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01.11.2011 | HNO-Praxis | Ausgabe 11/2011

HNO 11/2011

Kindgerichtete Sprache

Für den Spracherwerb wirklich nützlich?

Zeitschrift:
HNO > Ausgabe 11/2011
Autoren:
S. Meyer, M. Jungheim, Prof. Dr. Dr. h.c. M. Ptok

Zusammenfassung

Hintergrund

Unter kindgerichteter Sprache (KGS, früher: Ammensprache, „motherese“) versteht man eine von der typischen, unter Erwachsenen üblichen Ausdrucksweise in Prosodie, Wortwahl, Wortwiederholung etc. abweichende Kommunikationsform zwischen Bezugspersonen und (Kleinst-)Kindern.

Methodik

Übersichtsarbeit nach selektiver Literaturrecherche in PubMed.

Ergebnisse

Die KGS bietet aufgrund ihrer Spezifika den Vorteil, dass relevante, bedeutungstragende Sequenzen aus dem relativ kontinuierlichen Sprachschallsignal besser extrahiert und so zu einer besseren Repräsentation beitragen können. Die KGS wird in verschiedenen Kommunikationskulturkreisen unterschiedlich eingesetzt und wird nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von älteren Kindern bei der Kommunikation mit (Kleinst-)Kindern verwendet. Es gibt allerdings auch Sprachgemeinschaften ohne KGS.

Diskussion

Anhand der in der Literatur beschriebenen Befunde kann davon ausgegangen werden, dass die KGS den kindlichen Spracherwerb stützen kann, aber keine notwendige Voraussetzung für einen normalen Spracherwerb ist. Hinweise, dass die im Vergleich zur Erwachsenensprache reduzierte KGS für den kindlichen Spracherwerb schädlich ist, finden sich in der Literatur nicht.

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