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01.06.2015 | Originalien | Ausgabe 3/2015

Rechtsmedizin 3/2015

Kindliche Gewaltopfer: Analyse der Polizeilichen Kriminalstatistik 1995–2010 vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland

Teil 1: Tödliche Kindesmisshandlungen

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 3/2015
Autoren:
Prof. Dr. M. Tsokos, J. Kot, A. Böttner

Zusammenfassung

Hintergrund

Die kindlichen Gewaltopfer werden in der jährlich veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts in absoluten Zahlen dargestellt. Dies ist zwar eine weit verbreitete Praxis, es handelt sich dabei allerdings um eine wenig informative Kennzahl zur Problembeschreibung der Kriminalitätsentwicklung im zeitlichen Verlauf, da hierbei der demografische Einfluss völlig unberücksichtigt bleibt.

Ziel der Arbeit

Anspruch der vorliegenden Arbeit war es, die Zahlen der PKS, die kindliche Gewaltopfer betreffen, unter Berücksichtigung der tatsächlichen Bevölkerungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland, basierend auf den Angaben des Statistischen Bundesamts zu den jeweiligen Alterskohorten, zu analysieren und die Gefährdung von Kindern, durch Misshandlung getötet zu werden, zu berechnen.

Material und Methoden

Die Datengrundlage von 1995–2010 bildeten die PKS sowie die Daten zur Bevölkerungsstatistik aus der GENESIS-Online-Datenbank des Statistischen Bundesamts.

Ergebnisse

Der Vergleich der Steigerungsraten auf Basis absoluter Häufigkeiten und auf Basis der Gefährdung/100.000 Einwohner ergab für tödlich verlaufene Kindesmisshandlungen einen geringeren Rückgang, als in der PKS ausgewiesen, wenn der Geburtenrückgang berücksichtigt wird. Bei alleiniger Betrachtung der absoluten Zahlen stellt sich der Rückgang tödlicher Misshandlungen wie folgt dar: Im Vergleich zu 1995 nahmen die tödlichen Misshandlungen 2010 um 31,97 % ab; bei isolierter Betrachtung der Altersgruppe 6 bis  < 14 Jahre sogar um 40 %. Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man die Gefährdung/100.000 Einwohner betrachtet. Hier ergibt sich lediglich eine Abnahme um 17,29 % im Vergleich von 2010 zu 1995 und um 12,37 % in der Gruppe der < 6-Jährigen. Kinder < 6 Jahren sind gegenüber Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren überproportional gefährdet, durch Misshandlung getötet zu werden.

Schlussfolgerung

Die vorliegenden Daten und die Berechnung der Gefährdung von Kindern der in der PKS ausgewiesenen Altersgruppen liefern eine weitergehende und belastbarere Datengrundlage zur Beurteilung der Situation kindlicher Gewaltopfer vor dem Hintergrund des demografischen Wandels der Bundesrepublik Deutschland.

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