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01.02.2007 | Leitthema | Ausgabe 2/2007

Der Urologe 2/2007

Kindliche Beckenniere

Spezifika, Begleitpathologien und sinnvolle Diagnostik

Zeitschrift:
Der Urologe > Ausgabe 2/2007
Autoren:
Dr. A. Lusch, M. Koen, T. Becker, P.F. Engelhardt, M. Riccabona

Zusammenfassung

In einer retrospektiven Studie wurden 31 Kinder, die zwischen 01/1994 und 06/2006 in unserer kinderurologischen Ambulanz mit der Diagnose Beckenniere gesehen wurden, nachevaluiert. Die Abklärung erfolgte mittels Anamnese, Sonographie, MCU, DMSA-Scan/MAG-3-Nephrographie. 21/31 (67,7%) Kinder wurden bei auswärts suspizierter Nierenagenesie an unsere Ambulanz überwiesen, bei den restlichen 10/31 (32,3%) Kindern wurde eine Beckenniere inzidentell im Rahmen der Allgemeinabklärung bei anderen Erkrankungsbildern gefunden. 7/31 (22,6%) wiesen Symptome auf (rezidivierende HWI’s, Unterbauchbeschwerden, Hypertonus, Hydronephrose), die restlichen 24 (77,4%) Kinder waren symptomfrei. Beckennieren zeigen eine Prädilektion für die linke Seite 20/31 (64,5%). Bei 11/31 Kindern wurde sowohl zu Beginn als auch im Verlauf ein DMSA-Scan durchgeführt. Hier zeigte sich eine Verbesserung der Splitfunktion der Beckenniere von anfänglich 25,6% auf 34,6%. Bei sonographischem Verdacht auf Nierenagenesie sollte immer an eine renale Ektopie/Beckenniere gedacht werden. Dabei ist ein Beckenultraschall bei voller Blase initial das entscheidende Vorgehen. Bei symptomfreiem Verlauf ist eine regelmäßige sonographische Wachstumskontrolle der Beckenniere, initial 1/2 jährlich, später jährlich als Follow-up ausreichend. Zur weiteren Diagnosefindung bei unklarer Anatomie ist eine Magnetresonanzcomputertomographie zu empfehlen.

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