Hypophyse wird durch die GnRH-Sekretion des Hypothalamus gesteuert, die wiederum von Kisspeptin und seinen Rezeptorsystemen abhängig ist. Daraus ergibt sich das bekannte zyklische Sekretionsmuster der unterschiedlichen Hormone. Flankiert wird die reproduktive Lebensphase von der Pubertät und der Menopause. Während die Menopause recht klar durch die Erschöpfung des ovariellen Follikelpools definiert und kausal gesteuert wird, ist der Eintritt in die Pubertät sicherlich multifaktoriell bedingt und bis heute nicht ganz verstanden. Neben dem Kisspeptin-System spielt hierbei v. a. eine gewisse Körperfettmasse, vermittelt über Leptin, eine relevante Rolle.

M. Ludwig

2. Natürliche Familienplanung

Unter „natürlicher Familienplanung“ versteht man die aktive Aufklärung von Kinderwunschpaaren über die physiologischen Vorgänge des Zyklus und die Möglichkeiten, diese Vorgänge selbst aktiv zu überwachen. Diese Instrumente, insbesondere die Beobachtung des Zervixschleims und die Basaltemperaturkurve, sollte man im Rahmen des Kinderwunsches – sofern er nicht schon Jahre besteht – einsetzen, um es Paaren leichter zu machen, den optimalen Zeitpunkt zur Konzeption im Zyklus zu erkennen und zu nutzen. Computergestützte Verfahren wie der Clearblue-Monitor können diese Konzeptionsoptimierung noch weiter verbessern.

M. Ludwig

3. Hormonanalytik

Relevant für die hormonelle Zyklusdiagnostik ist der Zeitpunkt der Blutentnahme. Optimal geeignet ist der 3.–5. Zyklustag bzw. eine ovarielle Funktionsruhe (z. B. häufig im Falle einer Amenorrhoe). Ein stabiler, regelmäßiger und unauffälliger Zyklus allerdings ist ein Garant für eine weitestgehend unauffällige hormonelle Situation. Zu kontrollieren ist dann lediglich die ovarielle Reserve (Östradiol, FSH) sowie die Schilddrüsenfunktion (TSH). Anhand von Fallbeispielen werden in diesem Kapitel unterschiedliche Hormonkonstellationen besprochen, wie sie in der täglichen Routine auftauchen. TSH sollte bei <2,5 mIE/l liegen; ist es erhöht, so sollte der Wert im unteren Referenzbereich um 1–1,5 mIE/l eingestellt werden. Eine Hyperandrogenämie muss v. a. in Hinblick auf die Quelle zur Differenzialdiagnostik und Klärung der Relevanz für die Patientin geklärt werden. Eine entsprechende schrittweise Differenzialdiagnostik wird vorgestellt.

M. Ludwig

4. Systematischer Ansatz zur Diagnostik und Therapie bei Kinderwunschpaaren

In diesem Kapitel möchten wir auf der Basis der verfügbaren Studiendaten Flussschemata ableiten, die eine systematische Vorgehensweise in der Diagnostik und Therapie des unerfüllten Kinderwunsches ermöglichen. Dabei werden bewusst auch Lücken im derzeitigen Wissen aufgezeigt und erklärt, wie man trotzdem effektive Strategien entwickeln und Paare auf einem möglichst wenig aufwendigen, aber trotzdem Erfolg versprechenden Weg beraten kann.

F. Nawroth, M. Ludwig, Chr. Keck

5. Lebensführung und Konzeptionschancen

Lebensstil-Faktoren haben einen erheblichen Einfluss auf die Konzeptionschancen eines Paares. Nikotinabusus, übermäßiger Konsum von Alkohol und anderen Drogen, aber auch ein allgemein ungesunder Lebensstil, der zu deutlichem Über- oder Untergewicht führt, wirken sich negativ aus. Die diesbezügliche Beratung des Paares bereits vor der Therapie bzw. während des Behandlungsverlaufs gehört zu den wichtigen Aufgaben des reproduktionsmedizinisch tätigen Arztes.

F. Nawroth, M. Ludwig, Chr. Keck

6. Grundlagen der ovariellen Stimulation

Die ovarielle Stimulation erfolgt zur Unterstützung oder Induktion der Follikelreifung bzw. zur Gewinnung von Eizellen bei reproduktionsmedizinischen Behandlungsverfahren. Die Stimulation erfolgt durch orale Applikation von Clomifen, Aromatase-Inhibitoren oder Östrogenrezeptormodulatoren. Gonadotropine werden parenteral verabreicht. Es wurden Behandlungsprotokolle entwickelt, in denen die Medikamentenkombination, deren zeitliche Abfolge und das Monitoring durch Ultraschall und Hormonanalysen festgelegt sind. Das ovarielle Überstimulationssyndrom gehört zu den zum Teil schwerwiegenden Komplikationen der Stimulationsbehandlung. Leichte Formen können ambulant behandelt werden, in schweren Fällen muss unter stationären Bedingungen eine Einstellung des Wasser- und Elektrolythaushalts, eine Thromboseprophylaxe und eine Überwachung u. a. der Lungen- und Nierenfunktion erfolgen.

Chr. Keck, M. Ludwig, F. Nawroth

7. Aufklärung zu Schwangerschaft und Geburt bei subfertilen Paaren

Die meisten Kinder, die aus einer Kinderwunschbehandlung hervorgehen, werden genauso gesund geboren wie diejenigen, die spontan konzipiert wurden. Das größte Risiko in der Schwangerschaft sind Mehrlinge. Das Risiko von Fehlgeburten ist etwa auf das 1,3-Fache erhöht, dies ist aber vermutlich Folge der Subfertilität und deren spezifischen Gründen (Alter, PCO-Syndrom, Schilddrüsenerkrankungen, genetische Faktoren) und nicht Folge der Therapie. Im Verlauf der Schwangerschaft ist mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von Präeklampsien (1,5-fach), Placenta praevia (3-fach), Totgeburten (2,5-fach), niedrigem Geburtsgewicht (1,7-fach) und Wachstumsretardierungen (1,5-fach) zu rechnen. Das Risiko „großer Fehlbildungen“ ist etwa 1,3-fach erhöht. Dieses Risiko wird nicht beeinflusst durch die Durchführung einer ICSI anstelle einer IVF. Auch bezüglich des Fehlbildungsrisikos weisen Daten auf einen Einfluss der Subfertilität hin. Kinder nach ART entwickeln sich ganz ähnlich wie spontan konzipierte Kinder, vorausgesetzt, sie werden zeitgerecht und mit normalem Geburtsgewicht geboren. Jungen nach ICSI werden häufiger aufgrund von urogenitalen Fehlbildungen operiert. Es besteht eine erhöhte neurologische Morbidität, die aber am ehesten auf die erhöhte Frühgeborenen- und Mehrlingsrate zurückzuführen ist.

M. Ludwig

8. Fertilitätsprophylaxe bei malignen Erkrankungen

Bei der Behandlung maligner Erkrankungen durch Chemotherapie oder Radiatio kann es zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Ovarialfunktion kommen. In einigen Fällen resultiert eine irreversible Ovarialinsuffizienz und damit Infertilität. Unter Fertilitätsprophylaxe versteht man medikamentöse oder reproduktionsmedizinische Maßnahmen, die auf einen Schutz der Ovarialfunktion bzw. auf die Anlage einer „Fertilitätsreserve“ z. B. durch Kryokonservierung von Eizellen oder Ovargewebe ausgerichtet sind. Medikamentöse Maßnahmen zur Fertilitätsprophylaxe haben insgesamt einen eher geringen Effekt. Die Kryokonservierung unbefruchteter Eizellen gehört inzwischen zu den Standardverfahren der Reproduktionsmedizin. Die Kryokonservierung von Ovargewebe hat bis heute eher experimentellen Charakter, jedoch ist bei weiterer Verbesserung der Einfriertechnik zu erwarten, dass auch diese Methode zukünftig mit realistischen Erfolgschancen angewandt werden kann.

Chr. Keck, F. Nawroth

Erratum zu: Fertilitätsprophylaxe bei malignen Erkrankungen

Chr. Keck, F. Nawroth

Backmatter

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